Maxwell – Ich kann gar nicht abheben

Int. Rap

Maxwell hat sich eindrücklich aus der Versenkung zurückgemeldet! Nach acht Jahren, in der Musikindustrie zu vergleichen mit einer Ewigkeit. Dass er wieder seinen Platz in der Soulszene findet, konnte man vorausahnen, dass es aber gleich wieder der Thron sein würde, davon konnte niemand ausgehen und er selbst wohl zuletzt. Doch „BLACKsummer’s Night“ hat eingeschlagen wie eine Bombo und in den USA gleich ein paar Rekorde gebrochen. Grund genug, den Soulbarden vor seinem Gig in Zürich zum Aightgenossen.ch Interview zu treffen!

Seit deinem letzten Album sind 8 Jahre vergangen. Was hast du in dieser Zeit gemacht?

 

Ich habe vorher viel gearbeitet und immer schon ans nächste Album gedacht. Nach dem Album „Now“ habe ich mir einfach mal eine Auszeit genommen für mich und auch für meine Freunde und Beziehungen. Ich habe in dieser Zeit auch viele Erfahrungen gemacht, die in die Musik jetzt einfliessen.
Ich habe auch eine wunderbare Frau getroffen, die, als sie mich getroffen hat, gar nicht gewusst hat, wer ich bin. Das war wirklich cool, weil sie einfach dachte, ich sei ein cooler Typ, der ein bisschen verrückt ist, sie aber nicht auf mich stand, weil ich berühmt war oder so.


Du hast mal gesagt, du hättest deine Ego-Levels.

Ja es ist nicht immer einfach auf dem Boden zu bleiben, wenn überall wo du hingehst ein grosse Photo von dir in den Zeitungen erscheint und du im Fernsehen kommst. Deshalb musst du dich immer hinterfragen. Ich habe auch einen guten Staff um mich herum, der mich dabei unterstützt. Ich bin zum Beispiel seit 20 Jahren mit meinem Manager unterwegs und er ist nicht einfach ein Ja-Sager. Ich kann also gar nicht abheben. Er hat mich auch dazu ermutigt eine Pause zu machen. Jeder andere hätte doch gesagt, komm mach weiter, jetzt wo’s so gut läuft. Wir verlieren sonst viel Geld.
Aber eben Geld ist nichts. Viel wichtiger sind die Erfahrungen, Beziehungen, Emotionen, Liebe.

Hast du nicht auch mal daran gezweifelt, ob es richtig war so lange auszusetzen?

Ja, das kam schon mal vor, vor allem vor dem Release. Aber danach, war ich mir sicher, dass es richtig war. Es ist das beste Album seit dem ersten, das ich rausgebracht habe. Es hat bessere Tracks, bessere Singles. Wir sind zwei Wochen davon entfernt, den Rekord für die am längsten laufende Nummer 1 in den Charts in diesem Genre zu brechen. Also es hat sich definitiv gelohnt.

Um auf das aktuelle Album sprechen zu kommen. Was waren deine musikalischen Einflüsse und Inspirationen? Und was hat das Album zu dem gemacht was es ist?

Eigentlich haben wir versucht so gut und so viel wie es ging gegen das Computer-lastige entgegen zu halten. Es ist so viel mit Computer gemacht in der Musik. Du kannst so zwar genau das erzeugen, was du hören möchtest, aber du fühlst es nicht. Und wir haben versucht, die Musik wieder mehr natürlich und weniger synthetisch zu machen.
Wir haben auch verschiedene Mixes gemacht und dann versucht die Extreme zusammen zu bringen. Es gibt Leute, die Musik leise zu Hause anhören und einen schönen ausgewogenen Klang lieben. Auf der anderen Seite gibt es viele, die Musik im Auto voll aufdrehen und es lieben wenn der Bass voll pumpt.
Wir hatten auch wirklich tolle Musiker und wollten einen etwas dreckigen Sound machen.

Das aktuelle Album ist ja eigentlich der erste Teil einer Trilogie. Hast du denn alle drei Alben schon aufgenommen?

Ja, deshalb hat es auch so lange gedauert. Wir haben so 2002 angefangen aufzunehmen. Pro Jahr kamen dann etwa sechs bis sieben neue Songs dazu.

Dieses Album heisst BLACKsummers’night. Wie werden die anderen Alben sein?
Die nächsten werden sicher mehr Gospel-lastiger.

Vom Inhalt oder von der Musik her?

Schon vom Musikalischen her. Es wird heller, optimistischer. Vielleicht auch etwas sozialkritischer. Meine Beziehungen werden thematisiert, auch Politik ist ein Thema, zum Beispiel Barak Obama. Aber alles ohne zu predigen, das will ich nicht.
Und das dritte Album schliesst dann die Trilogie ab mit Liebe und Sex.

Und du hast von allen drei Alben schon das Master gehört?
Nein, bevor sie rauskommen hör ich mir noch mal die Mixes an. Vielleicht wird dann noch was angepasst, einfach um sicher zu sein dass sie zur richtigen Zeit kommen und auch so klingen.
Das nächste Album kommt dann November 2010.

Wie wichtig sind für dich Live-Shows?

Sehr wichtig. Es war auch der Auftritt bei den BET- Awards, der mir wieder den Kick gab zurück zu kommen.

Deine Erfahrungen, deine Musik, dein neues Level in der Karriere, alles zusammengenommen; Was ist das Ziel, das du erreichen möchtest?

Ich bin sehr fokussiert darauf Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht, die Krank sind, oder Hunger haben. Deshalb habe ich auch viel Geld von den Albumverkäufen wohltätigen Organisationen gespendet.
Ich möchte einfach der Welt etwas zurückgeben, da ich so sehr gesegnet bin und so viele wertvolle Erfahrungen machen darf.

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