Phenomden – Ich mache positive Musik!

Int. Rap

Mit „Gangdalang“ gelingt dem Zürcher Reggae-Sänger Phenomden ein brillantes Album, mit Texten, die ins Herz gehen und Musik, die gereift ist und berührt. Wir sprachen mit dem 28 jährigen Musiker über die Botschaft von Reggae und wohin ihn sein Sound führt. 


Du warst jetzt gerade mit Lady Saw auf Europa-Tour? Erzähl ein wenig. Wie war das für dich? Was hast du erlebt? Wo warst du überall? Was waren deine persönlichen Highlights?
Ich konnte mit den Scrucialists mitgehen, die ja auch schon mal vor ein paar Jahren eine Tour mit Lady Saw gemacht haben und jetzt wieder die Möglichkeit dazu hatten. Und sie haben mich dann quasi vorgeschlagen als Vorband. Und so sind wir gegangen. Zehn Leute mit einem Bus, drei Wochen lang. Es war wirklich geil. Wir hatten so ein Nightliner mit Betten zum Schlafen. Dann ist man am morgen aufgewacht und war in einem anderen Land, also total geil. Und das Touren war nicht sehr anstrengend. Wir hatten immer genügen Zeit uns zu erholen. Ich glaube fast, ich habe während der Tour mehr geschlafen als zu Hause (lacht).

Als Support-Act ist man oftmals gar nicht so nahe am Künstler. Aber so wie du erzählt hast, konntest du voll mit Ihnen abhängen. Ist das so?
Ja voll. Man hat sich wirklich gut kennen gelernt. Klar, die ersten paar Tage war man etwas auf Distanz, aber das hat sich dann schnell gelegt und man hat sich kennen gelernt. Es herrschte immer lockerer Umgang und wir haben viel gelacht; viele Running-Gags waren da. Lady Saw ist eine wirklich lustige Person, die uns viel unterhalten und zum Lachen gebracht hat. Es ist wirklich viel vorgekommen, dass du aufgestanden bist aus dem Bett im Nightliner und den Gang nach vorne gegangen bist, wo es noch viele Sitze und so hatte. Und alle sind da gesessen und haben Ihr zugehört und gelacht. Sie ist wirklich der Hammer, wenn sie gut drauf ist. Klar manchmal war sie auch nicht so in Stimmung, aber das Positive hatte schon sehr überwogen.

Und gab es auch musikalische Annäherungen? Ich denke, man hat dann immer so die Idee im Kopf, dass es noch ein gutes Featuring wäre mit ihr? Oder will man es dann bewusst gerade nicht? Oder wie war das bei euch?
Es ist nicht so, dass ich das Im Kopf hatte, denn sie macht schon noch was anderes wie wir. Aber klar, ein Featuring wäre sicher geil. Vielleicht hätte ich eher daran gedacht, wenn es auch ein Artist gewesen wäre, der was Ähnlicheres macht wie ich. Ich kannte Lady Saw schon und auch ein paar Tracks von ihr, aber es wäre geheuchelt zu sagen, dass ich ihre Musik vorher wirklich gut gekannt habe. Ich wurde aber sicher auch ein Fan von ihr auf der Tour. Und wir haben schon ausgetauscht. Aber mehr so im Stil von: „Wie machst du das und das? Wie singst du ein? Etc.“. Sie ist auch nicht eine Person, die dauern über Musik spricht auf de Tour. Man merkt schon, dass sie die Musik liebt und gerne auf Tour ist. Aber sie spricht auch sehr gerne über ihre Prada-Handtasche und ihre Autos, ist also nicht immer im Musikfilm.

Das heisst sie steht finanziell gut da?
Ja, ich denke schon. Weil sie geht in Amerika und Europa auf Tour. Und in Jamaica ist das dann sehr viel Geld. Sie hat dort Haus mit Pool. Eben und sie ist nicht die Art Frau die ständig über Musik spricht. Dafür umso mehr ihr Mann, der ihr Produzent ist, John John heisst er, also wirklich zweimal „John“. Und er ist ein Sohn King Johnnys, DAS Label aus den 80er Jahren, ein unglaublich legendäres Reggae-Label. Und eben er ist ein Sohn von ihm, aber auch ein super eigenständiger Produzent, hatte in den 90ern sehr viele Hits gehabt. Und mit ihm haben wir wirklich immer über Musik geredet, das war krass. Und zu ihm hatten wir eigentlich auch den besten Link. Am Anfang war er auch etwas auf Distanz, bis er gemerkt hat, dass wir auch alle voll easy drauf sind und ab da war es genial. Ich habe ihm dann mal mein Zeugs gezeigt und er hat mir gut zugesprochen oder ist nach einer Show gekommen und hat gesagt „Good work“ und das hat mir schon sehr viel bedeutet. Und er hat uns dann auch zu sich nach Hause eingeladen oder hat mir seine neugekauften Schuhe geschenkt, sie er im Bus vergessen hatte. Oder er hat mir auch Videovorschläge für meine Songs gemacht. Und ja eben, zu ihm hatten wir den Link und es war richtig geil.

