TAZ.GREIS.CLAUD.CURSE – Andere Leute gehen in ihren Ferien Fischen oder Malen, wir haben Rap gemacht!

Taz, Greis, Curse und Claud ist definitiv die Kollabo des Jahres. Die vier Jungs haben mit „Prestige“ ein Album gemacht, das überzeugt und beweist, dass diese Zusammenarbeit geschehen musste. Wie genau diese Rapferien aussahen und wie die vier Artists diese Platte verwirklichen konnten, haben uns Greis und Claud erzählt.

Natürlich stellt sich zu Beginn die grosse Frage, wie es zu dieser musikalischen Konstellation gekommen ist?

Claud: Angefangen hat es damit, dass Taz Curse an einem dessen Konzerte kennen gelernt hat.

Greis: Ja, und Claud und ich arbeiteten schon auf meinem Soloalbum für den Track „Simer Ehrlech!?“, der ja auch Taz featured, zusammen. Curse seinerseits kam über Taz, Ill Will und Mahn auf Claud. So ergab sich das Ganze ein wenig. Wir verabredeten uns, für ein paar Tage ins Tessin zu gehen, und wenn wir Bock haben, machen wir vielleicht noch ein, zwei Songs. Dann hatten wir tatsächlich Bock und haben ein, zwei Songs wirklich gemacht. Dann hatten wir wieder Bock. Zuerst wirklich ohne Pläne und Absichten. Wir fanden dann, dass wir diese Art von Session wiederholen sollten, und sind darauf Mal auf Minden zu Curse und haben weitere Songs gemacht. Bei der dritten Session im Studio der Scrucialists, da weiss ich noch, schauten sich Curse und ich einmal an, und ich meinte so: Jetzt haben wir gerade den siebten Song aufgenommen. Lass uns noch ein paar weitere machen, dann haben wir schon ein Album. So hängten wir noch eine weitere Session an und hatten dann ein Album!

Wer hat dann dass Projekt angerissen und gesagt: Lass uns ins Tessin fahren?
Claud: Ich wollte sowieso ein paar Tage dorthin. Es war das Alicia Keys Konzert dort im August. Ich fragte dann Curse, ob er mitkommen würde. Und irgendwie beschlossen wir, dass wir zu viert in den Süden fahren.

Und weiter ging’s wirklich bei Rotwein und Diskussionen auf dem Balkon?
Greis: Genau, bei Speis und Trank. Eben, nach diesem Konzert blieben wir einige Tage in den Ferien und haben dann die ersten zwei Songs aus einer spontanen Laune und den zusammen geführten Diskussionen heraus gemacht. Als Claud sein Equipment aufgestellt hatte zum aufnehmen, waren wir mit Schreiben schon fertig.

Welche Songs entstanden dann in diesen Ferientagen?

Greis: Zuerst schrieben wir „Ich sag‘ es jetzt“ und „Das letzte Mal“. „Ich sag‘ es jetzt“ war der erste Track und ich hatte dort ursprünglich zwei Parts. Einen noch auf Englisch. Beide habe ich später rausgekickt und neu geschrieben. Und das ging halt etwa so: Heute nehmen wir diesen Song auf, und Greg, wenn du deinen Part neu machen möchtest, dann schreibst du ihn noch schnell. Und Hopp de Bäse, los ging’s.

Irgendwie hat man zwei Möglichkeiten. Man kann sich’s leicht machen oder man nimmt sich etwas vor. Wenn man sich die Frage stellt, wie lange hat man für einen 16 Zeiler? Zwei Wochen? Nein, eine halbe Stunde. Es braucht diese Selbstzensur. Man lernt nicht schreiben während dem schreiben. Für das hattest du nun zehn Jahre Zeit, verstehst du? Der Text sollst du nur noch rauskotzen. Die Zeit, die du dafür benötigst ist nur noch die, um die Hürde, die du noch im Kopf hast, zu zerstören. Bei mir dauert das meistens noch ein paar Stunden. Wenn ich mich hinsetze und einen Text schreiben muss, dann warte ich nicht, bis mich „die Muse küsst“. Ich bin nicht der Typ, der probiert und wenn es läuft, dann schreibe ich und wenn nicht, dann lasse ich es sein. Wenn es nicht läuft, bleibe ich dran und spätestens nach etwa zwei Stunden läuft es eigentlich immer.

Und diese Geduld hast du?

Greis: Das hat nichts mit Geduld zu tun. Das ist Disziplin.

Hast du dann diese Disziplin?

