Ali Vegas – zurück mit neuem Stuff

Ali Vegas, ein hoffnungsvolles Talent aus Queensbridge, hat in Vergangenheit mit diversen Gastauftritten und eigenen Maxis auf sich aufmerksam gemacht. Er wird sogar als Nachfolger von Nas gehandelt und dies nicht ohne Grund.
Am 17. August erscheint ein neues Street-Mixtape mit dem Titel „Rebirth Of A Prince“. Doch anschliessend will Vegas sein erstes Album droppen (mit 16 Jahren nahm ihn Columbia unter Vertrag, wurde allerdings ohne Album-Release wieder gedroppt), für das er bereits Tracks mit AZ, Nas, 50 Cent, Nature, Capone und Shyne aufgenommen hat. Musikalisch werden ihm Produzenten wie Chop D.E.S.E.L., Rockwilder, Kanye West, Clark Kent, The Teamsters, Qu’ran oder Jimi Kendrix zur Seite stehen. Ob Premier auch wieder mit dabei ist, weiss noch niemand.

Curse – Ich höre Musik, und es gibt mir etwas für die Seele!

Der erst 25 Jährige deutsche Musiker hatte seit seinem letzten Release nicht mehr viel von sich Hören lassen. Umso interessanter war es, mit einem der intelligentesten MCs und deepsten Rapper über sein kommendes Album, die Musik und seine Marketingstrategien für Claud zu sprechen. Auch Neuigkeiten über andere Schweizer Künstler waren mehr als nur verheissungsvoll.

Was uns natürlich als erstes brennend interessiert, ist, wie es mit deinem neuen Album aussieht? Was kannst du uns schon darüber erzählen?
Das Album kommt im Frühling 05. Ich habe jetzt gerade begonnen, die ersten Sachen zu machen. Es hat so lange gedauert, weil ich mich die letzten anderthalb Jahren intensiv auf die Produktion des Italo Reeno/Germany Album und die ganzen Real Records Sachen konzentriert habe. Zum Beispiel Stress und Trauma und so weiter. Das ist jetzt fertig und darum lege ich wieder richtig los. Ich habe schon drei oder vier Sachen recorded, aber es ist für mich noch zu früh, um zu sagen in welche Richtung es gehen wird.

Zeichnen sich nicht schon irgendwelche Tendenzen ab?
Es wird nicht mehr so unterschiedlich sein. Beim letzten Album war zum Beispiel ein Rock Song oder ein Reggae Song drauf. Das wird es nicht mehr geben. Die verschiedenen Einflüsse sind da, fliessen aber mehr zusammen unter einem Hip Hop Stern. Es wird definitiv homogener als „Innere Sicherheit“ und vom Feeling her vielleicht eher wieder ähnlich wie „Von innen nach aussen. Aber wie gesagt, ich habe erst drei vier Songs aufgenommen, auch noch kein Titel.

Was für Leute sind mit auf dem Album?
Featuring mässig kann ich sicher sagen, dass die Jungs von „Sieben“ und natürlich „Busy“ am Start sein werden. Und natürlich hat Claud auch einige Beats am Start.
Als Rap Feature sind glaub ich dieses Mal extrem krasse Überraschungen dabei, sowohl national als auch international. Also Leute, die mich gefährlich flashen. Leute wo ich sage, die gehören für mich zu den grössten aller Zeiten!

Vielleicht Nas?
Wie gesagt, ich sag noch nichts (grinst)!

