Sepalot – Die Erwartungshaltung völlig ausblenden

DE-Rap

Sepalot hat dem Blumentopf mit seinen Beats den musikalischen Stempel aufgedrückt. Mit seinem vor drei Jahren erschienen Album „Red Handed“ konnte er sich ausserhalb seines Bandprojekts austoben und beweisen, dass seine Produktionen mühelos international mithalten können. Bei seinem zweiten offiziellen Album „Chasing Clouds“ stellt er nun die Beats noch stärker in den Vordergrund als beim Vorgänger. Nur wenige ausgewählte Gäste ergänzen die ausgereiften Tracks, die sich in verschiedensten Genres bedienen. Sepalot sieht sich nicht einfach als Beatlieferant, sondern mit verdientem Selbstvertrauen als der Mittelpunkt des Albums. An einem der letzten Sommertage des Jahres setzten wir uns mit dem Münchner Vollblutmusiker in Zürich in einen Park und sprachen über seine musikalische Vision, Sampling, Blasmusik, internationale Ambitionen oder die Beat Scene.

 

Du sagtest, du habest immer eine musikalische Vision bevor du ein Projekt in Angriff nimmst. Du weisst also schon von Beginn weg, wie die Scheibe am Ende klingen soll?
Das muss man differenzieren. Ich mag es, wenn ein Album eine Vision hat und es zum Schluss als Gesamtkunstwerk dasteht. Um das zu erreichen braucht man eine übergeordnete Vision oder einfach eine Stilistik, die sich durch das ganze Album zieht. Ich mag einfach keine Alben von Produzenten oder auch Rappern, die sich von verschiedensten Leuten produzieren lassen, so dass es am Schluss wie eine Compilation klingt. Wenn man noch dieses Format Album, dass meiner Meinung nach sowieso ein Auslaufformat ist, bedienen will, muss man es auch richtig machen und ein in sich stimmiges Kunstwerk erschaffen. Das meine ich mit der Vision. Wenn ich mich an die einzelnen Songs ransetze, versuche ich aber auszublenden, wo es hingehen soll.

Du willst dich in diesem Moment nicht einschränken?
Genau und das ist mir bei diesem Album besonders gut gelungen. Ich will mir keine Gedanken darüber machen, ob ein Song im Club oder im Radio funktioniert und was meine Fans wohl davon denken. Das sind Überlegungen, die unterschwellig hochkommen können, besondern wenn man jedes Wochenende im Club steht und dann unter der Woche im Studio ist. Natürlich denkt man dann manchmal, dass man gerne einen Song machen würde, der im Club richtig pumpt. Es ist mir bei diesem Album aber gelungen, diese Erwartungshaltung völlig auszublenden. Erst als die Songs fertig waren habe ich begonnen zu reflektieren.

Nun ist „Chasing Clouds“ eine äusserst vielseitige Platte geworden, wie würdest du denn die übergeordnete Vision zusammenfassen?
Der Kern des Albums sind die Beats. Das reflektierte immer meine Herangehensweise und war auch immer das, was ich am Genre HipHop am meisten liebte. Es sind die Instrumentals, die mich wirklich interessieren, die Rapper hätte ich selbst bei vielen meinen Lieblingstracks weglassen können. Die Beats sind also der gemeinsame Nenner. Aber natürlich stimmt es, dass das Album schwierig einzuordnen ist. Erwartet man ein HipHop-Album, wird man enttäuscht sein, denn damit hat es auf den ersten Blick sehr wenig zu tun. Wenn man die Musik aber mit dem Blick über den Tellerrand betrachtet, so wie ich das eigentlich schon immer gemacht habe, wird man erkennen, dass die Beats der Kern sind und die Arbeitsweise definitiv am Sampling des Neunziger HipHop angelehnt ist. Mein Versuch war es aber, die Beats und das Sampling als Mittelpunkt zu sehen und dann zu schauen, wie weit man es von dort aus in alle möglichen Richtungen pushen kann. Oberflächlich betrachtet kann man trotz zwei Rap-Features sagen, dass es nichts mit HipHop zu tun hat, wenn man sich aber ein bisschen auskennt und man etwas tiefer hört, wird man die Zusammenhänge entdecken können.

