RZA – Ich suche nach anderen Medien, um die Balance in HipHop zurückzubringen

„8 Diagrams“ hätte die grosse Rückkehr des Wu-Tang Clans werden sollen. Doch die Platte wurde zum Beweis dafür, dass Beef nicht immer für hohe Verkaufszahlen garantiert und dass der Clan nicht mehr in der Lage ist, an alte Grosstaten anzuknöpfen. Wie wenig harmonisch es momentan bei der einstigen Supergruppe zu und her geht konnte man auch bei der Live Show in Frauenfeld feststellen. Kurz vor der Veröffentlichung von „8 Diagrams“ hatte ich die Möglichkeit ein sehr interessantes und ausführliches Gespräch mit Wu-Tang Vorsteher RZA zu führen, bei welchem er in aller Deutlichkeit zu den Problemen mit Ghostface und besonders Raekwon Stellung nahm (da ich einige Male auf dieses Interview Bezug nehme, ist es vielleicht sinnvoll dieses zuerst hier nachzulesen). Natürlich wollte ich nun wissen, was in der Zwischenzeit geschah und wie RZA selbst die Situation des Clans einschätzt. Kurz vor dem Konzert hatte ich die Möglichkeit meine Fragen an den wiederum sehr interessanten Gesprächspartner zu richten. Eins ist sicher: es wäre kein Wunder wenn man Clan ein letztes Mal gemeinsam auf der Bühne erlebt hätte.

Wir hatten ein Telefoninterview, kurz bevor „8 Diagrams“ erschien. Wir sprachen damals über die internen Probleme des Clans. Wie ist es nun, wenn ihr zusammen auf Tour seid?
Ich weiss es nicht genau. Wir sind auf Tour und die Konzerte waren alle gut bis anhin. Wenn wir auf der Bühne sind, verfliegt all die Negativität. Aber es ist schwer zu sagen, was wirklich echt ist und was nicht. Ich kann nur für mich selber sprechen, aber wir sind nur hier aus zwei Gründen. First because Wu-Tang is forever und zweitens, weil die Leute kommen, um uns zu sehen. Ich bin hier, um den Leuten zu geben, was sie möchten. Aber du müsstest jeden der Mitglieder einzeln fragen, wieso er hier ist.

Du hast damals auch gesagt, dass ihr mit dem neuen Clan Album eine Balance im HipHop herstellen wolltet. Denkst du, dass ihr dieses Ziel erreicht habt?
Nein, wir haben dieses Ziel verfehlt. Wir wären eigentlich auf dem richtigen Weg gewesen und hätten es erreichen können, doch wir haben den Grund aus den Augen verloren. Wir hätten die Balance in den HipHop zurückbringen können, aber wir haben uns selber in den Fuss geschossen, um ehrlich mit dir zu sein. Es geht nicht um die Musik und das Talent, denn niemand im HipHop bringt das Talent des Wu-Tang Clans mit. Wir haben die besten MCs, den besten Producer und die besten Konzepte. Aber wir haben aufgehört, dies wahrzunehmen und uns nicht mehr geschätzt für das, was wir sind. Als ich „8 Diagrams“ gemacht habe, merkte ich, dass ich mir ihre Lyrics seit Jahren nicht mehr angehört habe, weil es mich nicht mehr interessiert hatte. Dieses fehlende Interesse ist, was uns verletzt hat. Aber als ich „8 Diagrams“ gemacht habe, kam bei mir das Interesse wieder zurück. Mein Plan war es, „8 Diagrams“ zu machen und darauf gleich ein weiteres Album, wieso nicht. Denn wir haben uns wieder kennengelernt und wieder begonnen, zusammen zu viben. Doch kaum hatten wir das Album aufgenommen, war die ganze Truppe wieder zerstreut. Jeder einzelne hat sein Soloalbum, das bald erscheinen soll und jeder interessiert sich nur für seine eigene Person. Auch ich habe mein neues Album „Digi Snacks“ und soweit ich weiss, arbeiten alle anderen an neuen Alben. Von Cappadonna kommt ein Album, U-God ist dran, Deck auch, von Ghostface kommt etwas Neues und Method Man kommt wieder mit Redman. Aber wirklich genau weiss dies keiner von dem anderen, weil wir uns nicht mehr für einander interessieren.