Zurück zu den Schweizern Vertretern. Wie bist du überhaupt auf Claud aufmerksam geworden?
Ich habe ihn über Ill Will kennen gelernt. Die Beiden haben viel zusammen gemacht. Als Willie bei mir war, um „Gleichgewicht“ fertig zu machen für das letzte Album, hat er mir Sachen von Claud mitgebracht, vor etwa zwei Jahren. Und mir haben die Sachen schon sehr gut gefallen. Ich habe dann den Kontakt zu ihm hergestellt. Auch über Taz, und dann haben wir uns mal getroffen und er hat mir neue Sachen gegeben. Was schlussendlich den Ausschlag gegeben hat, war, dass er mir eine CD mit seinen Beats gezeigt hat. Da war der Beat drauf von „I han“ und ich sagte sofort: „Den Beat will ich haben!“ Und der Jeff (Anm. der Red. DJ Stimpee Kutz ) sofort so: “Ne, ne, das geht nicht!“ Weil die haben zu der Zeit den Song noch nicht aufgenommen gehabt. Ich hab dann Claud sozusagen erpresst, und er versprach mir, viele geile Beats zu machen, aber der andere Beat durfte dann halt Kuchikäschtli behalten. Und da drauf nagle ich ihn fest (lacht).
Ich war auch schon paar Tage in Fribourg bei ihm, er schon in Minden bei mir. Und wir sind jetzt voll am Machen und am Tun, haben auch schon einiges recorded. Ich kann noch nicht sagen, wie viel schlussendlich von ihm drauf sein wird, aber bestimmt einiges.
Claud ist für mich zurzeit von den neuen Leuten die Nr. 1. Ich meine mit neu, weil er in Deutschland noch völlig unbekannt ist. In der Schweiz ist er ja jetzt schon der Mann. Ich habe ihn jetzt auch connected bei „Alles Real Records“. Ich bin jetzt auch dabei seine Sachen ein paar Leuten in Deutschland vor zu spielen.

Du bist ein sehr deeper, ehrlicher Rapper. Du hast uns schon viel erzählt. Gibt es überhaupt noch was, dass du uns erzählen kannst?
Es gibt noch so viele Sachen, die ihr noch nicht über Curse wisst. Es ist ja nicht so, dass alles was ich schreibe hundert Prozent autobiographisch ist. Meistens ist es „based on a true story“. Es gibt vieles, was ich noch erzählen werde.
Jedes Album ist auch ein Spiegel für meine momentane Verfassung oder Lebenssituation. Wenn ich hin- und her gerissen bin, ist auch das Album so, wenn ich ausgeglichen bin, ist auch das Album so. Das heisst, da ich erst jetzt mit dem Album angefangen habe, und es sich in den nächsten dreiviertel Jahren entsteht, ist es für mich relativ schwierig zu sagen, wie es wird. Weisst du, ich weiß jetzt nun, dass ich schwanger bin, es gibt die ersten Ultraschallbilder, aber wie es genau wird, weiss ich nicht.

Wie hat dich das Touren mit einer Liveband geprägt?
Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren mit Live Band unterwegs. Wir haben sicher schon 70-80 Shows zusammen gespielt. Und es könnte schon sein, dass es mal ein Live Album von mir geben wird. Vielleicht nach meinem vierten Album. Aber ich habe sicher viele Sachen dazugelernt. Einerseits was man mit Live Instrumenten alles machen kann, aber auch was man nicht machen kann, und das ist genau so wichtig. Ich habe gelernt, wie man die Musik durch das Live Ding erweitern kann, aber auch was man an den basic Elements of Hip Hop eigentlich hat. Was damit möglich ist, was mit Live Band nicht geht. Ich glaube, dass ich mittlerweile beides ein wenig verstehe.

Dieses Verständnis kannst du sicher auch für deine Sachen brauchen, die du selbst produzierst. Was geht mit Curse, dem Produzent?
Ich habe jetzt sowohl für das Italo Reeno/Germany wie auch für das Stress/Trauma Album was gemacht. Ich denke, für mein Album werde ich auch einiges selber machen.
Was auch ansteht, wir machen von „Alles Real Records“ ein All Stars Album. Mit komplett exklusiven Sachen von Stress/Trauma, Italo Reeno/Germany und mir. Und die Beats halt alle von den Haus Produzenten Claud, Porc Eye, Patrick Ahren und Busy. Mit Patrick Ahren habe ich schon einige Sachen aufgenommen. Er ist derjenige der „Und was ist jetzt“ komponiert und gespielt hat. Er und ich, wir sind in der letzten Zeit so wie ein Team geworden mit dem Gitarristen noch zusammen. Und wir machen im Moment sehr viel, haben eben drei Songs eingespielt. Vielleicht machen wir mit diesem Team was für einen Schweizer….