Ich weiss nicht, ob es von dir selbst stammt oder ob es dir angedichtet wurde, aber der Sound der Platte wurde auch schon als futuristischer Retro-Sound und Boom Bap 2.0 beschrieben. Gerade die Aussage mit dem Boom Bap ist interessant, da es sich, wie du gerade gesagt hast, doch sehr weit von dem entfernt hat, was man gemeinhin unter Boom Bap versteht.
Das mit dem futuristischen Retro-Sound steht glaube ich auch im Waschzettel des Albums und ist somit offiziell von mir abgesegnet. Ich finde das trifft es gut, da ich im Klangkontext etwas angestaubtes, vintage-mässiges haben wollte, aber trotzdem ist es kein Retro-Album. Es ist eine alt klingende Klangwelt, die aber so umgesetzt wurde, dass es trotzdem neu klingt. Das Boom Bap 2.0 kann ich für die beiden Rap-Tracks unterschreiben. Da der Begriff aber klar mit Rap verbunden ist passt es auf die anderen Songs wohl nicht.

Vielleicht soll es auch die Herangehensweise beschreiben.
Ja so kann man es verstehen und es trifft auch auf die Instrumente zu, die ich verwendete. Es freut mich zu sehen, dass das Sampling wieder zurückkommt. Ob ich nun den Boom Bap 2.0 mit dem Album abgeliefert habe sei dahingestellt, aber es gibt auf jeden Fall viele andere Künstler, die das momentan bieten.

Der Waschzettel bezeichnet den Sound, wie ich finde sehr treffen, als „Songwriting durch virtuoses Sampling“. Wir hören aber nicht nur Samples auf den Songs oder?
Nein, es sind auch viele Sachen eingespielt. Mir war es einfach immer wichtig, dass man nicht sofort erkennt, was gesampled und was eingespielt ist. Es soll zu einem Ganzen verschmelzen.

Das ist dir auch gelungen. Ich fragte mich beispielsweise, ob der Gesang bei „Rainbows“ ein Sample ist oder nicht.
Das ist eingesungen von Fabian Füss, der jeweils auch als Schlagzeuger bei Blumentopf zu sehen ist. Wenn er das Schlagzeug mal weglegt sieht man, was da noch für andere grandiose Sachen dabei herauskommen.

Jetzt haben wir gerade von alt und neu gesprochen und es wird auch immer diskutiert, ob es überhaupt noch möglich ist, etwas noch nie Dagewesenes in der Musik zu erschaffen. Wie siehst du das?
Das gab es noch nie, dass etwas komplett Neues erschaffen wurde, weder in der Musik noch in der Wissenschaft. Alles basiert immer auf schon dagewesenen Sachen, die einfach neu kombiniert worden sind. Nehmen wir als Beispiel die Buchpresse: Es gab zuvor schon Papier, Tinte und Pressen, es war dann einfach eine geniale Idee, diese drei Sachen zu kombinieren. Ähnlich ist es auch bei der Musik, denn auch Gruppen wie die Beatles haben nichts erfunden, sondern auf geniale Weise bestehende Sachen miteinander kombiniert. Kein Mensch auf dieser Erde ist so genial und kann etwas völlig Neues erfinden. Deshalb würde ich das von mir nie behaupten, aber ich habe sicherlich bestimmte Sachen auf eine neue Art kombiniert.

Du hattest die Platte bereits fertig produziert und gar arrangiert als du mit den Gästen des Albums in Kontakt getreten bist. Überlegtest du dir auch, die Scheibe komplett instrumental zu halten?
Ja, da ich „Chasing Clouds“ nicht als ein Produzentenalbum sehe. Ich bin der Künstler des Albums und habe es halt nebenher auch noch produziert. Ich verstehe mich als die Hauptperson des Albums und da ist es naheliegend sich zu überlegen, ob man überhaupt Gäste einladen will. Auf gewissen Songs habe ich dann einfach bestimmte Künstler darauf gehört, quasi als Höhepunkt des Songs. Ein Beispiel ist der Song mit Fashawn: Der Track funktionierte auch als Instrumentalversion und deshalb wollte ich von ihm auch nicht drei Strophen und Refrain, sondern nur einen 16er als Highlight. Die Gäste sollten wirklich nur Gäste auf meinem Album bleiben, so egoistisch war ich dann.