Und wie war es so aufzutreten? Hatte es viele Leute und gute Shows? Wie lief es musikalisch?
Super wirklich. In der Mitte haben wir drei Clubshows gehabt in Frankreich und Spanien und die waren fast leer. Das ging etwas in die Hose. Das war ein wenig komisch organisiert und dann waren vielleicht etwas 40 Leute da. Aber sonst war es immer geil. Festivals auf der Mainstage am Abend zur besten Zeit, also krass.

Und wie ging das sprachlich? Du singst ja schweizerdeutsch. Hast du dich auch so angesagt?
Ja genau. Also das ging so, dass ich zu singen begann und nach ein paar Takten spielte die Band leiser und ich stellte mich auf Englisch vor und sagte, dass ich auf Schweizerdeutsch singe. Und das hat eigentlich immer sehr gut geklappt.

Haben die Leute vielleicht auch gerade deswegen noch mehr Sympathie für dich entwickelt?
Ja, es wirklich nie er Fall, dass ich nicht gut ankam und an den Festivals sind ja die Leute sowieso schon gut drauf. Und ich empfand es immer als sehr gelungen und war zufrieden. Zum Teil konnte ich die Leute auch zum Mitsingen animieren, auch wenn sie nichts verstanden, so zum Beispiel bei „Stah da“, was ja sehr einfach zum Mitsingen ist.

Schauen wir etwas zurück: Im Jahr 2005 hast du deine erstes Album veröffentlicht. Und so wie ich es mitverfolgt habe, hast du einfach mal ein Album rausgehauen und dann ist es erst richtig losgegangen. Wie war das so für dich? Hast du den Erfolg erwartet oder nicht?
Ich habe ja schon vorher was gemacht, so ein paar Singles und Live-Auftritte. Aber eben durch das Album hatte ich dann schon immer Anfragen und konnte Auftreten, in den letzten drei Jahren sicher jedes Wochenende im Schnitt. Letztes Jahr haben wir in der Schweiz Pause gemacht und konnten dann nahtlos durch ein Kölner Label nach Deutschland und Österreich gehen. Und das hätte ich natürlich nie erwartet.

Was hast du denn richtig gemacht? Was war dein Erfolgsrezept? Hast du das schon herausgefunden?
Ich war sicher zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Aber ich mache ja die Musik im Ausland nicht anders wie hier. Es ist sicher auch eine Hilfe, dass die Österreicher und die Deutschen uns Schweizer extrem gerne haben. Ich bin sonst auch nicht so auf Länder fixiert. Aber überall haben sie Freude an uns Schweizern. Das ist mir bisher überall passiert. Und das fiese ist ja, dass es umgekehrt überhaupt nicht so ist. Aber eben zurück zum Thema. Ich glaube es liegt schon nicht nur daran, dass ich Schweizer bin, sondern sie haben sicher auch die Musik gern.

Ja klar. Aber nicht einmal in der Schweiz konnte man diesen Erfolg erwarten.
Ich glaube es gab schon irgendwie ein Verlangen nach Reggae. Diese Musik gibt scheinbar doch vielen Leuten hier etwas. Man sieht ja das auch an Dodo oder in Deutschland an Gentleman.

Du hattest dann sogar das Privileg Konzerte abzusagen, also zu sagen, dass du gar nicht mehr spielen kannst.
Ja das war eine Pause, die wir eingelegt hatten, einfach dass es nicht zum Overkill wird.