Greis: Ja, klar. Es macht ja auch Spass. Es scheisst mich nicht an.

Was machst du dann in diesen zwei Stunden Leerlauf?

Greis: Probieren. Streichen. Eine Zeile schreiben. Verstehe mich nicht falsch. Im Normalfall habe ich auch mehrere Stunden für ein Lied. Sicher zehn Stunden. Ich möchte auch wieder Songs machen, bei denen ich 30 bis 40 Stunden an einem Text arbeite, weil davon ein Lied nur profitieren kann. Aber das läuft dann meistens so, dass dir wieder fünf Zeilen wie herausfallen, bei denen wirklich alles stimmt, alles schön verschachtelt ist, der Inhalt treffend formuliert wurde. Dann kommt Zeile sechs, über der ich mir dann anderthalb Stunden den Kopf zerbreche. Es kann dann auch sein, dass ich nach dieser Zeit einfach weitergehe, weil ich keine befriedigende Lösung finde.

Schlussendlich darfst du, finde ich, dich nicht zu lange mit einem einzelnen Text auseinander setzten, weil du ihm sonst eine Wichtigkeit beimisst, die ihm gar nicht gebührt.

Ich glaube, dass viele Leute den grossen Fehler begehen, sei es beim Schreiben oder beim Produzieren von Beats, dass sie jedes Mal versuchen, ihren besten Text oder besten Beat zu machen. Das sind schlussendlich diejenigen, die nie etwas releasen. Das funktioniert, so glaube ich nicht. Jedenfalls nicht bei mir.

Claud, was war dein Job während dieser kreativen Phase? Hast du schon fertige Beats dabei gehabt oder hast du vor zu produziert?
Claud: Nein, ich habe keine Beats mehr gemacht, während der Session. Das war schon in der Nacht! Ich habe einfach eine CD mit ein paar Instrumentals zusammengestellt und im Radio laufen lassen, während wir miteinander sprachen. Mitten im Gespräch lief der Beat von „Das letzte Mal“ und plötzlich wie aus dem heiteren Himmel begann Greis darüber zu singen.

Greis: Allez hop habe ich einfach gerade das gesungen, was wir in den Sinn kam und nach zwei Minuten hatten wir den Refrain. Auf diesen Refrain begann Curse zwei Strophen zu schreiben.


Dann ist das Ganze wirklich als Gemeinschaftswerk entstanden?

Greis: Ja, wir haben alle Songs zusammen geschrieben, später dann meistens im Studio.

Wie muss man sich das vorstellen. Fand da Kritik statt oder hat jeder einfach seine Strophen und Lines geschrieben?

Greis: Nein. Einer brachte einen Text und entweder fanden wir: Wow, das brennt alles weg. Ich muss nochmals zwei Zeilen streichen und meine Lines überarbeiten und das Ganze toppen oder du sagtest: Ok, das war’s jetzt nicht wirklich!


Diese Freiheit war schon da?

Greis: Auf jeden Fall!


Dann hast du auch Mal zu Curse gesagt, dass er vielleicht noch etwas an einer Strophe ändern müsste zum Beispiel?

Greis: Ich habe ehrlich gesagt kein Anlass dazu gehabt!
Claud: Aber auch wenn es so wäre, wäre es auch egal gewesen. Ob jetzt Curse, Taz oder Greis, wir haben da keine Unterschiede gemacht, nur weil er vielleicht mehr Erfolg schon gehabt hat oder bekannter ist.

Wie sah eigentlich dein Part aus?

Claud: Während den Schreibsessions war mein Anteil natürlich noch nicht so grossartig. Es sind zwar schon noch etwa zwei, drei Beats während den Aufnahmesessions entstanden oder ausgearbeitet.

Hattest du dann schon konkrete Vorstellungen, wie dann der Song tönen soll oder hast du einfach aufs Geratewohl Instrumentals produziert?

Claud: Meistens war’s so, dass ich schon vorhandene Beats genommen habe und mit ihnen weitergearbeitet und gefeilt habe.

Denkt ihr, dass genau ihr vier zusammengefunden habt, sei Zufall?