Du warst ja zwei Jahre in Amerika auf einem College und hast dort grosse MC Namen kennen gelernt. Liegen dort deine Rap Anfänge?
Nein. Ich habe angefangen zu rappen als ich neun Jahre alt war. Noch auf Englisch. Mit 17 Jahren ging ich für zwei Jahre in ein College nach Amerika, in die Nähe von New York. Dort habe ich wirklich durch Zufall einige Jungs von Non Phixion, Company Flow oder Pharao Monch und auch DJ Spinna kennen gelernt. In einem Plattenladen von New York, weil die Jungs zum Teil dort als Verkäufer waren. Für Complex habe ich sogar bei seiner ersten Maxi, bei einer Auflage von 500 Stück, die Stempel auf die A und B Seite gemacht. Das waren alles schon sehr interessante Begegnungen und auch super sympathische Typen. Aber ich kann jetzt nicht sagen, dass das jetzt meine super Connections sind, und ich die Jungs immer wieder anrufe.

Gibt es Künstler, die dich beeinflussen oder an denen du dich orientierst?
Flowmässig orientiere ich mich mittlerweile nur noch an mir. Sehr viel gelernt habe ich, was rappen angeht, von Rakim, Guru, Chuck D und Nas. Und die Leute, die mich in letzter Zeit brutal anturnen sind: Common, Kweli und Black Thought. Vor allem Black Thought ist live ein Monster mit den Roots. Der flasht mich brutal, auch Kweli ist live der Hammer. Das sind die Typen von denen ich mich inspirieren lasse. Nicht im Sinne von ich muss so rappen wie die, sondern es ist wie wenn du etwas Schönes siehst, und es inspiriert dich, auch etwas Schönes machen auf deine eigene Art und Weise. Ich werde nie so rappen wie Kweli, sondern so wie Curse. Aber es hält mich am Laufen. Ich kann aus Konkurrenz etwas Positives nehmen. In Deutschland gibt’s das eigentlich sehr wenig. Ok, ich freu mich riesig auf das Max Herre Album. Da bin ich riesig gespannt darauf. Das ist so ein Typ wo ich sage, der ist ein Hoffnungsträger.

Was ist dein Anspruch an den Zuhörer? Was sollen die Leute von dir mitnehmen?
Also ich bin kein Weltverbesserer. Was mir am liebsten wäre, ist, dass jeder der meine Lyrics hört, voll ausflippt und sagt: „Der Typ ist der Grösste aller Zeiten!“ Aber ich erwarte eigentlich nichts vom Zuhörer. Was mir am liebsten ist, wenn die Leute open minded sind und sich das mal anhören und nicht von vornherein sagen: „Deutscher Rap ist Scheisse!“ oder: „Der letzte Song gefiel mir nicht, also will ich den Neuen gar nicht hören!“ Schön ist auch, wenn sich die Leute Gedanken machen über meine Texte. Weil das ist das, was Rap für mich ist. Ich hör die Musik, und es gibt mir irgendetwas für die Seele. Ich hör die Lyrics, und es gibt mir auch was für den Kopf, für mein Herz und auch für meine Seele. Wo ich nachdenken kann, und mich inspirieren lassen kann.
Und ich möchte halt bewusst positive Dinge ausstrahlen. Das sollen die Leute spüren.

Wo ist Curse in fünf Jahren?
Das weiss ich nicht! Also wenn du mich das vor fünf Jahren gefragt hättest, war ich zwanzig. Ich weiss auch nicht, was ich dir vor fünf Jahren gesagt hätte.
Viele Dinge, die ich mir vorgenommen habe, sind noch nicht in Erfüllung gegangen. Super viele Dinge, die ich mir vorgenommen habe, sind in Erfüllung gegangen und noch tausend Mal mehr. Das heisst eigentlich, dass ich mir in den letzten Jahren immer höhere und weitere Ziele gesteckt habe. Das ist so ein Blessing. Dass du das tust, was du liebst, und damit irgendwie leben kannst. Darum kann ich nur sagen, dass ich hoffe, dass ich in fünf Jahren weiter bin auf diesem Weg.