Dann hast du ja dein Studium beendet und danach ein anderes Album herausgebracht, mit einer auch etwas anderen Herangehensweise. Was war dort so dein Ziel?
Ich habe ja das „Fang ah“ Album gemacht, bin aber danach nicht mehr richtig weitergekommen. Also nicht, dass ich jetzt eine Krise gehabt hätte. Ich habe gewusst, dass ich etwas Zeit brauche und dann war ja noch das Studium. Und so hat sich wie nichts Neues angebahnt. Und in dieser Zeit habe ich sehr viel Reggae aus den 80er Jahren gehört, den ich vorher eigentlich nicht kannte, und mich auch intensiv damit befasst. Und so lernte ich immer mehr schätzen, was in dieser Zeit passiert ist, was einfach unglaublich ist. Das ich einfach eine andere Epoche. Uns so lag es für mich nahe einmal selber so ein Album zu veröffentlichen und so wurde es dann das zweite. Und da ich wusste, dass es sicher etwas polarisieren würde, hatte ich auch nicht vor, damit auf Tour zu gehen. Ich brachte es ja auch unter dem Pseudonym „Phenomelody“ heraus. Es ist wirklich mehr so ein Liebhaberteil. Aber die Revival-Bewegung war schon vorher da. Auch in Jamaica wurden wieder mehr 80er Rhythms produziert. Das kam sehr plötzlich wieder auf. Es passt auch schön in den 20 Jahre Rhythmus. Man sagt ja, dass nach 20 Jahren wieder so ein Revival gibt. Und so hat mein Album genau hineingepasst. Es würde sicher auch jetzt, ein Jahr später noch passen, aber so war es genau perfekt. Und kaum hatte ich dieses Projekt beendet, hatte ich wieder extrem Lust zu singen und wieder etwas Neueres zu machen. Ich hatte wieder die alte Frische zurück. Aber das zweite Album hat mich auch künstlerisch weiter gebracht. Schrieb ich beim ersten Album noch über universellere Themen, habe ich beim Phenomelody Album gelernt, auch über ganz kleine Dinge oder Ereignisse zu schreiben. Und fürs dritte Album bin ich schon wieder etwas allgemeiner geworden, versuchte aber trotzdem das Beobachterische des zweiten Albums beizubehalten. Und so vermischt es sich auch teilweise, das heisst einige Songs vom aktuellen Album, zum Beispiel der Song „Roots“, könnten durchaus auch auf Style Generator sein, rein vom Songwriting her.

Du hast gesagt, du wurdest neu gepackt. Der Druck von aussen war aber ja auch da. Hast du das gespürt oder hast du diese Leichtigkeit noch gehabt? Wie bist du da herangegangen?
Ja ist geil, wenn sie von Phenomden gute Musik erwarten.

Ja schon, aber hast du diesen Druck gespürt. Du hast gewusst, du hast das erste herausgebracht und es war voll geil. Dann das zweite ist immer so ein Album, wo man sich beweisen muss, sagt man. Wie war das für dich?
Es war nicht mal so sehr ein Druck von aussen, sondern ich hatte selber hohe Erwartungen an mich. Denn ich wollte nicht einfach dasselbe wie bei Vorgängeralbum machen, so copy-paste-mässig, obwohl es den Leuten sicher gefallen hätte. Und ich habe wirklich lange gebrütet und mir viele Gedanken gemacht. Und ich bin wirklich ein selbstkritischer Mensch, aber ich kann sagen, dass ich damit wirklich zufrieden bin und das Album auch gerne selber höre.

Hat es eine Zeit gegeben, wo du gesagt hast, in diesem halbern Jahr produziere ich ein Album? Oder hast du da mal ein Riddim, da mal einen Text gemacht? Wie bist du vorgegangen?
Ich haben zuerst einzelne Tracks gemacht und schon das Gefühl gehabt, es gibt eine kleine Vision daraus. Aber das ganze hat sich dann doch etwas in eine andere Richtung entwickelt. Die ersten Lieder waren „Schriibe“, „Was ich d’Liebi“ und noch anderer. Und dann hatte ich schon das Gefühl, das Album wird wieder etwas ganz Neues. Schlussendlich haben sich dann aber nicht alle Songs in diese Richtung entwickelt und das Ganze wurde noch offener, passt aber dennoch gut zusammen. Und mit diesem Grundstock von Songs ging ich dann zu Nation und sagte, dass ich ready wäre und so wurde das Release auf Frühling festgelegt. Dann habe ich aber gemerkt, dass der erste Schub zwar da war, ich aber noch mehr wollte. Ich wollte mir wirklich nochmals Gedanken dazu mache und nicht einfach auf die Schnelle noch drei, vier Songs machen, nur damit das Album komplett ist. Und so wurde dann das Release auf Herbst verschoben.