Du denkst also, der Clan hätte nur als wirkliche Einheit wieder diese Balance herstellen können?
Es wäre zumindest einfacher. Ich weiss, dass ich alleine sehr viel Power habe, auf der anderen Seite wird HipHop immer jünger und jünger. Die Industrie wird immer kleiner und es ist immer weniger Geld vorhanden. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Balance durch ein anderes Medium kommen muss und aus diesem Grund bin ich auch sehr zufrieden mit meiner Filmkarriere und der Arbeit als Regisseur und Drehbuchautor. Genau so, wie ich HipHop-Alben gemacht habe, nämlich auf eine neue Art, will ich nun einen HipHop-Film machen. Bei der Filmindustrie geht es weiter bergauf, während die Musikindustrie stetig sinkt. Deshalb widme ich mich lieber diesem Genre. Filme können Leute auch sehr inspirieren. Nimm z.B. „Flashdance“ oder „Beat Street“, die haben viel mehr Leute inspiriert als irgendein einzelnes Album. Ich suche nach anderen Medien, um die Balance in HipHop zurückzubringen.

In unserem Interview sagtest du damals, dass die Fans selber entscheiden können ob es ein weiteres Wu-Tang Album gibt oder nicht. Wenn sie es kaufen geht es weiter, ansonsten nicht. Du klingst nun nicht sonderlich zufrieden, können wir also davon ausgehen, dass es kein weiteres Wu-Tang Album mit RZA geben wird?
Lass es mich so sagen: ich will nicht mehr hinter dem Business stehen, ich werde meinen Namen unter keinen Vertrag mehr setzen für den Wu-Tang Clan. Denn es ist mein Name, der dann schlecht dasteht. Wie gesagt ist die Industrie klein geworden, alles gehört Universal, sowohl die Musik wie auch Filme. Wenn du heutzutage einen Vertrag unterschreibst und sie einige Millionen in dich investieren und diese dann nicht zurückerhalten, gehst du ein Risiko ein. Dieses Risiko nehme ich nicht mehr auf mich, ich habe jetzt schon Schulden bei denen. Kein anderer des Clans hat Schulden, denn sie mussten nichts unterschreiben. Das ist der Grund, wieso ich enttäuscht darüber bin, was mit „8 Diagrams“ passiert ist. Musikalisch bin ich nicht unzufrieden, aber wie wir es vermarktet haben. Wir haben die Scheibe nicht unterstützt, sondern uns sogar noch dagegen ausgesprochen. Auf der Website von Miss Info gab es dieses Video-Interview mit Raekwon zu sehen (Anm. der Red.: Raekwon spricht darin sehr schlecht über RZA und das Wu-Tang Album). In rund 10 Tagen wurde es mehr als 130’000 mal angeschaut. Für mich sind dies 130’000 verkaufte Alben, die wir verloren haben. Einige Leute haben es trotzdem gekauft und insgesamt haben wir wohl rund 300’000 verkauft. That doesn’t cut he cake.

Sprechen wir über deine Solo-Aktivitäten. Du hast soeben das Album „Digi Snacks“ veröffentlicht und nennst es das meistfokussierte Bobby Digital Album. Was macht es das meistfokussierte Album der Trilogie?
Ich war fokussiert (lacht). Als ich die ersten beiden Bobby Digital Alben gemacht habe, war ich einfach high, habe sporadisch etwas gemacht, wenn ich gerade Lust hatte. Wenn du z.B. das erste Bobby Digital Album anhörst, ist es schwierig, mich zu verstehen, da die Worte so schnell kommen. Auf „Digi Snacks“ ist es klar und deutlich, damit du jedes Wort verstehen kannst. Bei dem neuen Album bin ich so vorgegangen, dass ich es zuerst Demo mässig aufgenommen habe. Dann nahm ich es erneut auf, habe dann die Arbeit für einen Monat abgebrochen und schlussendlich nochmals aufgenommen. I made it right because I was focused. Zweitens hat man manchmal ein grosses Ego beim Musik machen und man denkt, dass die Leute es sowieso mögen werden. Ich wusste, dass es ein gutes Album ist, das den Test der Zeit überstehen wird wie ein Marvin Gaye Album. Denn für mich ist es ein richtiges Album, nicht bloss ein HipHop-Album. Es fühlt sich für mich so an, dass „Digi Snacks“ auch ein gutes Album ist, wenn es vor zehn Jahren oder erst in zehn Jahren erschienen wäre. Sachen von Blue Note, Marvin Gaye oder Otis Redding findest du heute noch in jedem Musikgeschäft, so ordne ich auch „Digi Snacks“ ein. Alles was ich von nun an mache, wird nicht nur für die Gegenwart sein. Man kann auch drei Jahre warten und es sich erst dann kaufen gehen. Wu-Tang war auch mal so, einige der Alben, die wir gemacht haben, sind zeitlos, „Digi Snacks“ ist eines davon. Gestern habe ich mit einem Wu-Tang Fan gesprochen, einem fanatischen Fan, schon fast gefährlich. Er musste anerkennen, dass mein neues Album das beste Wu-Album der letzten fünf bis sechs Jahre ist.