Greis: Ich denke, es ist jetzt nicht die riesige Überraschung: Welch ein Wunder, dass genau diese Künstler zusammengefunden haben. Es ist etwas, dass sehr gut funktioniert. Alle die Wege, die wir bis zu dem Zeitpunkt gegangen sind, haben ergeben, dass wir super gut zusammenarbeiten können. Wir haben dieselbe Arbeitsethik und sich eine enorme Dynamik ergeben hat. Sei es bei der Produktion oder auch der Postproduktion. Wenn wir Anstalten machen, dass wir einen Beat nehmen, der nicht von Claud ist, weil wir etwas sehr Hartes wollen, dann kommt Claud und sagt: Wenn ihr einen harten Beat wollt, dann wartet schnell, ich mach euch einen harten Beat. Und dann macht er den Beat zu „Jetzt“!
Dasselbe bei den Texten. Man schielt immer zu den Anderen rüber und schaut: Wie viel hast du schon? Vier Zeilen, ja, ich habe auch vier Zeilen! Curse wie viel hast du? 48 Zeilen, ok… Es war ein sehr produktives Umfeld?

Gab’s dann auch Mal Schwierigkeiten oder Unstimmigkeiten?
Greis: Nein, wirklich nicht! Für mich war einfach gegen Ende des Videodrehs, wo ich keine Energie mehr hatte. Die ganze Produktion war für mich wirklich erholsam. Es war wie Ferien. Ferien im Tessin, in Minden, in Basel. Es hat wirklich „gfägt“. Andere Leute gehen in ihren Ferien Fischen oder Malen, wir haben Rap gemacht! Du musst dir vorstellen. Du stehst auf, super Frühstück, dann gehst du ins Studio, schreibst einen Text, nimmst ihn auf, schreibst vielleicht nochmals eine Strophe, nimmst diese auch noch auf. Dann gibt’s ein Fondue, du gehst nach Hause, hörst dir die zwei Songs an, die du heute gemacht hast und denkst: Wow, was haben wir heute wieder fertig gebracht?! Wir konnten ohne Druck arbeiten. Ich meine, wer wartet schon auf ein Album von uns? Und wer von uns hat es schon nötig, ein Karrierenmove zu machen? Niemand! Für mich war es wirklich eine unvergessliche Zeit Aber eben zurück zum Video. In der Zwischenzeit hatten alle wieder andere Projekte und Sachen am Tun, und dann kommt ein sechstägiger Videodreh mit sehr wenig Schlaf. Dort waren die letzten zwei Tage für mich überhaupt nicht mehr spassig.
Und Claud hatte halt wirklich sehr viel an der Postproduktion gearbeitet. Die Lieder wurden von ihm wirklich ausgeschafft. Da steckt eine riesen Arrangement dahinter.
Claud: Das war bei mir die intensivste Zeit. „Das letzte Mal“ habe ich eine Stunde bevor ich am Flughafen sein musste für meine Ferien, fertig gestellt. Die letzte Nacht habe ich einfach durchgearbeitet.

Was meinst du genau mit Arrangieren?

Claud: Ich wollte den Song an und für sich spannend gestalten, daran habe ich gearbeitet. Reprisen eingebaut. Kontraste geschaffen. Es ist natürlich auch nicht bei jedem Song gleich. Es gibt Songs, wo ich verhältnismässig wenig gemacht habe, aber weil es passt. Zum Beispiel bei „Conscious im Club“ habe ich nicht viel gemacht, aber ich finde, bei dem Song würde es auch nicht passen.

Das Album ist vor allem für die Schweiz gemacht! Wie sehen die Reaktionen in Deutschland aus?

Greis: Das Album ist in erster Linie Mal für uns gemacht. Aber natürlich ist das Zielpublikum, jetzt Releasetechnisch gesehen, schon die Schweiz. Aber die Reaktionen sind auch in Deutschland sehr gut. Die Leute, die das Album kaufen sind natürlich die, welche Curse diggen. Aber die stören sich nicht daran, dass da noch andere Rapper dabei sind, verstehen vielleicht nicht alles. Claud ist in Deutschland momentan eh der Mann, was Beats angeht. Die Leute reissen sich um ihn. Er muss halt jetzt einfach schauen, dass er nicht zu vielen Künstler Beats gibt (grinst)!

Wie war die Sprachbarriere für Curse selber?

Greis: Er hat sich unsere Alben einfach sehr viel durchgehört. Ich freue mich immer sehr ab seinen Sms, wenn er die halbe Sägesser Saga darin verpackt! Er ist sowieso der Deutsche, den ich kenne, der am besten Schweizerdeutsch versteht. Und dadurch, dass er sich halt mit unserem Dialekt auseinandersetzte, versteht er es jetzt noch besser.

Wie seid ihr auf die Songinhalte gekommen? Gab es da Inputs von jedem Einzelnen oder war immer das Diskutieren die Grundlage?

