D.I.T.C. – Nach den Regeln des Musikgeschäfts sollten wir seit Jahren weg sein (Teil 1)

Int. Rap

Steht ein Interviewtermin an, muss man immer das Unerwartete erwarten. Leider nur zu oft wird der Fragenkatalog innert 10 Minuten mit einsilbigen Antworten abgespeist. Manchmal erwischt man die Künstler aber auch auf dem rechten Fuss und kann mit den richtigen Fragen spannende und auch ausführliche Antworten herauslocken. Beim Legenden-Quartett von D.I.T.C. war definitiv Letzteres der Fall. Natürlich haben A.G., O.C., Lord Finesse und Diamond D alleine wegen ihrer langen Karriere mehr als genug Anekdoten zu erzählen. Auch wenn sie als Kollektiv nur ein einziges Album, welches auch noch ziemlich zusammengewürfelt war, vorzuweisen haben, konnten sie mit ihren Solo-Releases diverse wegweisende Rap-Platten veröffentlichen. Nur schon eine Kurfassung ihrer Taten würde jegliche Einleitung sprengen. Mit A.G., O.C., Lord Finesse und Diamond D, sowie Fat Joe und dem verstorbenen Big L, haben sie MC’s in ihren Reihen, denen keiner so schnell etwas vormacht. Die Produzenten Show, Buckwild, Lord Finesse und Diamond D haben ihre Crewmitglieder und auch sonst jeden von Jay-Z, Biggie, Dr. Dre über Busta Rhymes, 50 Cent, A Tribe Called Quest, Fugees bis zu Mos Def oder KRS One mit klassischen Bangern New Yorkerscher Samplekunst versorgt. In unserem Interview wollten wir allerdings nicht nur über die Vergangenheit, sondern vor allem auch über die Gegenwart sprechen. Willkommen zum ersten Teil des Rap-Stammtisches mit den vier Legenden aus der Bronx und Brooklyn in dem wir über New Yorker-Rap, den Einfluss der Medien auf HipHop oder die Beziehung zu ihren Fans sprachen.

In einem Interview mit Smif’n’Wessun meinte Tek, es gäbe keinen typischen New York-Sound. Spricht man von D.I.T.C. wird aber immer wieder betont, dass ihr zu den Erfindern des klassischen New York-Sounds gehört. Seid ihr einer Meinung mit Tek oder gibt es einen Sound, der eure Heimat repräsentiert?

Lord Finesse
: Ich würde nicht sagen, dass es einen typischen Sound gibt, denn das würde bedeuten, alle Rapper aus New York klingen gleich. Sieht man sich Slick Rick, Big Daddy Kane, Public Enemy, Rakim, unsere Crew, das ganze Marley Marl Movement oder die Native Tongues an, dann hatte jeder seinen eigenen Sound.

Ich denke, die Leute assoziieren New York öfters mit traditionellem Boom Bap.

A.G.
: Ich glaube nicht, dass es der Sound ist, sondern eine bestimmte Energie, die uns verbindet. Aber New York ist sehr breitgefächert und das schon seit den Zeiten von „Planet Rock“.

Ich erinnere mich an ein Interview, wo ihr auf die New Yorker Musikszene angesprochen wurdet, woraufhin O.C. die Meinung vertrat, es gäbe keine Musikszene mehr. Lord Finesse antwortete, er hätte sich niemals vorstellen können, dass es jemals soweit kommen würde, dass New Yorker andere Städte oder Regionen kopieren. Vertretet ihr weiterhin diese Meinung?