Du hast jetzt mit verschiedenen Produzenten, auch aus Deutschland, zusammengearbeitet. Läuft das wie im HipHop so Beats-Picking-mässig? Oder bist du da näher dabei, wenn die Riddims geschrieben, gemacht und aufgenommen wurden? Wie warst du da involviert?
Das ist ganz verschieden abgelaufen. 4, 5 Tracks liefen eher hiphop-mässig. Aber das ist im Reggae ein wenig anders. Ein Produzent macht ein Rhythm, schickt den herum und dann nehmen verschiedene Künstler darauf einen Song auf. Das heisst ich habe auch Riddims, die auch auf Alben von anderen Künstlern sind. Zum Beispiel die Riddims von „Schriibe“, „Was isch d’Liebi“, „Dance im Olivenhain“ und „Chugle“. Es läuft ja so, dass ich viele Rhythms zugeschickt bekomme und manche gefallen, und manche nicht, zu einigen habe ich eine Idee und zu anderen nicht. Das ist also ganz normal. So habe ich eigentlich Fang ah auch gemacht, fast ausschliesslich so. Und bei „Gangdalang“ sind dann doch die Hälfte der Songs mit Bands entstanden, mit den Scrucialists und Ganglords, beim jammen.

Und dass sind dann Riddims, die niemand sonst hat?
Ja nicht unbedingt. Zum Beispiel „Stah da“ finden wir alle einen geilen Riddim. Da nehmen wir vielleicht noch andere Sänger auf, so selection-mässig. Dann kann der DJ alle nacheinander abspielen.
So sind wirklich ein paar Songs entstanden. Wie es vielleicht auch eine Rockband macht, einfach beim jammen. Die Band spielt ich freestyle und singe und dann hat man plötzlich noch eine Idee, was noch passen würde und so entwickeln sich dann sie Songs. Und das ist schon auch die Richtung, die ich noch mehr einschlagen möchte, vielleicht für ein nächstes Album, wirklich ein Bandalbum. Das wäre schon geil.

Du hast das letzte Mal gesagt, du hättest viele Texte am Küchentisch geschrieben. Ist das immer noch so?
Ich habe mir mehr im Kopf überlegt. Also ich hatte zum Teil schon fast ganze Songtexte im Kopf. Aber ich habe dann immer gemerkt, als es so den letzten Teil der zweite Strophe zuging, dass ich den Text aufschreiben muss, um ihn ganz fertig zu schreiben.

Hast du nicht Angst, dass du dann etwas vergisst?
Nein, es gibt schon Sachen, die ich vergessen habe. Aber ich fühlte es auch so, dass diese dann auch nicht so gut waren.
Der Vorteil war, dass ich dann im Studio schon fast alle Songs auswendig wusste und so gab es Songs, die ich in nur einem Take einsingen konnte. Und das ist schon geil. Ich habe eben das Gefühl man merkt es schon, die Vibes bleiben.

Du hast ein starkes Sendebewusstsein als Reggae-Künstler. Du singst über Liebe, Reggae-Musik an sich, über deine Geschichte oder sonst Storytelling-mässige Songs. Was ist dir wichtig? Was willst du den Leuten mitgeben? Ich habe das Gefühl du bist ein Ermutiger und Motivator. Ist das so?
Ja es ist nicht so, dass ich mir bewusst dazu Gedanken gemacht habe, dass ich diese Rolle verkörpern will, aber ich habe gemerkt, dass mir das einfach liegt und ich auch selber gerne so Musik höre. Das ist ja oft so im Reggae. Und wenn ich das höre und aufnehme, will ich es auch wieder an andere weitergeben.

Ja eben im Vergleich zum Hiphop, wo vieles von Respect geprägt ist und auch oft die Welt negativ und melancholisch beschrieben wird. Klar du hast mit „Chugle“ auch nachdenkliche Songs dabei, aber trotzdem, man hat am Schuss immer das Gefühl man sei ermutigt worden.
Ich glaube, das ist die einzige Möglichkeit wie ich Musik machen kann. Ich könnte nicht alles negative Songs machen oder wie Eminem über meine Mutter herziehen und dann mit diesen Songs auf Tour gehen. Für mich muss es einfach im Endeffekt etwas Positives daran haben. Ich finde es bringt einfach nichts viel Energie zu verbrauchen um zu sagen, wie Scheisse alles ist. Aber ich will auch niemandem vorschreiben, wie er zu leben hat. Ich finde es einfach wichtig für mich zu sehen, was es noch mehr braucht, dass die Leute zufriedener werden mit dem was sie haben und mit sich selbst, einfach mit sich im Reinen sind. Ich finde man sollte toleranter zu sich selber werden und nicht so viel an sich rumnörgeln, das macht alles viel einfacher.