Greis: Die Songs mit Substanz sind durch Diskussionen entstanden. Die Songs mit vielleicht ein bisschen weniger Substanz sind aus einer Stimmung oder einer Reaktion der schweren Songs entstanden. Wir machten „Bewegig/Stillstand“, waren danach ziemlich ausgelaugt und dachten darauf, dass uns ein Cypher Song mit viel Bier gut tun würde; und machten „Back Gold Cypher“! „Ich schrei für dich“ und „Resistance“ waren einfach die zwei Beats von Claud, die ich zumindest und ich glaube auch die anderen unbedingt draufhaben wollten. Und ich hatte an einem Suffabend Ideen für beide Songs. „Ich schrei für dich“ hat sich irgendwie aufgedrängt und „Resistance“ wollte ich von der Thematik her gerne machen.
Curse wollte unbedingt ein Fragelied machen. Die Idee mit den 16 Zeilen bei „Für uns“ hatte Taz. Und so hatte jeder seine Inputs geben können!
Claud: Ich wollte einfach „Conscious im Club“ auf der CD.
Greis: Bei „Conscious im Club“ war wirklich sehr geil. Wir hatten den Beat und fragten uns, was wir darüber rappen könnten. Dann kam jemand mit der Idee „Conscious Clubbing“. Dann kam das Conscious im Club. Für den Refrain wollten wir der Melodie nachfolgen und einfach ein simples „Dadadada“ drin haben. Und so kam in zehn Minuten der Chorus zustande.

Ist „Back Gold Cypher“ ein Freestyle?

Das ist schon zum grossen Teil gefreestyled. Zu Beginn haben wir zum Teil noch einige Zeilen aufgeschrieben, obwohl das gegen Ende relativ verpönt wurde. Es ist etwa Hälfte Hälfte.

War dieser Song einfach ein Lückenfüller, damit ihr zehn Songs habt für ein Album?

Greis: Da kann ich dir gleich ein gutes Zitat bringen aus dem Song selbst: Paar gueti joints doch hie achtung füller, bind di a Stuehl und verpass der e Bart ond Brülle. Mann das ist gut, werde ich endlich darauf angesprochen ob dies ein Füller sei. Vielleicht ist es ein getarnter Füller. Mit so einer Aussage antizipierst du, dass die Leute danach das Gefühl haben, dass dies ein Füller sei. Aber für uns ist das ein Song, an dem wir viel Spass hatten und den wir nicht abwerten wollen.

Seit wann singst du auch noch?

Greis: Seit der ersten Klasse! Ich bin halt ein Let-it-be-im-Chor-Singer. Ich bin halt dreist genug, dass ich in die Kabine steppe und singe. Und es gibt viele Leute, die besser singen als ich, aber sie machen es nicht. Und solange mir die Leute nicht sagen, dass ich sofort aufhören muss, mache ich das weiter. Ich finde singen sehr geil, ich mache es sehr gerne. Die formalen Strukturen beim Singen sind viel freier als beim Rappen. Wenn ich besser singen könnte, würde ich es viel mehr tun.
Claud: Ich finde, dass er sehr gut sing. Er hat vor allem Charakter in der Stimme. Es gibt sicherlich trainierte Popstars, die den Ton zehn Sekunden sauber aushalten, aber die Null Charakter in der Stimme haben. Vielleicht gibt’s Mal was mit Claud als Produzent und Greis als Sänger (grinst)!

Wieso habt ihr das Album „Prestige“ getauft?
Greis: Curse kam zuerst mit dieser Idee. Ich habe mich anfangs noch gesträubt gegen diesen Namen, wegen diesem negativen Unterton, der bei diesem Wort mitschwingt. Der zündende Punkt, der mich dann auch überzeugt hat für diesen Titel, ist, lass uns Begriffe neu besetzen. Was ich jetzt beim Wort „Prestige“ besonders dreist finde, ist, dass man es eigentlich mit Aristokratie oder Neureichen verbindet. Was macht zum Beispiel die SVP? Sie nehmen Begriffe für sich in Anspruch. So haben wir es mit Prestige auch gemacht!

Live seid ihr mit Claud als DJ Unterwegs? Wäre einen Live Band nie ein Thema gewesen?

Claud: Ja, ich bin quasi Tour DJ. Eine Band war eigentlich nie ein Thema. Ich fände es schade, denn es würde viel der Energie von den Beats verloren gehen. Es ist nicht so Soul- oder Jazzenergie. Es ist Hip Hop!
Greis: Claud hat vielleicht auch bisher noch nie die Möglichkeit gehabt zu beweisen, was für ein tighter Live DJ er ist. Und da werden einige Leute noch ins Staunen kommen. Wir haben eine interessante Show am Start.