Und was steht als nächstes Projekt an?
Ich werde noch einige Tage in der Schweiz bleiben für ein Projekt. Ich mache noch ein paar Sachen mit Claud… mit Claud, TAZ und Greis. Also Schweiz, watch out!

Onan – Etikette HipHop

Onan gibt es noch. Zumindest erreichte uns dieser Tage ein Lebenszeichen der Luzerner Band inform des mittlerweile dritten Tonträgers, der eben “Läbäszeiche“ heisst, nicht aber nach Notfall klingt, sondern so, wie Onan eben tönen, nur noch besser: groovig, funky, melodiös, spannend und ausserdem sehr entspannt. In ebensolcher Atmosphäre traf ich Sängerin Lena, Schlagzeuger Markus und Rapper Freeze, um mich mit ihnen über ihr Bandinnenleben zu unterhalten.

Was ist Onan im jahr 2004? Was bedeutet die Band für euch musikalisch und ganz persönlich?
Onan: Speziell auf das Jahr 04 bezogen bedeutet es für uns vor allem ein Unterbruch unseres Schaffens, da einige Mitglieder von uns im Ausland sind. Wir machen also eigentlich eine kreative Pause, sammeln neue Ideen um daran im Herbst zu arbeiten, wenn wir wieder komplett sein werden. So ist auch die jetzt erschienene EP für uns so ein Zwischending. Tatsächlich ein “Läbäszeiche“, mit dem wir unseren Bekanntheitsgrad erhöhen möchten, um dann irgendwann ein Album zu veröffentlichen. Gleichzeitig aber auch ein Lebenszeichen, um unseren Freuden zu zeigen, dass es uns noch gibt!
Persönlich bedeutet Onan uns allen sehr viel. Gerade jetzt, wo wir nicht regelmässig spielen, merkt man, was fehlt. Wenn man zehn Jahr zusammen spielt, entwickeln sich natürlich Freundschaften, die über die Musik hinausgehen. Gerade dadurch, dass wir immer kämpfen mussten, um an Konzerte, Interviews usw. zu kommen, sind wir menschlich immer mehr eins geworden. Musikalisch sind wir natürlich immer noch sehr verschieden, behandeln uns jedoch mit dem nötigen Respekt, so dass das überhaupt erst aufgeht.

Wie muss man sich euer Bandleben vorstellen? Wie entstehen Onan-Songs?
Onan: Wir proben seit den besagten zehn Jahren fast durchgehend mindestens einmal in der Woche. Diese Proben sind wichtig für uns, weil wir sie alle brauchen als Ausgleich. Und dort entstehen auch die Songs. Oft bringen dafür mehrere Bandmitglieder Ideen, sodass es manchmal ein regelrechtes Seilziehen ist, bis ein Lied fertig ist.

Ihr beschreibt auf eurer neuen CD mehrmals, wie schwierig es sei als Rap-Band, die mit Instrumenten spielt. Ist es wirklich so schwer?
Onan: Als wir damals damit begonnen haben, wurden wir natürlich belächelt. Weil damals für alle scheinbar klar war, dass Rap mit Instrumenten nicht funktioniert. Und dann ist es auch viel schwerer an Konzerte zu kommen, weil für den Veranstalter der Aufwand sofort grösser wird, wenn eine komplette Band spielt.
Allerdings müssen wir sagen, dass diese Textzeilen, bei denen wir darauf anspielen, eher älter sind, denn das Thema ist heute nicht mehr so aktuell, weil es uns einfach egal ist, wenn wir nicht als reine HipHopper gesehen werden. Nicht zuletzt auch, weil die Etikette HipHop für uns nicht mehr so wertvoll ist, wie sie es einmal war, da die meisten, die sich HipHopper nennen, nicht das selbe darunter verstehen, wie wir.