Was mich noch beeindruckt hat, ist, dass du ganz einfache Sätze brauchst und so ganz einfache Sachverhalte beschreibst und dennoch triffst es genau zu. Braucht es Mut zu sagen, ich mach das textliche Songwriting wirklich ganz einfach?
Ja ich finde es eben noch geil, wenn der Text ganz einfach ist, aber trotzdem viel Tiefgang hat. Aber es ist manchmal auch schwierig, dass ein einfacher Text nicht seicht wirkt. Man muss da schon aufpassen. Aber ich möchte einfach, dass es nicht zu komplex wird und man die Texte gut nachvollziehen kann. Das Beste ist dann, wenn man dann noch zum Nachdenken herausgefordert wird oder auch wenn der Text verschiedene Interpretationen zulässt.

„Dance im Olivenhain“ ist eine Geschichte. Ist die wirklich so passiert?
Ja es nicht eigentlich eine Geschichte, sondern ich ging dort auf eine Party und habe beobachtet und dann alles genau beschrieben. War eine der geilsten Reggae-Partys, auf der ich je war.
Das konnten auch die Jamaikaner aus den 80er Jahren gut. Die haben ein kleines Ding genommen, aber dieses sehr genau und detailliert beschrieben.

Du kommst ja nicht aus dem Kulturkreis des Reggaes, warst auch noch nie in Jamaika. Ist es nur die Musik, die dich fasziniert oder ist das trotzdem auch ein Lifestyle für dich?
Es ist schon beides. Musik, Lifestyle und Spirit. Dennoch bin ich ja jetzt nicht ein Rasta-Man oder so. Aber ich spüre schon etwas, wenn im Reggae über Gott und Rastas gesungen wird und merke auch, dass das auch in mir vorhanden ist und mir irgendwie Kraft gibt.

Wie ist das denn für dich? Es gibt ja auch einige Rastas in der Schweiz. Und du bist zwar ein musikalischer Vorreiter, entsprichst sonst aber nicht unbedingt diesem Stereotyp?
Nein, das ist eigentlich fast kein Thema. Es gibt auch sonst und in Jamaika verschiedene Reggae-Künstler, die keine Rastas sind. Aber ich will sicher mal nach Jamaika gehen, einfach mal um zu schauen, wie es da so abgeht.

Dein Album ist soeben erschienen. Hast du irgendwelche Ziele, oder Erwartungen?
Ich will definitiv, dass es live ein Level höher geht. Mit den Scrucialists und den Sängerinnen, ich habe jetzt ja drei Sängerinnen. Und darauf freue ich mich extrem. Ich bin aber sicher froh, wenn das Album gut läuft. Auch dass ich der Band und den Sängerinnen mehr Geld zahlen können. Ich lebe jetzt ja davon und deswegen habe ich nichts dagegen, dass es gut läuft.
Aber eben, es ist mir schon wichtiger, dass es live gut läuft und ich bin wirklich überzeugt, dass es sehr geil kommt.

Gibt es noch irgendwelche Träume, die du als Phenomden verwirklichen möchtest?
Ich habe nebst Phenomden angefangen selber zu produzieren, also selber Rhythms zu machen und möchte dies eigentlich vermehrt machen und sicher weiterziehen. Ich habe auch in den letzten Jahren begonnen Klavier zu spielen und jedem Tag zu üben. Nicht einmal weil ich mit einem selbst produzierten Song Erfolg haben will, sondern weil mich die Musik interessiert und ich das noch vertiefen und einfach die Musik besser verstehen möchte.
Und dann sicher weiter Musik zu machen und wieder einmal ein Album rausbringen. Ich möchte auch sicher Mal nach Jamaika gehen und dort vielleicht etwas aufnehmen. Eigentlich möchte ich allgemein noch mehr auf der Welt herumreisen und dort Musik machen. Ich habe mir auch schon überlegt auf Englisch, bzw. Patois zu singen, was ich schon ein wenig beherrsche. Aber es wird sicher nicht mein nächster Move werden. Aber eben, wenn ich vielleicht einmal in Jamaica bin und etwas länger bleibe, wenn es mir gefällt, warum nicht. Das ist aber noch weit weg und nicht einmal das Ziel, sondern einfach ein Gedanke.