O.C.
: Ich meinte damit wohl, dass es zwar eine Szene gibt, die aber immer noch unentdeckt ist. Es gibt Artists, die nicht das Glück hatten hochzukommen so wie wir das taten. Keiner bei D.I.T.C. klingt wie der andere. Andere Crews hingegen verbindet vor allem ein ähnlicher Stil. Bei uns ist das so, weil wir nicht als Crew, sondern individuell anfingen und erst dann zu einer Einheit wuchsen und jeder seinen Style einbrachte. Ich denke, heutzutage ist es ein wenig schwieriger für Künstler aus New York die Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Radiolandschaft hat sich verändert und macht es aufstrebenden Künstlern schwer.
Lord Finesse: Ich denke, der jungen Generation mangelt es an Wissen über die Geschichte von Rap oder der Musik im Allgemeinen. Da sie nichts über die Generation vor ihnen wissen, kommt die Christopher Kolumbus-Theorie zum Tragen: Du kommst auf eine Insel, hast noch gar nicht alles gesehen und denkst trotzdem, du hättest sie entdeckt. Viele denken, sie seien mit ihrem Ding die Ersten, da sie die Geschichte nicht kennen und nicht merken, dass dies schon längst jemand gemacht hat. Ich sehe es immer noch so, wie du es zitiert hast: Nicht in einer Million Jahre hätte ich mir erträumen lassen, dass New Yorker jemals andere kopieren würden. Als wir rauskamen, musste man original sein, sonst wurde man gekreuzigt. Jetzt leben wir in einer ganz anderen Zeit, trotzdem bezweifle ich, dass ich denselben Weg eingeschlagen hätte, wäre ich in dieser Generation hochgekommen. Die heutige Generation ist von dem beeinflusst, was sie im Radio hört und ihre Theorie ist, dass sie auch so klingen müssen, da dies der schnellste Weg ist, um ebenfalls ins Radio zu gelangen. So wird man aber immer die Nummer Zwei bleiben. Wenn einer in einem blauen Outfit diese Hotellobby verlässt und ich dann auf mein Zimmer gehe und mich ebenfalls blau kleide, dann bin ich automatisch die Nummer Zwei. Früher konnte man nicht kopieren, heutzutage wird man dafür akzeptiert – was verrückt ist.
A.G.: Ich glaube die Medien werden bei dieser Diskussion zu sehr aus der Verantwortung genommen. Sie haben diese Situation geschaffen. Würden die Radios mehr verschiedene und vor allem echte Musik spielen, wäre alles vielfältiger. Wenn aber im Radio nur eine Richtung gespielt wird, bleibt einer Person, die etwas erreichen will, die in Armut und im Struggle lebt, keine andere Möglichkeit. Die Alternative ist höchstens Drogenverkaufen oder ins Gefängnis gehen. Aus dieser Perspektive muss man ihr Handeln verstehen. Man müsste auch Mal die DJ’s wie Funkmaster Flex unter Druck setzen und sie fragen, wieso sie nur eine Art von Rapmusik supporten. Käme das von allen Seiten, würde es sicherlich etwas bewirken. Doch im Moment wird die ganze Schuld nur auf die Künstler geschoben. Es wird immer noch sehr viel dope Musik gemacht, die aber von niemandem gehört wird. Ich sage immer wieder, dass Kid Capri damals „Soul Clap“ zum Durchbruch verholfen hat. Das kam nicht durch ein Majorlabel, sondern weil er den Song im Radio und in den Clubs gespielt hat und daraufhin weitere Radios und DJ’s folgten. Das geschieht heute nicht mehr, es muss zuerst ein Radiohit sein, bevor sie es im Club spielen. Es wird Zeit, dass wir den Scheinwerfer auf die DJ’s und Radios richten und sie fragen, wieso sie nur das spielen, was schon ein Hit ist. Doch keiner macht das, alle suchen nur ihren eigenen Erfolg und das grosse Geld. Deshalb gibt es New Yorker, die plötzlich Songs machen, die nach Down South klingen. Keiner will heutzutage wie ein Hater erscheinen. Dieser Hater-Scheiss ist sowieso das Schlimmste, das passieren konnte. Wenn man etwas nicht mag, kann man das nicht mehr sagen, weil man sonst ein Hater ist. Es gab eine Zeit, wo gewisse Sachen einfach wack waren. Wenn ich das heute sage, bin ich ein Hater. Das hält viele Leute davon ab, ihre ehrliche Meinung zu sagen.
