Arsonists – Die Leute unterhalten ist, was wir am besten können

Int. Rap

So mancher Rap-Fan wird sich noch an das Arsonists Album „As The World Burns“ zurückerinnern. Wer die fünf Rapper jemals live erlebt hat, wird dies sowieso nicht vergessen haben. Freestyle und D-Stroy trennten sich bereits nach dem ersten Album von den Brandstiftern und widmeten sich ihren Solokarrieren. Da es um beide Flammenspucker in den letzten Jahren eher ruhig geworden ist, wurde es höchste Zeit nach ihrem fulminanten Auftritt beim Royal Arena nachzufragen, wie ihre Karrieren verlaufen.

Ihr habt euch bereits nach dem ersten Album von den Arsonists getrennt um eure Solokarrieren zu verfolgen. Was ist der Grund, wieso ihr heute ihr zusammen auf der Stage seid?
Freestyle: Die Arsonists sind immer noch eine Familie.
D-Stroy: Die Fans wollen unterhalten werden und gewisse Promoter verstehen das. Sehr viele Artists, egal ob lokale oder internationale, wissen nicht, wie man die Leute unterhält. Wir haben es verinnerlicht, den Leuten etwas für ihr Geld zu bieten. Wenn die Promoter Energie auf der Bühne wollen, kommen wir vorbei.

Eigentlich wollte ich euch fragen, wie ihr die Energie von fünf MCs kompensiert, wenn ihr alleine oder zu zweit rockt. Doch diese Frage hat sich nach eurer Show erübrigt. Wie definiert ihr eine gute Show?
Freestyle: Eine schlechte Show ist, wenn jemand auf die Bühne geht und nichts anderes macht, als zu rappen.

Wenn sie überhaupt rappen und es nicht Playback ist…
Freestyle: Das ist natürlich noch schlimmer.
D-Stroy: Es gibt Leute wie KRS One, A Tribe Called Quest, Busta Rhymes oder die Arsonists, die wissen, wie man die Leute unterhält. Gewisse Leute verlassen sich auf ihre Hits und machen nichts anderes, als zu rappen. Wir haben es immer verstanden, die Leute mit bangenden Beats und positiven Vibes zu unterhalten.

Ihr versteht es definitiv eine Show zu rocken, dafür hapert es mit den Veröffentlichungen. D-Stroy du hast vor einigen Jahren einige 12 Inches veröffentlicht und es gibt eine Mix-CD namens „Cataclysm“, aber bislang kein Album. Wieso?
D-Stroy: Freestyle und Q-Unique haben beide Soloalben veröffentlichen und ich wollte auch unbedingt ein Album rausbringen. Als ich eigentlich mit den Aufnahmen beginnen wollte, hatte ich die Möglichkeit, mit Leuten wie Eminem, Kanye und Busta Rhymes auf Tour zu gehen und mit diesen grossen Acts zu arbeiten. Ich dachte mir also, wenn ich mit diesen Künstlern unterwegs sein kann, macht es keinen Sinn mich nun ins Studio zurückzuziehen um ein Album aufzunehmen, schliesslich hatte ich die Möglichkeit mit einigen meiner Lieblingskünstler zu arbeiten. Freestyle meinte dann aber, dass ich mich auf meinen D-Stroy Shit fokussieren soll. Ich musste ihm Recht geben und wir beschlossen, zusammen Shows zu rocken. So komme ich wieder auf meinen Film und irgendwann wird dann auch mein Album erscheinen.

Das Arsonists Album liegt nun aber doch schon 10 Jahre zurück…
D-Stroy: Ich war in dieser Zeit mit verschiedensten Leuten auf Tour.
Freestyle: Er ist sehr beschäftigt.

Ich habe auf deiner Myspace Seite gesehen, dass du auch bei vielen Events als Host dabei bist.
D-Stroy: Es gab viele Künstler die mich gebucht haben und auch für Nike oder die NBA habe ich Events gehostet. Ich mache das auch gerne, aber eigentlich möchte ich D-Stroy der Rapper sein. Ich muss also versuchen, irgendwie eine Balance zwischen all diesen Verpflichtungen zu finden. Aber was ich immer noch am meisten liebe, ist mit Freestyle auf der Bühne zu sein und zu sehen, wie die Leute durchdrehen.

Freestlye, dein erstes Soloalbum liegt auch schon einige Jahre zurück und ehrlich gesagt habe ich gar nicht mitbekommen, dass du ein zweites Album namens „The Long Road To Classic“ hast. Dieses hatte keinen Vertrieb und du hast es nur an deinen Shows verkauft. Wieso das?
Freestyle: Ganz einfach, kein Label war interessiert an dem Album.
D-Stroy: Man muss aber auch sagen, dass es keine wirklichen Labels mehr gibt.
Freestyle: Das Game hat sich verändert und viele Labels verschwinden.
D-Stroy: Viele Major Künstler wechseln mittlerweile zu Independent Labels, wie B-Real der von Columbia zu Duck Down wechselte. Viele Independent Künstler machen es wie früher und verkaufen ihre Musik direkt an die Fans.

