Flo Rida – Ich will von meinem Erfolg profitieren

Int. Rap

Flo Rida ist ein fuchsiger Typ. Er ist mehr als ein Rapper, er ist ein gehendes Unternehmen. Bereits zum zweiten Mal durfte Aightgenossen.ch den erfolgreichen Dance-Rapper, der schon einige Verkaufsrekorde gebrochen hat, interviewen, und irgendwie wird man den Verdacht nicht los, dass Flo Rida sich jeweils nicht so richtig in ein Gespräch verwickeln lässt. Trotzdem ist es aber spannend, seine Ansichten zu lesen.

Lass uns zuerst über den Film „Step Up 3D“ reden. Wie bist du zu diesem Projekt gekommen und hast du den Song explizit für den Film geschrieben?

Ich kannte die Leute ja schon. Die Single „Low“ wurde für „Step up 2 the Streets“ ausgewählt. Als ich dann am neuen Album arbeitete wollte sie einige Tracks daraus hören um eventuell etwas für „Step up 3D“ zu verwenden, was sie dann auch taten.


Du haust diese Hits raus, als wäre es das normalste der Welt. Wie war es mit David Guetta zusammenzuarbeiten?

Wir haben schon viele Shows zusammen gemacht und da haben wir uns mal Backstage dazu entschlossen auch zusammen was zu machen. Er hat mir dann seine Produktionen geschickt und ich dann meinen Teil dazu beigetragen. Und dank den Fans wurde diese Single so gross.

Wart ihr dann im romantischen Sinne zusammen im Studio?

Nein, wir sind beide sehr beschäftigte Leute. Das lief alles über Mail und Telephon.

Was denkst du macht David Guetta richtig, dass es so Erfolg hat und so viele Hits produziert?

Er ist definitiv sehr leidenschaftlich bei der Arbeit und liebt Musik. Deshalb hat er so Erfolg und kommen so viele Leute zu seinen Shows.

Was mir auffällt, ist dass diese Dance-Sounds immer mehr auch in den HipHop kommen, vor allem in Amerika. Wir hatten vor etwa 15 Jahren eine Eurodance-Welle hier in Europa. Und es scheint als erlebe diese Musik ein Revival, auch gerade durch David Guetta. Was sagst du dazu? Was denkst du über diese Dance-Welle die in den Hiphop kommt?

Ich sehe Musik einfach als Musik, und will nicht kategorisieren. Ich habe auch immer Outkast geliebt, die immer wieder Neues ausprobierten und kreativ waren.

Warum bist es immer du, der die grossen Hits macht? Hast du irgend ein Erfolgsrezept?

Ja mein Rezept ist, dass ich mich einfach zu 100% der Musik widme und die meiste Zeit darin investiere. Und ausserdem muss man sicher ein Ohr für die Hits haben.

Ja gut, aber ich könnte eintausend MC’s fragen und sie würden mir das gleiche antworten, dass sie sich zu 200% für die Musik aufopfern.

Ja schon, aber eben, man muss auch ein Ohr und den Riecher dafür haben und ich glaube das ist mein Geheimnis. Mit der Zeit weiss man, was die Leute mögen und was nicht.

Hast du das entwickelt oder ist das einfach eine Gabe?

Das ist eine Gabe, die man entwickelt, wenn man in einem Haus voller Musik aufwächst. Meine ganze Familie war sehr musikalisch.

Ich habe gelesen, dass du ein neues Album planst: „The only one“. Was kannst du mir über den Style des Albums, die Producer und die Features erzählen? Was können wir erwarten?

Ich arbeite immer noch daran, aber es wird im Herbst released. Der Track „Club Can’t Handle Me“ mit David Guetta wird sicher drauf sein. Auch ein Song mit Lil Wayne und „Why You Up In Here“ mit Ludacris und Co.

Und wie produzierst du? Machst du das auch zum Beispiel in der Schweiz, wenn du im Hotel rumhängst?

Ja sicher, oder auch gerade wenn ich im Flugzeug unterwegs bin. Ich bin immer sehr beschäftig, da muss man die Zeit gut ausnutzen.