Du hast zuvor schon angedeutet, dass du viel mehr Geld mit Filmen – oder wenn du für die Werbung arbeitest – verdienen kannst. Nun hast du innert kürzester Zeit drei Alben gemacht, mit Wu-Tang, Solo sowie das AChozen Album. Was ist der Grund für diesen grossen musikalischen Output?
Ich habe mehr Geld an einem Tag auf meiner Tour verdient als ich für die gesamte Tour mit dem Clan verdiene. Aber ich bin hier für die Sache. Ich mache Musik nicht des Geldes wegen, z.B. habe ich keinen Dollar verdient, während wir das AChozen Album gemacht haben, es hat mich sogar Geld gekostet. Es wird ein sehr spezielles Album werden, das den Leuten helfen wird. Ich habe das Album mit Shavo von System of a Down gemacht. Er ist Armenier und der Genozid an seinem Volk wurde von der Welt vertuscht. Die Türkei hat diesen Völkermord nie anerkannt. Ich habe seine Eltern getroffen und sie haben mir die Geschichte ihrer Familie erzählt und wie viele Menschen sie verloren haben und nie wieder sehen können. Sie mussten fliehen und kamen nach Amerika, damit ihr Sohn eines Tages ein besseres Leben haben kann. Ich habe diese Geschichten gehört und auch Bücher darüber gelesen, Shavo und ich wurden Freunde, eigentlich sogar Brüder, mit der Zeit. Wir haben ein Album, das darauf basiert, die Seelen der Leute aufzuwecken. Leute fragen mich immer, wann ich endlich „The Cure“ machen werde. Dieses Album ist am nächsten dran.

Stichwort „The Cure“. Dieses Album ist ja sogar noch länger angekündet als „Detox“ von Dr. Dre. Wird es tatsächlich noch erscheinen?
Ja es wird kommen. I’ll close the book with that one.

Soll heissen, du wirst danach deine MC Karriere beenden?
Genau. Danach werd ich meine Filme machen und vielleicht hie und da nochmals zum Mic greifen aber ich werde nicht mehr jeden Morgen als MC aufwachen. Das traurige daran ist eigentlich, dass ich noch Bücher voll mit Lyrics habe. Die meisten Lyrics, welche die Welt von mir gehört hat, habe ich während Produktionen eines Albums geschrieben. Aber ich habe sehr viele Lyrics geschrieben als ich inspiriert war, aber gerade kein Budget zur Verfügung stand. Ich habe keine Ahnung, was mit diesen Texten geschehen wird. Vielleicht wird sie nie jemand hören oder mein Sohn wird sie verwenden. Vielleicht wird eines Tages jemand daraus Songs machen oder sie werden als Buch erscheinen.

Wir müssen das Interview nun leider beenden, da du auf die Bühne musst. Vielen Dank für das Gespräch.

Common – Auf die Bühne zu gehen ist das beste Gefühl

Mit „Be“ und „Finding Forever“ hat Common bewiesen, dass seine Relevanz auch im neuen Jahrtausend ungebrochen ist. Wer befürchtete, dass der Sohn Chicagos wegen seiner immer besser anlaufenden Filmkarriere das Interesse an der Musik verliert, wurde spätestens mit dem fantastischen Konzert in Frauenfeld eines besseren belehrt. Die an die Kombination Common und Kanye gewohnten Hörer müssen nun aber umdenken, denn auf dem im September erscheinenden Album „Invincible Summer“ wird Mr. West gänzlich fehlen. Dafür hat sich Common die Neptunes und Mr. DJ ins Studio geholt, die ersten beiden Songs die man bisher hören konnte gehen in eine deutlich andere musikalische Richtung. Es gäbe also viel zu besprechen mit Common. Doch leider war die Interviewzeit vor dem Gig in Frauenfeld knapp bemessen und seine Stimme musste zusätzlich geschont werden, so dass sich am Schluss ein halbes Dutzend Journalisten in Common’s Container quetschten von denen jeder dann nur einen Bruchteil der vorbereiten Fragen stellen konnte.