Habt ihr nicht zumindest versucht für das Internet einen Vertrieb zu finden?
Freestyle: Mein Album ist auf iTunes.
D-Stroy: Jeder kann es sich holen. Selbst wenn du in der Höhle hängst, wo Saddam Hussein früher war, kannst du es dir holen.

Gibt es Dinge die ihr an den Zeiten mit den Arsonists vermisst?
Freestyle: Natürlich, denn je mehr Energie vorhanden ist, desto besser. D-Stroy und ich geben je 100 Prozent, das sind also 200 Prozent. Als Gruppe mit fünf MCs konnten wir 500 Prozent geben.
D-Stroy: Wenn wir heute performen, erinnern wir uns an die Energie, die früher bei den Arsonists Shows geherrscht hat. Wir verinnerlichen Jise, Swel und Q-Unique in uns und wollen die Show so rocken, dass das Royal Arena das Gesprächsthema in ganz Europa wird.

Wie steht es eigentlich um das Album mit Shabazz the Disciple?
Freestyle: Ich weiss es nicht. Wir gehen zwei verschiedene Wege und er ist immer sehr beschäftigt als Teil der Wu-Tang Familie. Es ist also sehr schwierig mit ihm für ein ganzes Album zusammenzukommen. Im Moment arbeitet er an einem Album mit Hell Razah von Sunz of Man, was viel einfacher ist, da er auch ein Teil der Wu-Tang Familie ist. Aber ich hoffe, dass wir eines Tages die Zeit finden für das Album, schliesslich ist er mein Cousin.

D-Stroy, auf der Bühne hast du gesagt, wenn die Leute nicht wissen, wer KRS One, A Tribe Called Quest oder die Zulu Nation sind, sollen sie gehen. War dies dein Ernst, denn viele der Leute hier sind noch sehr jung und wissen möglicherweise tatsächlich nichts von diesen Künstlern oder der Zulu Nation…
Freestyle: Was er damit sagen wollte ist, dass die Leute ihre Hausaufgaben machen sollten, um herauszufinden, was guter HipHop ist. Denn guter HipHop verschwindet immer mehr, es gibt so viel Bullshit da draussen. Alles was man im TV sieht oder im Radio hört ist Bullshit.

Wenn ich MTV schaue, sehe ich keine Videos…
(D-Stroy lacht)
Freestyle: Dabei heisst MTV eigentlich Music Television, right. Ausserdem spricht D-Stroy zu Leuten in deinem Alter – ihr müsst den Jüngeren etwas über HipHop beibringen.
D-Stroy: In den Staaten war für lange Zeit der Sound aus dem Süden angesagt. Für Leute wie mich war das einfach nur wack. Wenn ich das sage, fragen mich die Kids, was sie sich denn anhören sollen. Es gibt Teenager aus meiner Gegend, die immer wieder zu mir kommen und sich meine Beastie Boys, Public Enemy oder Wu-Tang Clan CDs holen und sich brennen. So bleibt diese Musik in Rotation.

Andererseits habe ich gesehen, dass du manchmal auch Host warst an Prominentenpartys. Wie passt das zusammen?
Freestyle: Ich mache das auch. Die Leute, welche diese Partys organisieren, wissen was guter HipHop ist. Deshalb rufen sie uns an. Wir lehnen das nicht ab, denn es gibt verschiedene Aspekte im HipHop. Ich hoste eine kommerzielle HipHop Party, denn ich mag verschiedenste Arten von HipHop.
D-Stroy: Ich hoste auch Baseball- oder Fussballevents, die überhaupt nichts mit HipHop zu tun haben. Denn ich weiss, dass ich der Beste bin, wenn es darum geht, die Leute zu unterhalten.
Freestyle: Ein richtiger MC.
D-Stroy: Ich muss auch gar nicht rappen um die Leute zu unterhalten.

Ihr habt ja auch gewisse Comedy Elemente in eurer Show.
D-Stroy: Wir sind stolz darauf, die Leute unterhalten zu können. Das ist, was wir am besten können.

Gibt es anstehende Projekte, die ihr uns gerne ankünden möchtet?
D-Stroy: Freestyle und ich haben einige Songs zusammen gemacht. Wir wissen noch nicht, unter welchem Namen wir es veröffentlichen werden, ob als Arsonists oder als Freestyle & D-Stroy, aber es wird kommen. Die guten News sind, dass wir schon bald wieder mit den restlichen Mitgliedern von den Arsonists auf die Bühne gehen werden. Wer mit uns in Kontakt treten will, kann uns über Myspace schreiben und wir beantworten jedes Mail persönlich. Checkt uns aus auf myspace.com/pyrobots und myspace.com/iamfreestyle.

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