Man könnte also sagen, du hast die Gäste wie zusätzliche Samples oder Instrumente verwendet?
Genau, denn es kam für mich nicht in Frage, die Kreativität aus der Hand zu geben. Ich gab den Leuten keinen Zwei-Takt-Loop und liess sie daraus einen fertigen Song machen. Sie bekamen einen fertigen Song, zu dem sie etwas beisteuerten.

Du bist als Musikfan und natürlich DJ immer auf der Suche nach neuer Musik und deine Sets zeigen, dass dein Geschmack sehr vielseitig ist. Würdest du sagen, „Chasing Clouds“ sei ein Spiegelbild deines musikalischen Geschmacks?
Ich höre privat auch ganz andere Musik, die ich gar nicht produzieren kann. Ich mache kein Jazzalbum und höre mir das aber zu Hause ganz gerne an. Manchmal ist es auch ganz angenehm, Sachen zu hören, die man nicht in Relation zu seiner eigenen Musik setzen muss, denn das Musikerhirn läuft ja immer mit. Aber trotzdem würde ich sagen, dass das Album einen grossen Teil meiner Einflüsse widerspiegelt.

Wie vermeidest du es, dich zu sehr von all der Musik die du hörst beeinflussen zu lassen?
Bei so einer Plattenproduktion gibt es meiner Ansicht nach zwei wichtige Punkte. Das ist zum einen die Zeit bevor es beginnt konkret zu werden, in der man sich von allem beeinflussen lässt und man sich alles mögliche reinzieht. Sobald man dann aber im Studio ist und selber Musik macht, ist es wiederum wichtig, dies alles auszublenden. Dann sollte man nicht mehr rational an die Musik rangehen, sondern einfach schauen, was aus einem herauskommt, wenn man die gesammelten Eindrücke verarbeitet. Man sollte sich in dieser Phase nicht bei anderen Songs denken, dass man auch etwas in diese Richtung probieren will.

Es gibt ja auch Leute, die hören dann während der Albumproduktion praktisch gar keine Musik.
Ich weiss gar nicht mehr, ob ich viel Musik gehört habe während der heissen Phase. Aber auf jeden Fall habe ich es aus dem Studio rausgehalten. Wie gesagt ist es wichtig, diese Einflüsse aus dem Studio rauszuhalten. Ein weiterer Punkt ist zu merken, wann man fertig ist.

Immer weiterzumachen soll ja eine Musikerkrankheit sein. Hilft dir dabei die Routine, um zu merken, wann Schluss ist?
(überlegt) Erfahrung hilft dabei zu merken, dass gewisse Sachen, in die man ganz viel Arbeit investiert hat, den Song gar nicht besser gemacht haben. Deshalb habe ich mir schon seit längerem angewöhnt, immer die erste Idee abzuspeichern. Wenn ich immer weiter an einem Song herumbastle, merke ich teilweise gar nicht, wie sehr ich mich von der Grundidee entferne. Das Ziel sollte es sein, die erste Idee möglichst gut umzusetzen und nicht sie zu verändern. Das ist manchmal sehr schwierig, weil man mitten im Prozess nicht merkt, ob man gerade dabei ist, dem Bild einen schönen Rahmen zu verpassen oder ob man schon längst über das Bild hinaus malt. Dabei hilft Erfahrung nicht wirklich, sondern eigentlich nur, dass man nicht aus den Augen verliert, was man am Anfang eigentlich wollte. Oft ist es dann auch so, dass die Anfangsversion zwar die rohste und sperrigste ist, aber den kreativ grössten Impuls hatte. Wenn man zu lange an dieser Ursprungsidee rumpoliert ist es oft umsonst oder man macht sogar etwas davon kaputt.

Wenn du gezwungen wärst, die Platte jemandem mit nur einem Song vorzustellen, welchen würdest du wählen?
Das ist natürlich total schwierig, genau so war es nicht einfach, eine Single auszuwählen. Einerseits ist es so, dass ein Album sowieso schon eine Auswahl an Songs ist, denn es ist ja nicht alles auf dem Album, was ich gemacht habe. Man wählt Songs aus und stellt sie in eine Reihenfolge, um ein möglichst scharfes Bild zu vermitteln. Es gibt glaube ich keinen Song, der das ganze Album repräsentiert. Man muss das Album in ganzer Länge hören, um die einzelnen Songs zuordnen zu können. Wenn ich einen Track auswählen müsste dann wäre es wohl „Rainbows“, die erste offizielle Single. Diese macht das Album glaube ich begreifbar, da es ein emotional starker Song ist.