Kann es auch sein, dass es nach so einem Konzert wieder Mal ein gemütlicher Weinabend gibt, mit neuen Ideen und Songs?

Claud: Es kann sein!

Hat es dann solche schon wieder gegeben?

Greis: Kann auch sein!

Seid ihr als Künstler gereift durch dieses Projekt?

Greis: Ich habe viel gelernt! Man lernt ja immer, aber diese Sache war besonders fruchtbar.
Claud: Für mich war es speziell, weil ich nicht unbegrenzt Zeit hatte für die Postproduktion. Ich konnte nicht an jedem Song tagelang schleifen. Für mich war es eine wichtige Erfahrung, auch einmal ein Song nicht hundertprozentig auszuproduzieren.

Wie geht es weiter bei euch?

Claud: Mein Fokus liegt sicher bei der Produktion fürs Curse Album!
Greis: Ich bin viel am Schreiben, weil es mich momentan einfach flasht. Es wird sicher wieder ein Album von mit geben. Ob in Französisch oder Schweizerdeutsch, weiss ich noch nicht so genau.

Swingbesa – bald neues Album

Man weiss noch nicht viel, aber einiges ist doch schon bekannt. Erster Fact ist, dass ein neues Album von den Jungs bald am Start sein wird. Es wird „Jetzt hät’s doch scho di ganz Wuchä nöd grägnät“ heissen und Mitte Mai erscheinen. Zu Gast auf der Platte sind der ganze Esmob, Hans B. Griffä und Trick 77 (GL). Die Plattentaufe geht am 28. Mai 2005 im Q-Bus in Uster, gekuppelt mit Urban Edit über die Bühne!

Suge Knight – nun wirds teuer?!

Armer Suge, denn das wird teuer! Nach einem 4-jährigen Rechtsstreit wurde Suge Knight nun von einem Gericht dazu verdonnert, eine Lady namens Lydia Harris mit einer Summe von 107 Millionen Dollar!!! zu entschädigen. Es handelt sich dabei um die Frau, die 1989 zusammen mit Suge, Death Row gründete. In einem Interview gab sie bekannt, dass Suge Knight – nachdem ihm bewusst wurde, wieviel Potential in dem Label steckt – sie illegalerweise aus dem Vertrag zwang, ihren Namen im Musicbiz schlecht machte und sie damit finanziell und beruflich ruinierte. Er macht es halt schon mit Charme, der Suge!

Guru – Infos und Tracklist zum Album

Lange müssen wir nicht mehr warten. Gang Starr MC Guru wird am 31. Mai mit „The Street Scriptures“ sein neues Solo Album veröffentlichen. Auf Primo Beats wird man dabei jedoch gänzlich verzichten müssen, das Album wurde komplett von Solar produziert!

Zu den Gästen zählen so klangvolle Namen wie Jean Grae, Talib Kweli, B-Real (Cypress Hill), Jaguar Wright, Styles P und Doo Wop. Nachdem mit „Surviving tha Game“ bereits die erste Maxi ausgekoppelt wurde, wird mit „Step in the Arena (I’m sayin)“ bald Maxi Nummero Zwei dran sein.

Das offizielle Tracklisting:
[01] No Time || [02] False Prophets || [03] Step in the Arena (I’m sayin) ft. Doo Wop || [04] Don Status feat. Styles P. || [05] Hood Dreamin || [06] Cave In || [07] Surviving Tha Game || [08] Hall of Fame || [09] Talk to Me feat. Jaguar Wright || [10] Too Dark 2 See || [11] Power, Money and Influence feat. Jean Grae and Talib Kweli || [12] Kingpin || [13] Fa Keeps || [14] Real Life feat. B Real || [15] Feed the Hungry || [16] Talkin‘ Loud and Frontin‘ || [[17] Open House || [18] I Gotta… || [19] Whats my Life Like?

