Marsimoto – es ist schon so Love it or Hate it mässig

DE-Rap

Marteria darf sicherlich als eine der spannendsten und innovativsten Figuren des deutschen Raps bezeichnet werden. Mit seinem Alter Ego Marsimoto hat er gleichwegs Erfolg wie als Marteria selbst. Das haben auch Cracks wie Jan Delay und Dynamite Deluxe begriffen, die je eine Figur mit auf Tour genommen haben. Zum anderen hat das Label Four Music Gefallen am Schaffen des Ex-Models gefunden und veröffentlicht ab sofort seine Alben. Wir haben den Künstler über seine bewegte Vergangenheit ausgefragt und in sein kreatives Gehirn geschaut.

Erklär doch bitte für diese Leute, die dich noch nicht so gut kennen, das Konzept von Marteria und Marsimoto.
Also, langsam sollten das eigentlich alle wissen. Aber ich bin einfach der Rapper Marteria und habe mit meinem Alter Ego Marsimoto ziemlichen Erfolge gehabt. Mit dem Marsimoto Projekt wollte ich ursprünglich einfach ein Hommage Album an Quasimoto werden und entwickelte sich immer mehr, es gab da eine gewisse Eigendynamik, so dass ich das nun weiterziehe mit meinem zweiten Album „Zu zweit allein“, mit dem ich auch in der Schweiz und Österreich immer mehr Aufsehen erregen möchte. Marsimoto ist auch die phantasievolle Figur, farbenfroh und mit hoher Stimme, währendem Marteria mit normaler Stimme rappt und das straight Rapding durchzieht.

Deine Bio ist so gut, die könnte glatt weg erfunden sein. Als jugendlicher Rapper und dann gleich mit deinen Heroes am Rappen, dann Profifussballer, Karriereabbruch, USA, Modelkarriere, wieder zurück und nun wieder Rapper und Schauspieler. Ist für dich deine Vergangenheit auch so spannen und aussergewöhnlich, wie es tönt, oder ist für dich alles normal?
so im Rückblick. Und das war auch alles sehr prägend. Wenn man aber selber drinsteckt, bekommt man das gar nicht so mit, weil man ja dann gerade mit dem Präsenten beschäftigt ist. Aber irgendwie schon ganz erstaunlich, wie sich das alles anhört, das muss ich schon zugeben. Aber die Musik war eigentlich immer, schon von jung weg dabei. Egal, was auch immer ich durchlaufen habe. Darum denke ich, ist es auch die logische Konsequenz, dass ich bei der Musik gelandet bin. Gut, wer weiss schon, wo ich in zwei Jahren bin (lacht).

Warum konkret hat sich denn das Rapding durchgesetzt?
Weil es einfach Spass macht. Weil es cool ist. Und wenn es dann einmal nicht mehr so laufen sollte mit der Musik, würde ich mir dann halt einfach einen Job suchen und Mucke nebenher machen. Einfach aufhören, weil’s mit dem Geld nicht klappt, wäre für mich keine Option. Wenn man das schon mal angefangen hat, sollte man auch die Eier haben, das durchzuziehen.

Wie würdest du die Entwicklung von „Halloziehnation“ zu „Zu Zweit allein“ beschreiben?
Auf diesem Album hat es eine ganz andere Thematik drauf und deswegen sind die Tracks auch extrem verkürzt. Skurrile, verrückte Geschichten, die es vorher im Rap noch nie gab, sind da mit drauf. Von den Beats und auch wie wir das arrangiert haben, ist das einzig- und neuartig. Es ist wieder ein Liebhaberstück geworden, ein unglaubliches Album. Ich glaube, deshalb feiern es auch die Leute, weil sie hören und spüren, dass wir da sehr viel Arbeit reingesteckt haben und ich nicht einfach doof über einen Beat rappe. Der Beat ist genauso wichtig wie die Stimme, jedes kleinste Detail ist entscheidend. Deshalb ist es auch ein Gesamtkunstwerk geworden.

Wie stellst du dich auf die Marsimoto Rolle ein. Musst du dich mental irgendwie darauf einstellen?
Es ist schon so, man flowt und rappt anders. Doch das ist eine Sache, die mir ziemlich leicht fällt, weil es mir so Spass macht und es funktioniert eigentlich auch immer gut. Gerade bei dieser Figur kommt es auch nicht vor, dass ich eine Schreibblockade habe oder so ähnlich, das gibt es bei Marsi nicht. Weil es keine Schranken gibt. Man muss einfach nur um die Ecken rumdenken.

Was erwartest du vom Zuhörer, der diese Musik aufnimmt? Ich denke, es ist nicht ganz einfach, den Zugang zu dieser Musik zu finden.
Ja, zum Glück (lacht.) Deswegen fand ja auch ein Jan Delay, das ich mit kommen sollte auf die Tour. Trotzdem oder genau deswegen darf man nicht unterschätze, was man mit dieser Musik erreichen kann. Aber es ist schon so Love it or Hate is mässig. Aber es ist schön zu sehen, dass wir s auch mit Marsimoto bis zu MTV Rotation geschafft haben, was schön zu sehen ist. Ich glaube an das Neue, das Frische, an das, was die Leute noch nicht kennen.

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