Du unterstützt Barack Obama. Denkst du, dass er die Veränderungen in der US-Politik bringen kann?
Ich glaube definitiv, dass Barack Obama die Person ist, die eine Veränderung bewirken kann, da er wirklich das Beste für alle Leute will. Ich glaube mit ihm würde eine Energie in das Weisse Haus einziehen, welche eine Veränderung im Land wie auch auf der ganzen Welt herbeiführen könnte.

Du spielst einige Festivals hier ein Europa und du scheinst deinen Spass zu haben. Wo siehst du den grössten Unterschied zwischen der Crowd in den USA und hier in Europa?
Es macht sehr viel Spass, die Festivals zu spielen mit einem lebendigen Publikum, das offen ist. Es ist immer gut, nach Europa zu kommen, denn die Leute hier rocken einfach und wollen ihren Spass haben. Der Unterschied zu den USA liegt wohl darin, dass die Leute offen sind für verschiedene Musikrichtungen. Ich bin immer sehr fasziniert, wenn ich die Radiostationen hier höre. Man hört bei derselben Station verschiedene Genres, die gespielt werden. Dies kreiert eine Situation, bei welcher die Leute für alle möglichen Musikstile offen sind und nicht immer nur in Schubladen denken. In den USA ist dieses Denken mehr vorhanden, da alles separiert wird. Die Leute in Europa schätzen es, die Möglichkeit zu haben, mich am selben Festival wie The Hives zu sehen. In den USA wäre dies oftmals nicht möglich, dass ich und The Hives für dasselbe Publikum spielen.

In deiner Show hast du einige Songs eingebaut, welche nicht von dir selber stammen. Was ist die Bedeutung dahinter?
Es ist wie ein Tribut, um die Musik zu ehren, die vor mir kam und gleichzeitig diese Zeit mit dem Publikum zu teilen, damit sie sich daran erinnern und es geniessen. Es ist fast, als ob ich ein DJ an einer Party wäre. Ich will einfach, dass die Leute dazu abgehen und ich die Party am Leben erhalten kann.

Du hast einen Song mit der deutschen Sängerin Joy Denalane gemacht. Wie kam es zu dieser Kollaboration?
Ein guter Freund von mir, der schon mit diversen internationalen Acts arbeitete, hat Joy Denalane connected. Ich habe mir ihre Musik angehört und sofort gemerkt, dass sie talentiert ist. Ich war sofort dafür zu haben mit ihr zu performen. Schlussendlich kam es dazu, dass sie auf einem meiner Songs zu hören ist. Ich habe zwar versucht einen Song für sie zu machen, aber ich hatte viel um die Ohren zu dieser Zeit, so dass es nicht gereicht hat. Aber ich bin sehr froh, dass es zu dieser Zusammenarbeit kam.

Du solltest auf der „Duck Season 3“ von DJ Babu sein. Nun hat er uns kürzlich gesagt, dass du vielleicht doch nicht dabei sein wirst. Wieso?
Wir haben schon lange nicht mehr miteinander geredet. Eigentlich hatten wir darüber gesprochen einen Song zu machen, was ich auch vorhatte. Nun haben wir uns aber rund sechs Monate nicht mehr gehört, so dass bislang auch kein Track entstand.

Er meinte er wolle dich nicht damit nerven.
(lacht) Er wird mir sicher nicht auf die Nerven gehen, ich habe Respekt für ihn. Wenn es gute Musik ist und ich den Künstler mag, bin ich immer bereit für eine Zusammenarbeit. Natürlich ist dies manchmal auch eine Zeitfrage. Aber wenn ich einen Song nicht mag, werde ich nicht darauf zu hören sein, auch wenn du mein Cousin bist. Ich muss den Song fühlen, damit ich mein Bestes geben kann.

Bist du eigentlich noch nervös wenn du auf die Bühne gehst?
Nicht mehr so nervös wie ich es früher war. Ich tue dies schon eine lange Zeit und liebe es auch immer noch. Diese gewisse Nervosität die noch da ist, zeigt mir, dass es dies ist, was ich machen will. Ich mache dies mit Leidenschaft und will darin gut sein. Es ist also eine positive Nervosität, ich bin nicht verängstigt, denn ich weiss, dass ich überall rocken kann.

Wie viel ist denn bei einer Show improvisiert?
Es ist immer einiges improvisiert während meinen Shows, ich mache z.B. immer Freestyles. Natürlich wissen wir, welche Songs wir spielen, aber vieles passiert spontan aus dem Moment heraus. Das ist auch das schöne daran, eine Live-Band und einen wirklich guten DJ zu haben. I’m a live MC.

