Clipse – Alle Probleme liegen hinter uns

Int. Rap

Wenn man jemanden wie Pharrell zu seinen Jugendfreunden zählen kann, ist der Einstieg ins Rap-Game um einiges leichter. Dass man Clipse aber nicht zu den reihenweise ins Musikgeschäft drängenden Weed-Carriern zählen darf, war eigentlich schon nach ihrem ersten Album „Lord Willin’“ und der Hitsingle „Grindin’“ klar. Doch auch einflussreiche Freunde sind kein Garant dafür, dass man vor Labelproblemen verschont bleibt, wie die Thornton Brüder am eigenen Leib erfahren mussten. Vier Jahre nach ihrem Debüt schien ihnen mit „Hell Hath No Fury“ ein Befreiungsschlag gelungen zu sein. Obwohl vom Label auf die Wartebank gesetzt, punktete das Album bei den Kritikern und bekam sowohl vom XXL Magazine wie auch der deutschen Juice die Höchstwertung verpasst. Trotz dieses Kritikerlobs dauerte es erneut geschlagene drei Jahre bis sie mit „Til The Casket Drops“ endlich wieder ihr Können unter Beweis stellen konnten. Nun sollen aber diese Schwierigkeiten vom Tisch sein, wie sie im Interview versicherten, bei welchem sie ansonsten vor allem bewiesen, dass sie in ihren Songs mehr zu erzählen haben als im Gespräch.

Ihr sagtet, dass „Hell Hath No Fury“ deshalb so düster ausfiel, da sich die Wut über eure Labelsituation aufgestaut hatte. Wenn ich mir nun einen Song wie „I’m Good“ anhöre, scheint ihr mit der momentanen Situation sehr zufrieden zu sein.
Malice: Definitiv! Wir sind in einer guten Situation mit dem neuen Label. Alle unsere Probleme liegen hinter uns, wir sind glücklich und es fühlt sich an wie ein Neubeginn.


Trotzdem nennt ihr das Musikgeschäft auf dem Intro-Track Freedom ein „self made prison“ und bezeichnet es als Gift für Familie und Freundschaft.

Pusha T: Das war so. Doch nun hat sich das Blatt glücklicherweise gewendet und wir haben unser Business im Griff. Als wir ins Game kamen, wussten wir nicht, was alles auf uns zukommen würde. Mittlerweile sind wir Veteranen und wissen, wie man damit umgehen muss.

Würdet ihr sagen, dass ihr zu Business-Männern geworden seit, ob ihr es wolltet oder nicht?
Pusha T: Wenn man durch solche Situation gehen muss, ist es immer gut, wenn man beide Seiten des Games kennt und zu verstehen lernt: die geschäftliche und die künstlerische Seite. Natürlich sind wir was den Business-Aspekt angeht sehr gewachsen und durchschauen mittlerweile sehr viel Bullshit.

Gab es auch Phasen, wo ihr euch überlegt habt alles hinzuschmeissen?
Pusha T: Nein, so weit kam es niemals.
Malice: Deshalb machten wir die „We Got It 4 Cheap“ Mixtapes in der Phase, wo wir nicht die Möglichkeit hatten, Musik zu veröffentlichen. Es war uns wichtig, produktiv und kreativ zu bleiben.

Es gibt ja Leute, die der Ansicht sind, dass ihr den Struggle braucht, um gute Musik zu veröffentlichen.
Pusha T: Ein gewisser Struggle ist sicherlich nicht schlecht und kann zu guter Musik führen.

War es schwierig mit einem neuen Album zu beginnen, nachdem der Vorgänger so viel Kritikerlob erntete und im XXL Magazine wie auch von der Juice die Bestwertung erhielt?
Pusha T: Wir lassen uns nie unter Druck setzen. Wir machen einfach das, was wir am besten können. Die neue Platte haben wir genau gleich wie die Vorgänger in Angriff genommen, ohne uns von irgendwelchen Erwartungen beeinflussen zu lassen.

Auf Freedom sagt ihr: „This shit you call music – we call this shit life”. Würdet ihr sagen, dass ihr eine der letzten Crew seid, die auf ihren Songs die Wahrheit spricht?
Pusha T: Das denke ich auf alle Fälle. Ich kann es natürlich bei anderen Künstlern nicht überprüfen; ich weiss nicht, was sie in ihrem Leben gemacht haben. Aber was uns angeht kann ich dir versichern, dass wir immer bei der Wahrheit bleiben und unser Leben in der Musik verarbeiten.

Verhindert dies möglicherweise, dass ihr noch erfolgreicher seid?
Pusha T: Solange wir es echt halten, wird es immer eine Fanbase geben für diese Musik. Unsere Alben sind niemand anderem gewidmet als unserer Fanbase.

Euer ehemaliger Manager wurde wegen Drogendelikten verklagt. Fürchtet ihr manchmal, dass eure Vergangenheit euch ebenfalls einholen könnte?
Malice: Wir denken, dass wir viele negative Dinge hinter uns gelassen haben und es nun wirklich um die Musik geht. Wir sind sehr eng mit der Familie verbunden und wir versuchen dafür zu sorgen, dass es allen möglichst gut geht.

Was sind die Pläne bei Re-Up Gang Records?
Malice: Wir arbeiten gegenwärtig an einem neuen Clipse Album sowie an Soloprojekten. Nicht zu vergessen unsere Kleiderlinie Play Cloths.

Ihr habt bislang nach jedem Album versucht, gleich ein weiteres Album nachzuschieben, was bislang nie geglückt ist. Ihr seid also optimistisch, dass es dieses Mal funktionieren wird?
Malice: Dieses Mal wird es auf alle Fälle klappen! Schon bald wird der Nachfolger zu „Til the Casket Drops“ erscheinen.

Wer hat nun eigentlich das Kokain-Rap-Album des letzten Jahres veröffentlicht, ihr oder Raekwon?
Pusha T: Das ist „Til the Casket Drops“!
Malice: Ich würde auch sagen unser Album.

Gibt’s sonst noch etwas zu verkünden?
Malice: Checkt mich aus auf maliceoftheclipse.com oder bei Twitter unter Malice757.
Pusha T: Holt euch eure Play Cloths Kleider. That’s it, peace!

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