Viel publikumswirksame Schweizer Rap-Crews, wie Sektion Kuchikästli, TAFs, Spoo usw. sind live ja mittlerweile mit Band unterwegs.
Onan: Das hilft uns sicher, mit unserer Musik akzeptiert zu werden. Obwohl es auch da noch einen Unterschied gibt: All die beschriebenen Bands produzieren ihre Musik im Studio mit einem Produzenten. Die Band setzt dann diese Songs live um. Bei uns ist es so, dass unsere Tracks eben wirklich mit der gesamten Band entstehen.
Zu deiner Frage: Es hat sich einfach gezeigt, dass in der Schweiz nicht dasselbe funktioniert wie im Ausland. Hierzulande wollen die Leute heute einfach mehr, als Turntable und Mic. Dass sich deshalb das Band-Ding durchsetzt, kommt uns natürlich entgegen.

Eure Musik kommt sehr satt daher, wie lief die Produktion zu dieser EP ab?
Onan: Da wir, wie erwähnt, die Songs im Kollektiv entwickeln, funktionieren sie automatisch live, aber es ist etwas schwieriger sie im Studio auch so fett hinzukriegen. Deshalb haben wir jetzt zum zweiten Mal auf Live-Drums verzichtet und diese produzieren lassen von Rico im 6003-Studio. Er hat sehr viel Ahnung vom ganzen Programming und hat das auch diesmal wieder glänzend gemacht. Wobei es in einigen Schritten hin und her gegangen ist. Wir haben also die Live-Instrumente auf die Beats gespielt, dann gemerkt, dass der Beat nicht mehr passt, den Beat also verändert, dann wieder die Instrumente usw. So haben wir sehr lange an den Songs gefeilt.

Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?
Onan: Wir habe neu die Möglichkeit in einem eigenen Studio aufzunehmen, dass wir uns aufgebaut haben. Dass wird sicherlich die Möglichkeiten und die Qualität verbessern. Das grosse Ziel ist es den auch ein Album aufzunehmen. Darauf arbeiten wir sicher hin. Vorerst aber hoffen wir, dass die neue EP gut läuft und wir im Herbst eine kleine Tour machen.
Daneben haben wir alle noch andere Projekte, wie zum Beispiel die 3-Sächser, mit denen wir alle weiterhin aktiv sind.

Clueso – Einfach gute Musik

Auch wenn sich der Sommer dieses Jahr Zeit lässt – an diesem Dienstag anfangs Juni brannte die Sonne heiss vom Himmel. Der einheimische Zürcher verbringt die wärmste Jahreszeit am liebsten draussen an den Gestaden seines geliebten Sees und meidet bei solchen Temperaturen geschlossene Räume. Nichts hätte mich an diesem Abend jedoch davon abhalten können, das Doppelkonzert von Clueso und Franky Kubrick, die dieser Tage beinahe gleichzeitig ihr neues Album veröffentlichten und auf ihrer Promotour im Kaufleuten Halt machten, zu verpassen. Vor dem Gig hatte ich die Möglichkeit, Clueso in der Lounge ein paar Fragen zu seinem neuen Album zu stellen.

Erstmal fette Props für das Album. Ich finde, es hebt sich angenehm wohltuend vom sonstigen Einheitsbrei ab, den man sonst zu Ohren bekommt. Im Vergleich zum letzten Album hast Du Deine Rapparts stark reduziert und dem Gesang mehr Platz eingeräumt. Woher dieser Wandel?
Das hat sich ganz von alleine ergeben. Ich habe mit Gitarre spielen angefangen, bin später auf Rap aufmerksam geworden und hab einfach irgendwann gemerkt, dass es daneben noch so viel anderes geiles Zeugs gibt. Ich habe schon zu Zeiten, zu denen ich vorwiegend gerappt habe, gemerkt, dass mir Melodien und gesungene Refrains leichter von der Hand fallen. Irgendwann hab ich dann aufgehört mich dafür zu schämen, dass ich zwischendurch auch gerne mal gesungen hab, den Gürtel nicht mehr so eng geschnallt und einfach gemacht, wozu ich Bock hatte.