Selbst bei dir wird aber wohl bei einer Show mal etwas schief gehen. Was war so ein Missgeschick?
Ich war mal mit De La Soul, Biz Markie, Talib Kweli und Pharoahe Monch auf Spitkickers Tour. Wir hatten alle Wasserpistolen auf der Bühne und als ich über die Bühne gerannt bin rutschte ich aus, viel hin und hab meinen Kopf angeschlagen. Es war zwar peinlich, aber manchmal ist es halt so, man fällt hin und steht wieder auf.

Du bist auch vermehrt in Filmen zu sehen. Was ziehst du vor, die Musik oder das Filmemachen?
Ich geniesse es beides machen zu können. In letzter Zeit habe ich das Filmemachen schon sehr genossen, weil vieles auch noch neu für mich ist. Ich freue mich sehr darauf weitere Filme zu drehen. Aber das beste Gefühl ist es immer noch auf die Bühne zu gehen.

Lass uns über dein neues Album sprechen. Du hast nun über zwei Alben intensiv mit Kanye West gearbeitet, welcher nun bei dem neuen Album nicht dabei sein wird. Was kannst du uns über die neue Scheibe verraten?
Man will sich jedes Mal entwickeln und einen Schritt nach vorne machen. Ich wollte etwas machen, dass neu klingt und eine gute Energie hat, welche die Leute geniessen können. Ich war viel in England auf Tour mit Kanye und wir gingen zu Afterparties, bei welchen ich die Leute beobachten konnte, wie sie die Musik im Club geniessen. Das hat mich dazu gebracht Songs zu machen, zu denen die Leute sich bewegen können. Ich denke die Neptunes sind grossartige Produzenten und ich bin gesegnet, dass ich mich mit ihnen arbeiten kann. Ebenso mit Mr. DJ, der viel für Outkast als Teil des Earthtone III Produktionsteams gemacht hat. Sie haben z.B. „Ms. Jackson“ produziert. Ich wollte einfach Musik erschaffen, bei welcher sich die Leute gut fühlen und sich gehen lassen können. Deshalb habe ich das Album „Invincible Summer“ (unbesiegbarer Sommer) genannt, denn darum geht es. Man soll einfach geniessen und der Sommer ist die Zeit, wo man sich von vielem befreit. Die Musik sollte eine Befreiung sein und einem wegnehmen von all den Problemen und dem Struggle. Ich habe mich auf die fröhlichen Sachen konzentriert und das ist die Entwicklung, die man auf dieser Scheibe zu hören bekommt. Das ist er Punkt an dem ich mich im Moment befinde. Wenn ich nächstes Jahr mit einem Album komme, werde ich vielleicht wieder etwas ganz anderes machen.

Auf dem Song „I Used To Love H.E.R.“ rappst du über eine Frau, die eigentlich HipHop ist, und wie sich verändert. Eigentlich wäre es doch Zeit für ein Update, denn sie hat sich wieder sehr verändert!
(lacht) Oh ja, sie hat sich sehr verändert. Aber ich habe schon so oft über HipHop geredet, dass ich dies eigentlich nicht mehr tun möchte. Mittlerweile kreiere ich nur noch die Musik, welche ich selber hören möchte. Es interessiert mich nicht, was die anderen machen.

Es gab Gerüchte, dass du und Q-Tip ein Album machen werdet?
Wir werden als The Standard ein Album aufnehmen. Es wird einfach noch Zeit brauchen, da wir beide an unseren Soloprojekten arbeiten. Doch wenn die Zeit gekommen ist werden wir etwas zusammen kreieren – just a meeting of the minds. Wir sind einfach zwei Künstler die es lieben Musik zu machen und sich gegenseitig respektieren. Es ist als ob zwei Jazz Künstler zusammenkommen würden um ein Album zu erschaffen. Wir wollen einfach unseren Spass haben und ehrlich sein.

Ich habe mal von einem Album namens „The Believer“ gelesen, wird dies auch noch erscheinen?
Dies ist das Album, welches ich eigentlich vor „Invincible Summer“ machen wollte, doch dann hat es sich einfach anders ergeben.

„Invincible Summer“ war eigentlich nur als EP geplant, oder?
Richtig, doch dann kamen immer mehr Songs dazu und ich entschied mich, ein gutes 10-Song-Album zu machen, was es nun auch geworden ist. „The Believer“ wird ebenfalls kommen, holt euch aber zuerst im September „Invincible Summer“.