Hast du einen bestimmten Style den du anstrebst? Ist es jetzt das ganze Dance-Ding?

Ich sag dir jetzt was es ist. Ich vertraue einfach auf meine Intuition und die Inspiration des Moments. So machen es die meisten Künstler wie ich denke.

Kommen wir nochmals auf deine Produzenten zu sprechen.

Ja ich habe eben David Guetta, die Jungs von Back Eyed Peas, J-Roc, Dr. Luke und Frankie.

Als du nach deinen drei Traum-Featurings gefragt wurdest, hast du Andre3000, Beynoncé und Gnarls Barkley genannt. Ist da jemand drauf oder arbeitest du noch dran?

Ja ich arbeite immer noch dran.

Was ist dein Ziel mit „The only one“. Hast du eine Message, die du weitergeben möchtest?

Ich möchte einfach immer grösser und besser werden. Das ist mein drittes Album und ich habe auch drei mal so hart gearbeitet wie vorher.

Ich habe das Gefühl, dass du nicht nur Künstler sondern auch ein guter Business-Man bist. Stimmt das?

Ja, ich habe auch eine Schule für Internationales Business-Management gemacht. Da kann ich schon profitieren. Ich verkaufe ja nicht nur national, sondern international meine Sachen. Und nicht nur CD’s. Da kommt noch das ganze Merchandising dazu.

Wir wir alle wissen geht es mit der Musikindustrie verkaufsmässig bergab. Ich habe das Gefühl, dass du dich mehr auch Songs als auch ganze Alben fokussierst. Vor 10 Jahren konnte man einfach ein Album kaufen. Aber du kommst immer zuerst mit einem oder zwei Hits und erst danach mit dem Album. Du reitest die Welle also mit den Hits und nicht mit dem Album. Ist das eine Marketing-Strategie oder passiert es einfach so?

Eigentlich passiert es einfach. Ich bin auch der Typ, der wenn er was Neues hat, gleich damit durch die Tür rennt. Aber du willst natürlich beides haben. Gute Songs und gute Alben.

Also du bist Manager deines eigenen Labels.

Nein, CEO!!!

OK, Congrats zu dem. Du hast deine eigene R’n’B-Group. Du willst schauspielern und eine Kleiderlinie entwerfen. Was erwartet uns alles noch von Flo Rida Enterprises?

Ja ich will sicher mal Filme machen. Aber jetzt konzentriere ich mich vor allem auf die Musik und aufs Kleider machen. Ich will von meinem Erfolg profitieren, dass die Leute sicher rausgehen und meine Kleider kaufen.

Was können wir von deiner R’n’B-Band erwarten? Kommt ihr gross raus?

Ja sicher, das wird ganz gross. Wir werden auch auf Tour gehen.

Ausserdem habe ich noch eine weibliche HopHop-Künstlerin, die auch eine Single rausbringen wird.

Im Hiphop geht es ja auch immer um Realness. Ist das etwas das dich beschäftigt oder lässt dich das kalt?

Ich mache einfach Musik, schon von Beginn weg. Diese Frage ob real oder fake stellt sich mir gar nicht.

Im letzten Interview hast du mir gesagt, dass du dich sehr um deine Herkunft, dein Quartier kümmerst. Stimmt es das du dort eine Bibliothek eröffnen willst?

Ja genau. Lesen ist die Basis von allem Wissen und erweitert deinen Horizont. Deshalb ist das ein grosses Anliegen von mir.

Wenn ein Schweizer Künstler mit dir zusammenarbeiten möchte. Was müsste er mitbringen?

Er müsste sicher talentiert sein, sehr leidenschaftlich und hingebungsvoll für die Musik.

Du hast so viel Erfolg in ganz verschiedenen Gebieten. Gibt es noch etwas, das du erreichen möchtest?

Ich wirklich sehr glücklich und zufrieden mit allem was ich habe und danke Gott für diesen Segen. Ich möchte einfach vieles von dem an andere weitergeben, denn am Schluss geht es einfach um Liebe.

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