Jay-Z – rappt halt immer noch

Er ist süchtig und gibt es zu. Inzwischen ist es wohl der Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt vom Rücktritt oder so ähnlich. Obwohl Jigga das Mikrophon an den Nagel hängen wollte, kann er’s nicht lassen, mal hier und da den ein oder anderen Track zu machen. Auf Memphis Bleek’s kommenden Album „534“ rappt er den Intro-Song „Dear Summer“, auf Foxy’s Album wird er drei Mal gefeatured und auch auf LL Cool J’s neuen Longplayer hat er einige Bars gespittet. Gegenüber MTV US meinte er grinsend: „Ich bin jetzt der neue Präsident von Def Jam und habe viel Verantwortung zu tragen, ich hab keinen Plan was jetzt passieren wird. Ich bin süchtig nach dem Mikrophon, ich versuche mich fernzuhalten, aber ich bin ein Junkie!“

The Outlawz – gleich mit zwei Alben

Nun wollen sie wirklich durchstarten. The Outlawz veröffentlichen am 19. April ihr neues Album „Outlawz 4 Life 2005 A.P.“ über 33rd Street Records. Der Longplayer enthält komplett neues Material von den Crew-Mitgliedern E.D.I., Kastro und Young Noble. Von Tupac Shakur wollen sie nun endlich loskommen: „It’s time for us to stand up on our own,“ meinte Noble. „Pac did enough for us. He gave us the blueprint. We’re talented and we don’t need to have Pac on the album. People want to hear some new Outlawz stuff and they want to hear us on their own.“

Produziert wurde der Longplayer von Focus (Aftermath), The Legendary Traxster, Dani Kartel und A.D. Future. Gäste-Rapper sind Khujo, Bun B, T.Q. und Stormy. Die erste Single ist der Track „Celebrate“ feat. TQ, den man sich auf der offiziellen Hompage downloaden kann.
Neben dem 17-Track starken Album „Outlawz 4 Life 2005 A.P.“ ist außerdem noch ein weiteres Projekt namens „Chapter 2 The Rebirth“ geplant. Letzteres soll im Sommer erscheinen.

Jeru the Damaja – Alles was ich tue ist inspiriert von Gott!

Jeru the Damaja! Dieser Name sollte jedem HipHop Konsumenten halbwegs ein Begriff sein. Er verkörpert Brooklyn wie kein anderer MC. Mit „Divine Design“ hat er mittlerweile bereits sein viertes Album veröffentlicht. Auch wenn die Meinungen bei diesem Album auseinander gehen, Jeru weiss wie man rockt! Das hat er in der Schützi in Olten am Ostermontag unter Beweis gestellt. Er hatte eine äusserst gute Performance abgeliefert. Für aightgenossen.ch gab er ein Interview. Jeru ist ein alter Hase in diesem Biz, seine Antworten kamen klar und prägnant, er redete nicht um den heissen Brei. Aber lest selbst.

Was ist das Konzept hinter „Divine Design“?
Das Konzept hinter diesem Album ist das Leben. Deswegen lautet der Titel „Divine Design“, weil Gott das Design kreiert hat, welches wiederum die Welt kreiert hat. Er ist sozusagen der universelle Architekt und ich bin quasi der Zimmermann des Architekten, das heisst alles was ich tue ist inspiriert von Gott. Denn alles was passiert, passiert aus irgendwelchen Gründen, es ist nicht einfach Zufall.


Inwiefern unterscheidet sich dieses Album und dein Style vom ersten Album?

Also grundsätzlich bin ich ja älter geworden, das heisst ich bin auf verschiedene Art und Weise grösser geworden. Ich bin immer noch der gleiche Jeru the Damaja, ich stehe immer noch für meine Prinzipien ein, aber mein Geist hat sich erweitert und ein Stück weit auch verändert.

Du bist auch weiser geworden.
Ich hoffe ich bin weiser geworden. Ich möchte das nicht über mich selber behaupten, aber ja ich hoffe schon das ich an Weisheit zugelegt habe.

Um auf die Produktion von „Divine Design“ sprechen zu kommen: Hast du alles auf dem Album produziert?
Ich habe als Co-Produzent fungiert, aber den Löwenanteil haben meine Jungs Edd Dantez und Sabor übernommen. Ich wollte mich mehr auf das Reimen konzentrieren.

Was sind deine favorisierten Tracks auf deinem Album?
(grinst) Jeder Track, wirklich jeder Track denn ich liebe mich selber und ich liebe Jeru the Damaja und ich liebe einfach HipHop. Mein Gefühl sagt mir das einfach alles gut klingt.

Auf „War“ gibt es diese zwei Lines: „like Ja-Rule bitin‘ my name, like MJ glowin‘ up in flames“. Zum ersten: Meinst du das ernst mit Ja Rule?
Weisst du, eine Menge Leute sind zu mir gekommen und haben gesagt: Hey Ja Rule. Das klingt wie Jeru und da habe ich diese Line da reingepackt. Und MJ (Michael Jackson) verglüht in den Flammen darum, weil er in einem Pepsi-Spot in Flammen aufgeht. Ich wollte einfach ein paar geistreiche, witzige Lines droppen.