Dr. Dre – Release noch dieses Jahr?

Ok, diesen Headline gab es schon einige Male und selber daran glauben tun wir auch nicht, aber irgendwie keimt dennoch immer wieder ein kleines bisschen Hoffnung auf!
Seit fast einem Jahrzehnt warten die Fans auf der ganzen Welt auf sein drittes Album. Nun ist es möglicherweise bald soweit, Dr. Dre selber zieht sogar schon ein Release seines heiss ersehnten „Detox“ Ende des Jahres in Erwägung!

Nach dem erfolgreichen Klassikeralbum „2001“ machte Andre Young aka Dr. Dre 2002 dann zum ersten mal Andeutungen über ein Nachfolgeralbum.

Man wartete und wartete; zwischenzeitlich entstand sogar ein richtiger Mythos um „Detox“, wie das dritte Album heissen sollte. Manche verloren irgendwann gar schon den Glauben daran, dass es überhaupt jemals ein neues Dr. Dre Album geben würde.

Endlich aber gewährt der Mentor von Snoop Dogg und Eminem den endlosen Spekulationen Einhalt und gibt sogar einige Infos zum sagenumwobenen Projekt preis:
Eine neue Crew von Musikern sei schon aufgestellt und die Beats würden stark von einem Live-Schlagzeug gesteuert sein, ausserdem hätte er …

… „etwas komplett Neues mit den Drums am Laufen, das ist unglaublich, und wir sind immer noch dabei, das weiterzuentwickeln.“

Wenn alles glatt liefe, dann strebe er ein Release über Aftermath/Interscope mit Features von u.a. Lil Wayne, Nas und Jay-Z schon im November oder Dezember an.

Wem jetzt schon der Geduldsfaden reisst, der sei aber vorgewarnt, denn nach eigenen Aussagen wird Dr. Dre sich für das nächste Album dann noch mehr Zeit nehmen. Na dann, frohes Warten!

Barack Obama – vs. Ludacris: Polit-Battle

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hat sich von einem Song des Rappers Ludacris distanziert, der ihn ausdrücklich unterstützt. In dem Song werden Amtsinhaber Bush als „geistig behindert“, Hillary Clinton als „irrelevant“ und John McCain als beinahe schon tot charakterisiert.

Der Inhalt von „Politics As Usual“ sei überaus beleidigend, erklärte Obamas Wahlkampfsprecher Bill Burton. „Als talentierte Person sollte sich Ludacris für diesen Liedtext schämen“, schrieb Burton am Mittwoch in einer e-Mail. In dem Song heisst es unter anderem, US-Präsident George W. Bush sei geistig behindert. Auch Obamas ehemalige innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton und der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain werden angegriffen. Ausserdem fordert der Rapper Schwarze auf, zur Wahl zu gehen. „Die Welt ist bereit für Wechsel, weil Obama da ist“, heisst es mehrfach.

Ice Cube – Alle Infos zu „Raw Footage“

Ice Cube, der vor drei Wochen seine Live-Qualitäten auch in Frauenfeld bewies, droppt am 19.August über Lench Mob Records sein neuestes „Raw Footage“. Der Longplayer ist bereits das achte Solo-Album des ehemaligen N.W.A.-Members.

Für die Beats zeigen sich unter anderem Maestro und Da Beatsmith verantwortlich, Gäste in der Booth waren Young Jeezy, Dough Boy, The Game, WC und Musiq Soulchild. Erste Single nach dem Streettrack „Gangsta Rap Made Me Do It“ ist der Song „Do Ya Thang“. Für einen kleinen Vorgeschmack kann man sich hier den offiziellen Album-Sampler downloaden.

Snoop Dogg – goes Bollywood

Die kalifornische Rap-Legende Snoop Dogg weitet seine globalen Aktivitäten unaufhaltsam aus. Nachdem man ihn jüngst als Roy-Black-Verschnitt im Werbespot eines deutschen Mobilfunkanbieters bewundern konnte, leistet er nun seinen Beitrag zum indischen Kulturgut.

Snoop wird den Titeltrack zum Bollywood-Film „Singh is King“ beisteuern, welcher eine Mischung aus Hip-Hop und Bhangra, einer indischen Kunstform bestehend aus Tanz und Gesang, darstellen wird. Der Interpret selbst kommentiert die Kollaboration wie folgt:

„Eine Menge Hip-Hop-Lieder haben indische Musik gesampelt, und eine Menge ihrer Musik klingt, als wäre sie von Hip-Hop beeinflusst worden. Wir schaffen hier etwas richtig Großes.“

Während er sich dabei musikalisch und modisch neu definiert, widmet er sich inhaltlich gewohnten Thematiken. So werden diverse italienische Sportwagen und indische Schönheiten besungen.