Wie würdest Du selber Deine Musik beschreiben?
Tja, ich weiss auch nicht. Das hab ich mich selber auch oft gefragt. Ich hab aus diesem Grunde auch viele meiner Kollegen gefragt, was sie denn hören, wenn sie sich mit meiner Musik auseinandersetzen. Ich weiss auch nicht, irgendwie ist da alles mit dabei. Ich denke, der Albumtitel bringt es treffend auf den Punkt: für mich ist es schlicht und einfach gute Musik. Ich würde sagen, meine Stimme ist der rote Faden, ansonsten ist alles möglich. Die Bezeichnung Liedermacher ist im Jahre 2004 zwar etwas verstaubt, kommt aber auch recht gut hin. Das Album ist meiner Meinung nach ein Übergangsalbum, der meinen Wandel vom MC zum Songwriter dokumentiert. Ich denke, dass das nächste Ding noch einheitlicher und noch mehr aus einem Guss daherkommen wird.

Woher beziehst Du Deine Inspirationen?
Der grösste Teil sind persönliche Geschichten und Erlebnisse. Ich schreibe vor allem in der Ich-Form. Natürlich werden die Songs aber auch von meinem Umfeld mit beeinflusst. Wir sind zu Hause ja so ne Art Kommune, die auch gemeinsam ein Studio besitzt. Dort geht natürlich einiges ab. Da gibt es enorm viele Berührungspunkte und kreativen Input. Es kann aber natürlich auch sein, dass in einem Song irgendeine Beziehungskiste von einem Kollegen mit einfliesst. Ist alles möglich.

Wie arbeitest Du? Sitzt du gezielt hin und sagst Dir, ok, jetzt schreib ich nen Song. Oder ist das bei Dir eher ein Warten auf den richtigen Moment?
Ich denke, es ist unterschiedlich. Ich bin der Auffassung, dass der Moment der Inspiration für einen Song relativ kurz ist. Am Anfang ist da vielleicht ne Melodie, auf einmal hast Du dafür Umlaute und Refrainfragmente, und dann muss es einfach weitergehen. Ist dann auch egal, was sonst gerade noch läuft. Es können auch meine Eltern auf Besuch sein. In solchen Fällen muss ich mich zurückziehen, schliess mich ein und arbeite den Song weiter aus. Dass ich mich hinsetze und mir sage, so jetzt schreib ich einen Song, passiert eher selten, dafür ganz automatisch, wenn ich Ruhe und Musse habe.

Wie funktioniert denn bei Dir die Zusammenarbeit mit der Band. Zeigst Du jedem, was er spielen soll oder entwickelt sich das eher durch gemeinsames Jammen?
Kommt halt immer darauf an, ob ich die Band grad zur Hand habe oder nicht. Da die Jungs nicht am gleichen Ort wohnen, ist die Zusammenarbeit nicht immer möglich. Meistens ist es so, dass ich zu Hause etwas vorproduziere und den Leuten auf der Gitarre oder durch Vorsingen zeige, was sie spielen sollen. Meine Inputs sind aber meist sehr offen und lassen dem einzelnen genügend Raum, eigene Ideen mit einzubringen. Das Prinzip ist, dass die beste Idee gewinnt. Inputs sind nicht nur willkommen, sondern ausdrücklich erwünscht.

Was spielst du für Instrumente?
Ich kann von allem ein bisschen, aber nichts perfekt. Ich bin kompletter Autodidakt, kann keine Noten lesen. Ich spiele Gitarre. Auch da kann ich nur die wichtigsten Griffe benennen. Dann kann ich ein wenig auf dem Piano rumklimpern. Dort hab ich mir so ein eigenes System herausgetüftelt anhand der schwarzen Tasten. Wenn man Gitarre spielen kann, kann man theoretisch auch Bass spielen. Und ans Schlagzeug setz ich mich auch immer mal wieder. Aber ich beherrsche kein Instrument auf dem Level, dass ich als Instrumentalist in einer Band mitmachen könnte.

Was für deutsche Bands gefallen Dir persönlich?
Ich mag Blumentopf sehr gerne. Ich finde die Jungs haben wirklich witzige und intelligente Texte. Freundeskreis gefällt mir auch sehr gut. Total Chaos haben vor ein paar Jahren ein supergeiles Album abgeliefert. Das mit dem Ghettoblaster drauf. Immo hat auch ganz coole Sachen gemacht. Die Beginner natürlich. Die meisten Leute kenn ich persönlich und komm auch privat sehr gut mit ihnen klar. Normalerweise teilt man dann auch eine ähnlich Philosophie in der Musik.