Und zu Michael Jackson: Glaubst du er ist schuldig?
I think Michael Jackson is guilty as fuck!

Weil er ein Alien ist? (Während der Show hat er sich über MJ lustig gemacht, er sei vom Mars.)
Ja weil er vom Mars ist. (lacht)

Wie sieht es mit deinem eigenen Label „Ashenafi“ aus? Wirst du irgendwelche Künstler unter Vertrag nehmen?
Das weiss ich noch nicht, bin ich mir noch nicht sicher. Aber um vielleicht auf den Namen sprechen zu kommen, „Ashenafi“ ist ein Wort auf amharisch und bedeutet „Gewinner“. Amarisch ist die Amtssprache in Äthiopien und bedeutet wie gesagt Gewinner und Sieg und ich bin ein Gewinner und siegreich.

Ich habe gelesen du planst ein gemeinsames Projekt mit Lil‘ Dap. Ist da was dran?
Ja das stimmt. Ich werde etwas mit meinem Homie Lil‘ Dap auf die Beine stellen. Wir versuchen momentan gemeinsam etwas zu realisieren. „It’s gonna be the best shit you ever heard in your life!“

Meiner Meinung nach, bist du der Don Quichotte des Rap, der gegen die Windmühlen des Bling Bling kämpft. Wie schätzt du deine Wirkung auf solche Bling-Rapper und Zuhörer ein?
Ich würde sagen, manchmal hören die mich nicht, da habe ich keine Wirkung auf sie. Aber die meiste Zeit mach ich aufmerksam auf mich. Doch du musst wissen, ich mache dass nicht nur damit die Leute in der Gegenwart mich hören. Mein Hauptanliegen ist das die Leute in der Zukunft, wenn sie 30 oder 40 Jahre später HipHop hören, wissen was für Bullshit damals unterwegs war.


Du wurdest im 2004 erschienenen Buch „There Is a God On the Mic“ von Kool Moe Dee unter „50 Greatest Emcees“ aufgeführt. Was kannst du dazu sagen?

Kool Moe Dee ist eine Legende, wenn er nicht gewesen wäre, würde HipHop nicht so aussehen bzw. sich anhören wie heute. Und von ihm als einer der Besten MC’s genannt zu werden ist eine grossartige Sache, es ist eine Ehre. Ich habe Kool Moe Dee das erste Mal kennengelernt als er für sein Buch recherchiert hat, ich fühlte mich einfach riesig geehrt. I was blowin‘ away.

Wenn wir schon bei Auszeichnungen sind. Was hältst du von solchen Veranstaltungen wie den MTV Music Awards, speziell die Sparte HipHop?
Keine Ahnung, ich schaue kein MTV.

Vor zwei bis drei Monaten habe ich den Film „Return to the 36th Chambers of Shaolin“ gesehen. Du hast ja auch ein Faible für solche Filme. Welcher ist dein Lieblingsfilm dieser Art und warum?
Ich bin aufgewachsen mit diesen Filmen. Das sind bestimmt Millionen. Im Ernst, ich habe wirklich fast schon jeden Kung-Fu Film zu Hause und sie gefallen mir alle, denn sie haben alle eine Charakteristik die sie Speziell macht.


Was machst du selber für Kampfsport Arten, ich habe gelesen du machst Tae Kwon Do?

Wenn ich es dir sagen würde, müsste ich dich töten. Darum kann ich es dir nicht sagen, du musst einfach wissen ich bin gemein. (grinst).


Ich habe gelesen du planst einen Comic zu machen? Wie würde der aussehen?

Das wäre eine Mischung aus Martial Arts und den typischen Marvel Comics, quasi der Jeru Mix.

Du schreibst auch Scripts für Filme. Wärst du der nächste Martin Scorsese?
Ich werde der nächste Martin Scorsese sein, der nächste Spike Lee, wer auch immer.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Einfach nur leben, lieben. Gute Musik zu den Leuten bringen und jeder soll wissen, dass er selber sein soll.

Letzte Worte an die Schweizer Fans?
Seit einfach ihr selbst, kennt euch selbst, liebt euch selbst damit sich alles zu eurem Guten wendet. Denn am Ende eures Lebens, werdet ihr nur euch selbst sehen wenn ihr in den Spiegel schaut.