Besagtes Projekt soll nach eigener Aussage jedoch nicht Snoop’s einziges Lebenszeichen auf dem indischen Unterhaltungsmarkt bleiben. Der Boss Dogg hat Großes vor.

„Ich komme, um Bollywood zu übernehmen. Ich hatte nie die Möglichkeit, hier rüberzukommen und Shows für euch zu spielen, aber das werde ich jetzt tun. Das ist erst der Anfang.“

Das Engagement des Kaliforniers erstaunt umso mehr, da Hip-Hop bisher weitaus weniger Ansehen in der indischen Bevölkerung besaß als andere Musikgenres.

„Singh is King“ wird nächsten Monat Premiere feiern, der Titeltrack rotiert derweil schon auf Radiostationen in ganz Indien.

Ein Making Of zum Videodreh in Chicago kann hier angesehen werden.

Young Jeezy – „The Recession“ kommt im September

Def Jam hat in einem neuen Presse-Statement das neue Young Jeezy Album für den 2.September (US-VÖ) angekündigt. Der dritte Solo-Longplayer des ATL-Rappers trägt den Titel „The Recession“ und erscheint über CTE/Def Jam Records.

Weitere Infos wie Features und Produzenten des Nachfolger zum Platin-Album „The Inspiration“ werden in den nächsten Wochen auf www.USDA2day.com bekanntgegen. Erste Single ist der Track „Put on“ feat. Kanye West. Seit gestern ist auch der offizielle Remix mit Jay-Z im Netzt aufgetaucht.

Prinz Pi – „Neopunk“ im Oktober über Universal

Universal Music scheint wieder Geschmack an deutscher Rapmusik gefunden zu haben. Nachdem Ende letzten Jahres eine Zusammenarbeit mit Aggro Berlin beschlossen wurde, wird nun das kommende Prinz PI Album „Neopunk“ am 04.10. über das Major Label veröffentlicht. Laut Aussage des Labels No Peanuts bleiben die Booking und Merchandise Rechte am Künstler Prinz PI allerdings beim Hauslabel No Peanuts. „Neopunk“ wurde mit Option auf weitere Alben an Universal weiterlinzensiert.

Alles ist neu, alles bleibt alt. Paradox oder? Ist aber so. NEOPUNK wird von NO PEANUTS in Zusammenarbeit mit URBAN/UNIVERSAL veröffentlicht. Das bedeutet, dass wir jetzt endlich mal ein paar aufwendigere Videos drehen können und das Team um einige Spitzenkräfte aufgestockt wurde. Wir haben jetzt also so etwas wie das Dreamteam. Und alle tanzen um PRINZ PI herum. Los geht´s.

Nike – Sportswear Kollektion Herbst 08

Die Nike Sportswear Herbstkollektion hat es wieder mal in sich. Inspiriert von dem Eröffnungsdatum 08.08.08 der olympischen Spiele in Beijing (China) haben die Designer unter anderem ein Oktogan kreiert, welches sich als Stilelement durch die ganze Kollektion zieht.

Nike hat dafür folgende acht Modelle erkoren, welche die Produktpalette bilden: Air Force 1, Air Max 90, Cortez, Dunk, AW 77 Hoody, the Nike Dunk, Eugene Track Jacket und das NSW Tee. Bei den sogenannten acht Nike-Ikonen wird urbanes Design mit neuster Technologie aus dem Sportbereich kombiniert. Die Suche nach der Innovation, welche sowohl vom Leistungsanspruch als auch von der kulturellen Perspektive geprägt ist, ist durch die ganze Kollektion deutlich zu spüren.

Der Air Max 90 Current ist wahrscheinlich das beste Beispiel für die Philosophie dieser Kollektion. Basierend auf dem ursprünglichen Air Max 90 wurde der Schuh durch die Kreuzung mit der vorderen Fußsohle des Air Current und der Nike Free Technologie leichter, komfortabler und stabiler, was die Flexibilität und Griffigkeit um ein mehrfaches verbessert.

Sowohl der Air Max 90 Flywire als auch der der Windrunner sind mit einem Material namens „Flywire“ verarbeitet. „Flywire“ ist ein extrem hochwertiges Material – dünn wie Papier – besteht aus einem japanischen Nylon und ist eine der neusten revolutionären Entwicklungen von Nike.