Diamond D: Genau, niemand will als Hater abgestempelt werden. Noch zu dem was A.G. zu „Soul Clap gesagt“ hat: Zu dieser Zeit war das Klima im Radio noch viel besser für independent Musik. Aber jetzt muss man bei den grossen Labels sein, sonst hat man keine Chance.
O.C.: Wenn du nicht der Sohn eines Majorlabel-Besitzers bist, hast du keine Chance (Gelächter).
A.G.: Auch die unabhängigen Promoter gibt es nicht mehr. Früher konnte man diese für ein wenig Geld anheuern, damit sie zu den Radiostationen gingen und dafür sorgten, dass deine Musik gespielt wird. Da die Radios aber nur noch Musik von den Majors akzeptieren, gibt es diese unabhängigen Promoter nicht mehr. Das hat diese ganze independent Sache gekillt. Alle in dieser Runde sind independent, was bedeutet, dass wir genau die Musik machen können, die wir wollen. Wenn du bei einem Major bist, hast du diese Möglichkeit nicht mehr, denn man muss Kompromisse eingehen. Sie stecken das Geld rein, also entscheiden sie auch, welcher Song die Single wird. Zum Beispiel wollten wir nie ein Video zu „Bounce Ta This“ machen, aber Dres war gerade erfolgreich mit „The Choice is Yours“, Black Sheep gingen Platin und deshalb wollte es das Label so. Es war ein doper Song, aber wir hätten lieber einen anderen Track ausgekoppelt. Independent kann man machen was man will und das fühlt sich einfach besser an. Sobald ein Artist im Radio läuft und in den Charts ist, ärgert er sich nicht mehr über den beschissenen Song, den er dafür machen musste.
Lord Finesse: Ich denke diese Entwicklung hat mit der Gier begonnen. Man will Erfolg haben, der es ermöglicht die Gier zu befriedigen. Wenn ein Künstler viele Platten verkauft und damit Geld verdient, hat er auch die Möglichkeit, die DJ’s dafür zu bezahlen, dass sie seine Songs spielen.
A.G.: Wir sprechen zwar über diese Dinge mit dir im Interview, das bedeutet aber nicht, dass wir die Musik hassen. Wir lieben sie und picken uns einfach das heraus, was uns gefällt. Wenn du heutzutage keine gute Musik finden kannst, dann ist wohl etwas falsch bei dir. Man muss einfach danach suchen. Aber das war auch früher schon so, denn damals war HipHop nicht die dominierende Musik. Ich erinnere mich, dass HipHop nur eine kleine Reihe hatte im Plattenladen. Der real shit war schon immer schwer zu finden. Heutzutage haben sie eine ganze Kategorie mit „Black Music“ und trotzdem muss man immer noch nach den wahren Perlen suchen. HipHop ist meiner Meinung nach momentan die wichtigste Musik der Welt und wird sich immer wieder verändern. HipHop ist eine Ausdrucksform und jeder hat das Recht dazu, sich auszudrücken. Genau so ist Musik Geschmacksache und jeder hat seine eigene Meinung. Doch viele sind heutzutage programmiert durch die Radiostationen. Musik war nicht immer nur dazu da, um Spass zu haben und zu tanzen. Ich denke, die Musik wurde nicht durch das kreiert, sondern von Leuten, die nichts hatten und struggleten. Man kann diesen Aspekt nicht aus der Musik entfernen. Das meinte ich, als ich zuvor von der Energie sprach – es geht nicht um die Art der Musik die du machst, sondern um die Energie, die du reinlegst. Es gab schon früher Songs, die irgendwie beschissene Kommerzlieder waren, die wir aber wegen ihrer Energie trotzdem mochten. Was mich bei vielen Künstlern heute stört, ist, dass sie es nicht von Herzen machen, sondern nur, um das zu kopieren, was gerade angesagt ist. Ich mag zum Beispiel Drake. Er ist zwar der momentan am meisten promotete Künstler, aber ich mag seine Musik und er ist talentiert. Wenn es aber drei weitere Drake’s gibt, dann wird mir das nicht mehr gefallen.