Max Herre – @ Riders Palace Laax am 12.3.2005

Kurz nach 21 Uhr sind wir nach einer mühsamen Fahrt durch einen Schneesturm im Riders Palace angekommen. Drinnen war es noch ruhig, sehr wenig Leute waren anwesend und auch die Stimmung lag dementsprechend noch nahe beim Nullpunkt. Mit der Zeit füllte sich die Halle und viele standen schon vor der Bühne und warteten auf die Show. Man liess sie aber noch eine ganze Weile warten…

Gegen 24 Uhr wurde das Publikum langsam ungeduldig, es tat sich ja immer wieder etwas auf der Bühne, Instrumente wurden installiert und getestet, aber es ging einfach nicht los. Wieso zum Teufel lässt man die Leute um 21.00 Uhr in einen Club um sie drei Stunden auf ein Konzert warten zu lassen? Dies ist mir wirklich ein Rätsel und solche Situationen sind verdammt Nerven raubend, dies musste mal gesagt werden.
Kurz nach Mitternacht war Maximi-Maxima-Maximax dann da. Mit ihm seine Band inklusive zwei Backgroundsänger. Nur der angekündigte Afrob fehlte, wurde aber von Max entschuldigt, weil er in Augsburg im Schneesturm stecken blieb. Sie legten gleich am Anfang mit „Erste Liebe“ und dem Freundeskreisklassiker „Esperanto“ richtig los. Max wechselte immer zwischen seinen aktuellen Songs und solchen aus der FK-Ära. Mich haben natürlich die zweitgenannten viel mehr geflasht, zum Beispiel „Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“ wobei ich mich fühlte wie back in `97.
Die Einlagen von seinen Backgroundsängern, vor allem das Solo von Selina, hatten auch sehr viel Klasse und das Publikum ging richtig ab. Nach etwa 90 Minuten verabschiedeten sie sich das erste Mal, wurden aber durch eine Laolawelle wieder zurück auf die Bühne geholt. Zum Abschluss stimmte Max dann noch „Wenn der Vorhang fällt“ an, was dann auch den letzten in der Masse zum mitspringen anregte und für viele ein nostalgischer, magischer Moment war. Kurz nach zwei Uhr verabschiedeten sie sich dann entgültig.
Auf dem Nachhauseweg im immer noch andauernden Schneesturm überkam mich das wohlige Gefühl, welches ich noch von früheren Freundeskreisauftritten kannte.

Phenomden – Album „Fang Ah“ ab 11. April erhältlich!

Die boomende einheimische Reggaeszene erhält mit dem am 11. April erscheinenden Album „Fang Ah“ erstmals eine authentische Stimme: PHENOMDEN ist der erste Schweizer Mundart Sing-Jay – was übrigens so viel heisst wie rappender Sänger beziehungsweise singender Rapper. Produziert wurde das Album u.a. von Silly Walks, Pow Pow Movement, Ganglords, Scrucialists, Kingstone (Basslabor), Teka (Rootdown), Marco Baresi & Pionear (Germaican Records), Townnet Crew, Uptone und Ire Hi-Fi!!! Snippets und ein ganzer Track (Gueti Musig) könnt ihr jetzt schon reinziehen. Vorbestellen kann man das Album ab sofort bei www.hiphopstore.ch!

Tracklist & Snippets:
1. Jetzt isch Ziit || 2. Nume Drum || 3. Ha de Sound || 4. Wänn lärnemer || 5. Wiedike || 6. Sunshine || 7. Gueti Musig || 8. Gfange || 9. Cha nüt Defür || 10. Dschungel || 11. Energia (mit Don Rico) ||
12. A jedäm Tag || 13. Fang Ah

Busta Rhymes – und Kanye West verdienen bei McDonalds?!

Auch der weltgrösste Fastfood Konzern riecht langsam das dicke Geld im HipHop Biz. Berichten zufolge will McDonalds nämlich jetzt auch auf den HipHop Zug aufspringen und MCs dafür bezahlen, wenn sie in ihren Texten den Namen „Big Mac“ integrieren. Vorab-Cash solls jedoch nicht geben, aber jedes Mal, wenn ein Radio- oder TV Sender den Song ausstrahlt, regnets Dollars!
Und nach ersten Berichten soll die Kampagne auch schon auf offene Ohren gestossen sein, denn nicht einmal 24 Stunden später zeigen die ersten Rapper Interesse an der Sache. Busta Rhymes und Kanye West erklärten sich sofort dazu bereit und schreiben bereits an fleischigen Doppeldecker Rhymes. Mmmmmhhhhh, Fein!