Die Eugene Track Jackets sind den Landesflaggen gewidmet und den Dunk gibt es beispielsweise in den fünf Farben der Ringe des Olympischen Symbols oder ganz schlicht in schwarz mit dem bereits erwähnten Oktagon Signet.

Beim legendärsten und wohl meistverkauften Basketball Sneaker aller Zeiten, dem Air Force 1, wurde unter anderem auch das Vogelnestartige Muster des Pekinger Nationalstadions miteinbezogen, welches im übrigen von den Schweizer Architekten „Herzog & de Meuron“ entworfen wurde.

Der 1967 geborene Cortez erhielt vor allem ein Komfortupdate im Fussbett; das Design ist und bleibt immer noch simpel, klassisch und zeitlos!

Basierend auf den acht grössten Klassikern der letzten 36 Jahre Nike Geschichte präsentiert Nike eine Kollektion, die nebst zeitgemässem Design voll gespickt ist mit technischen Neuheiten, welche für Modefetischisten und Sport Nerds gleichermassen von Interesse sein dürften.

Nike hat immer wieder mit legendären Kollektionen ganze Generationen geprägt. Deshalb möchten wir die drei bedeutensden Nike Sneakers vorstellen, die der Hip Hop Kultur den Stempel aufgedrückt haben:

Der Air Force 1 wurde 1982 auf den Markt gebracht und vor allem als Streetstyle-Schuh in der Hip-Hop Szene bekannt. Er war der erste Basketballschuh, welcher die Nike Air Technologie beinhaltete. Erst gab des den AF1 nur in schwarz und weiss, hoch und tief. Nach einer ersten Welle wurde der Schuh 1984 letztendlich in unzählig verschiedenen Farbdesigns erhältlich und ist bis heute einer der meistverkauften Sneakers überhaupt.

Der Air Max 90 entsteht aus einer Serie von Laufschuhen, die im Jahr 1987 ihren Lauf nahm. Auch dieser Schuh erlangte in der Hip-Hop Szene sehr schnell Kultstatus und zählt heutzutage zu einem modischen Trendschuh im oberen Preissegment.

Der Dunk wurde 1985 erstmals von acht College Basketballteams getragen und qar Teil ihrer Uniformen. Weiters wurde der Schuh im gleichen Jahr nicht unbedeutender Nebendarsteller im Film „Back to the Future II“. 23 Jahre später ist der Dunk sowohl ein Basketball als auch ein Skate und Vintage Sneaker welcher sich in der ganzen urbanen Szene mehr als nur etabliert hat.

Nas – mit 620 127 Petitionen vor Fox News

Nas kooperierte mit den Schwarzenrechtler-Organisationen ColorOfChange.org sowie MoveOn.org und bezog am Nachmittag besagten Tages mit 620 127 staatenweit gesammelten Petitionen Stellung vor dem Fox-News-Network in New York. Inhaltlich kritisiert das Schriftstück die Attacken des Senders gegen den farbigen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle während seiner Nachrichten-Sendungen.

In diesen verglich ein Kritiker Obama mit Terroristenführer Osama bin Laden und fügte scherzhaft an, dass beide ermordet werden sollten.
Des Weiteren veröffentlichte der Sender demütigende Karikaturen von Michelle Obama und Moderator Bill O’Reilly liess verlauten, dass er eine „lynching party“ ins Auge fasse, um sich dieser zu entledigen.

James Rucker, Executive Director von ColorOfChange.org, äusserste sich wie folgt zu den rassistischen Anfeindungen:

„When Fox talks about lynching the woman who may soon be our first lady and then refers to this wife and mother as a ‚baby mama, they are maligning not only the Obamas, but black women and black people across this country.“

Vor einer kleinen Anhängerschaft verurteilte er nochmals die rassistischen Beitragsinhalte des Senders und forderte zudem einen der zentralen Protagonisten der Anfeindungen, Bill o’Reilly, auf, sich der Menge zu stellen und seinen Mann zu stehen.

„Stop standing behind a desk and dictating this BS to the public. Come outside with the people and let’s see what kind of man you are.“

Das Nachrichtennetzwerk selbst verweigerte wie erwartet die Annahme der Schriftstücke. Lediglich Stephen Colbert, Moderator von Comedy Central’s „Colbert Report“, setzte sich auf seine Art und Weise mit der Protestaktion auseinander.

Hier kann die Ansprache von Nas angesehen und eine eigene Meinung bezüglich der Vorkommnisse gebildet werden.