Wenn man keine Songs mehr im Radio hat, ist es um so wichtiger eine grosse Fanbase zu haben. O.C. sprach in einem Interview mal von einer Hassliebe zu den Fans, da sie immer wieder erwarten, dass man eine Platte macht, die sich anhört wie die alten Klassiker. Verstehen die Fans nicht, dass ihr euch weiterentwickeln wollt?

A.G.
: Das kann man ihnen nicht vorwerfen.
Lord Finesse: Sie schubladisieren dich. Es gibt die weisse Ära und die schwarze Ära. Die weisse Ära ist, was du deine ganze Karriere lang gemacht hast. Die schwarze Ära steht für die Entwicklung. Man klemmt irgendwo zwischen diesen beiden Ären fest, denn für wen macht man die Musik?
Diamond D: Manchmal kaufen die Leute der weissen Ära deine Musik aber sowieso nicht mehr.
A.G: Ich denke, wenn man beständig ist, kann man diesen Wechsel vornehmen, ohne dass es wirklich auffällt. Nehmen wir als Beispiel Andre3000: Schon bei ihrem ersten Album hatten Outkast ihren eigenen Stil. Wenn man sich aber „Speakerboxxx / The Love Below“ anhört, ist er jemand völlig anderes, aber niemand ist deswegen schockiert. Denn er veränderte sich Schritt für Schritt und somit konnten das die Hörer auch nachvollziehen. Wenn man aber ein Album macht und fünf Jahre später mit einem völlig neuen Stil zurückkehrt, werden die Leute das nicht verstehen, da es eine grosse Lücke gibt. Es braucht eine Beständigkeit, damit die Fans der Entwicklung folgen können. Unser Outlet erlaubt es uns aber nicht, diese Beständigkeit zu haben – das ist das Problem.
Lord Finesse: Schlussendlich sollte man einen Künstler einfach seine Kunst machen lassen, daher kommt ja schliesslich auch der Name. Wenn ich ein Bild gemalt habe, will ich beim nächsten Mal ein anderes Bild malen. Wenn du aber willst, dass ich immer dasselbe Bild male, wirst du gar nie erfahren, ob das neue Bild vielleicht sogar besser gewesen wäre. Als Michael Jackson „Thriller“ gemacht hat, sagte auch niemand zu ihm: „Mach nochmals „ABC“ und wo sind denn überhaupt deine vier Brüder?“ Man liess ihn einfach ein Künstler sein.
A.G.: Wie zuvor gesagt, können wir das unseren Fans nicht vorwerfen, denn sie sind irgendwie verzweifelt. Sie denken, wir seien diejenigen, die sie retten können. Die Musik, mit der sie aufwuchsen und die sie liebten, gibt es heute nicht mehr und sie denken, dass wir das zurückbringen können. Das kann ich verstehen. Aber sie müssen auch die andere Seite sehen. Wir als Künstler müssen uns weiterentwickeln können und so muss es einen Kompromiss geben.
O.C.: Bei einem unserer letzten Besuche in Japan ging ich in einen Club und alle sahen aus wie Juelz Santana. Die Fans lassen sich sehr beeinflussen, was man ihnen aber nicht vorwerfen kann.
A.G.: Fuck the labels, the radios and the DJ’s. Gegen die sollten wir ankämpfen. Real talk!
O.C.: Das wird aber noch 20 Jahre gehen, bis die Leute dagegen vorgehen.
A.G.: Ganz ehrlich, ohne das Radio wären viele dieser Künstler überhaupt nicht relevant. Wir machen alles selber: Lyrics, Beats, alles! Wir brauchen niemanden sonst. Wenn diese Künstler auf sich alleine gestellt wären, würde niemand von ihnen hören.
Lord Finesse: Es geht um die Leidenschaft und den Antrieb. Alle von uns mussten bezahlen und kämpfen. Wir mussten die Studios mieten, um überhaupt Musik machen zu können und darum fighten, gehört zu werden. In der heutigen Ära muss man für nichts mehr bezahlen. Man macht die Musik zu Hause und stellt sie ins Netz. Da fehlt einfach die Leidenschaft, denn wenn man keinen Erfolg hat, ist es auch nicht so schlimm, da man ja nichts investiert hat und deshalb auch nichts verlieren kann. Bei uns war klar, es muss einfach einschlagen, da wir alles reingesteckt hatten.
A.G.: Zur Verteidigung muss man jedoch sagen, dass die Typen, die wir gesamplet haben, dasselbe über uns sagen. Wieso auch nicht, schliesslich nehmen wir einen Teil ihrer Musik und machen daraus einen Hit.
Lord Finesse: Aber vieles davon wurde ja gecleared.
A.G.: Show und ich habe keinen einzigen unserer Songs gecleared.
O.C.: Ein weiteres Problem ist, dass es mehr Artists als Fans gibt. (Allgemeine Zustimmung)
A.G.: Wie oft passiert es, dass dich jemand für eine Show bucht und fünf Minuten nachdem du angekommen bist meint er: „Ich mache übrigens auch Beats“.
O.C.: Die Leute sind heutzutage einfach so programmiert. Mein Schwager meinte kürzlich zu mir, ob ich nicht meine Musik ein bisschen dem anpassen wolle, was aktuell ist. Ich musste ihm dann auf eine nette Art beibringen, er solle sich um seinen eigenen Kram kümmern. Du arbeitest für New York City Transit, ich mache Musik, du hast keine Ahnung wovon du sprichst. Du sammelst den Müll ein, wie willst du mir sagen, wie ich Musik machen soll? Aber ich kann nicht wirklich wütend auf ihn sein, da die Leute einfach so programmiert sind und jeder meint, er habe Ahnung davon.
A.G.: Solche Leute wünschen sich, sie könnten Musik machen, aber nur des Erfolgs wegen. Sie denken, es sei so einfach mit der Musik Erfolg zu haben und sehen nicht, was für Arbeit dahinter steckt.
Lord Finesse: Als Erstes sind unsere Standards so hoch, dass es schwierig ist darunter zu gehen, nur um von einer neuen Generation akzeptiert zu werden. Was machst du, wenn du dich veränderst und trotzdem keinen Erfolg damit hast? Du machst Songs, die wie die aktuellen Hits klingen, ziehst enge Jeans an und meinst du wirst nun Erfolg haben, aber dann klappt es doch nicht. Fühlst du dich dann nicht wie ein Idiot, es überhaupt versucht zu haben? Schlussendlich muss man seine Position richtig einschätzen können. Wieso macht man es, für wen und was ist das Ziel. Wenn ich heute Musik mache, achte ich mehr darauf, wie ich es performen kann, als wie ich es damit ins Radio schaffe. Denn ich weiss, wenn ich es auf die richtige Art mache und auch gut performe, wird es zu den Leuten gelangen.
A.G.: Könnten wir über etwas Positiveres sprechen?