Wie siehst Du Deine Zukunft? Was für Projekte stehen an?
Als erstes steht jetzt die Tour an. Im Sommer kommen dann die Festivals, auf die ich mich auch sehr freue. Und schliesslich möchte ich in Zukunft auch ein paar Featurings machen, da ich jetzt, wo das Album draussen ist, immer öfters auf Collabos angesprochen werde. Ich freue mich auch jetzt schon wieder auf die Arbeit im Studio. Gerade während einer Tour entstehen viele neue Ideen, die nur darauf warten ausgearbeitet zu werden. Ich kann mir so Vieles für die Zukunft vorstellen. Ich hätte zum Beispiel auch einmal Bock, ne Reggae Platte zu machen.

Irgendwelche Connections mit Schweizer Crews vorhanden? Bestehen bereits konkrete Pläne für Zusammenarbeiten?
Bis anhin ist noch nichts geplant, ich bin aber sehr offen für solche Dinge. Der Claude von Sekkkktion Kkkkuchikäschtli (gibt sich grosse Mühe den Zungenbrecher korrekt auszusprechen, was ihm ganz gut gelingt) hat mir vorher eine CD in die Hand gedrückt. Ich hatte noch keine Gelegenheit, sie mir anzuhören, aber der Typ war wirklich nett und sympathisch, von dem her bin ich mir sicher, dass man sich da auch musikalisch finden wird. Ich bin wirklich offen für alles. Ausserdem bin ich ja jetzt hier, da entstehen solche Kontakte ja immer von alleine.

Danke für das Gespräch und viel Glück und Erfolg für die Zukunft!

Splash – THE-ORIGINAL-MOST-SPLASH-SHUTTLE-BUS: letzte Plätze frei & Wettbewerb „5 x VIP Upgrades“

Das Splash-Festival welches vom 30.07.2004 – 01.08.2004 in Chemnitz stattfindet, ist ohne Zweifel DER HipHop-Event des Jahres. Als Line Up konnte man schon Leute wie CL Smooth, Busta Ryhmes, Mobb Deep oder IAM bestätigen.
Auch dieses Jahr gibt’s wieder den traditionellen MOST-SPLASH CAR ab Zürich! Busfahrt (hin und retour) sowieso der 3 Tagesfestival-Pass (inkl. obligatorisches “Abfalldepot”) kosten im Package 290.- CHF. Es hat nur noch wenige Plätze in den Cars frei.

Für Anmeldungen & Infos: www.most.ch/splash04.htm oder schreibt eine Email an info@most.ch

Unter allen Mitkommenden werden 5 VIP-Upgrades verlost. Anstelle des “normalen” Tickets, gibt es VIP-Bändeli 🙂

Samy Deluxe – Video „Zurück“ jetzt online

Das schon länger angekündigte Video zur Single „Zurück“ von Samy Deluxe, ist ab sofort online verfügbar! Die Single „Zurück“ erscheint am 26. Juli und wurde von Megahertz produziert. Das dazugehörige Video kann man sich HIER ansehen!
Rund einen Monat später, am 23. August, wird dann das Album „VERDAMMTNOCHMA“ erscheinen.

Azad – neues Video / Schlägerei mit sido

Der Frankfurter-Rapper Azad ist zurück mit einem dicken und deepen Video mit dem Titel „Phoenix“. Das dazugehörige Album „Der Bozz“ soll am 2.8.04 erscheinen. Das Video kann man sich HIER ansehen!
Am HipHopOpen in Stuttgart am vergangenen Weekend hat sich zudem Azad mit sido im Backstage ein Schlägerei geliefert. Laut Augenzeugen soll Azad mit seiner Crew nach dem Auftritt von sido auf ihn gewartet haben um eine Schlägerei anzuzetteln. Folge davon war, dass Azad am Sonntag dann nicht auftreten durfte und von den Organisatoren ausgeschlossen wurde, sido und sein Crew scheinbar ziemlich niedergeschlagen am Boden lagen und zur Zeit in allen Internet-Foren eifrig darüber diskutiert wird!