Klar doch. Ich weiss zwar nicht, ob es etwas Positives ist, aber sechs Monate nachdem du und O.C. das „Oasis“ Album veröffentlicht habt, stelltest du es kostenlos ins Netz. Was war der Grund dafür?

A.G.
: Weil ich frustriert war.

Oh, dann ist es wieder kein positives Thema.

A.G.
: Doch, weil ich daraufhin grossartiges Feedback erhielt und sich die Verkäufe bei Amazon um 110 Prozent steigerten. Das Label hatte überhaupt nichts für das Album gemacht. Die Fans kontaktierten mich, da sie nicht wussten, wo sie die Platte kriegen konnten. Ich will, dass die Leute die Musik hören und habe es selber ins Netz gestellt. Das Label war natürlich verärgert und wollte, dass ich es wieder herunternehme. Wenn sie es irgendwo löschten, habe ich aber auf einer anderen Seite sofort wieder hochgeladen. Nature Sounds können nicht wütend sein auf mich, da sie eigentlich wissen, dass sie keinen Scheiss für das Album gemacht haben. Nun gibt es sogar Leute bei Nature Sounds, zwar nicht der Besitzer, die mir helfen, das Album weiter zu posten. Das Feedback war grossartig – das ist die Hauptsache und die Motivation, ein weiteres Album aufzunehmen. Wir sind keine 20 mehr und ohne solche Feedbacks wüsste ich nicht, ob ich weitermachen würde.
O.C.: Nach den Regeln des Musikgeschäfts sollten wir schon seit Jahren weg sein.
A.G.: Genau, aber die Liebe zur Musik ist wichtiger als alles andere und das hat mich dazu bewogen, das Album mit den Fans zu teilen. Ich kann davon profitieren, denn so kennen die Leute die Platte. Das Label hätte auch etwas davon haben können, dafür hätten sie es aber promoten müssen. Alle Fehler, die gemacht wurden, fallen zurück auf uns, während das Label einfach das nächste Projekt veröffentlicht.
Diamond D: Das Ironische daran ist, hätten A.G. und O.C. gewusst, dass Nature Sounds nichts für das Projekt macht, hätten sie es einfach ein Mixtape nennen, es selber pressen und auf iTunes schmeissen können. Alles was Nature Sounds für sie gemacht hat, können sie auch selber.
A.G.: Schlussendlich wollen wir die Kontrolle über unsere Musik haben. Ich kann 1000 Leute mit einer Million finden, du findest aber keine 1000 Typen, die so reimen können wie ich. Aber ich bin trotzdem froh, dass wir dieses Album gemacht haben und wir werden auch ein Weiteres machen. Es gab Leute die sagten, sie hätten von HipHop Abstand genommen, bis sie dieses Album hörten.

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