Auf einer grossen deutschen Musikseite wurde „Rainbows“ als Popsong betitelt. Würdest du das unterschreiben?
Die Frage ist, was ein Popsong ist. Pop ist eine grosse Schublade also passt der Song da vielleicht schon irgendwo rein. Es ist meilenweit entfernt von Lady Gaga und David Guetta, genauso ist es aber auch weit weg von einem Underground-Electro-Track. Der Song schwimmt irgendwie zwischen den Genres und daher ist es mir auch egal, wie er bezeichnet wird.

Wir haben von Sampling gesprochen und vor nicht allzu langer Zeit hast du ja das „Beat Konducta Bavaria“ Mixtape ins Netz gestellt. Wie kommt man auf die Idee, aus traditioneller bayerischer Musik Beats zu produzieren? Ein Versuch, das Unmögliche möglich zu machen?
Es war sicherlich eine Herausforderung. Ich fand es aber auch schon immer spannend und gleichzeitig schade, dass so wenig aus der eigenen Musikhistorie zitiert wird. Ich sammelte schon immer deutsche Breaks und habe eine ziemlich grosse Sammlung von funky deutschsprachigen Tunes. Gerade in der DDR gab es ganz viele solche Sachen und auch ganz tolle Jazzplatten. Ich fand aber auch diese Blaskapellen Sachen immer interessant, da ich gewisse Parallelen sah zu der Brass Musik aus Amerika, die im HipHop und auch der Popmusik eine grosse Akzeptanz geniesst. In Deutschland ist diese Musik aber für unter 40-jährige praktisch tot. Es hat mich gereizt herauszufinden, was diesbezüglich überhaupt möglich ist. Ich habe aber nicht nur Blasmusik verwendet, sondern auch Songs, die durchaus im Original schon sehr soulig und schön sind. Es ist also eine Mischung aus dem Unmöglichen, also was man aus Blasmusik machen kann, und auch wirklich coolen Sachen. Irgendwann entschied ich, es noch nerdiger zu gestalten und mich nicht auf deutschsprachige, sondern nur auf bayerische Musik zu beschränken. Ich hatte schon einige Instrumentals beisammen und dann gab es natürlich auch auf der letzten Blumentopf Scheibe den Song „Fenster zum Berg“, der praktisch auf dem „Defilier Marsch“ basiert. Das Instrumental war aus der Zeit, als sich die Idee langsam herauskristallisiert und es passte dann einfach perfekt auf das Album. Ich habe die Idee aber nicht konkret weiterverfolgt, da ich nicht wusste, in welchem Rahmen ich das präsentieren kann. Ich wollte das nicht als reguläres Sepalot-Album verstanden wissen, sondern eher als Versuch. Dann stolperte ich irgendwann wieder über die „Beat Konducta“ Tapes von Madlib und es wurde mir schnell klar, dass er Afrika und Asien machte und ich dann Bavaria beisteuere.

Es ist also offensichtlich kein Zufall, dass auch der Topf kürzlich mit einer Blaskapelle arbeitete. Es ist aber nicht so, dass ihr diese Musik wieder richtiggehend für euch entdeckt habt?
Nein, ich höre mir keine Blasmusik zu Hause an, nur wenn ich besoffen auf der Wiesn bin. Trotzdem sehe ich sehr viel Potenzial in dieser Musik und es ist schade, dass sie völlig tot ist. Das hat aber auch andere Gründe, was mir erst klar wurde, als wir mit einer Blaskapelle die Hälfte des letzten Blumentopf-Albums neu einspielen liessen. Es ist für diese Musiker völlig unüblich, neue Kompositionen zu spielen. Das geschieht wirklich nur ganz selten. Die haben ihre Märsche und ihre Standards, was aber eigentlich schade ist, denn so eine 14-köpfige Bläsertruppe hat eine unglaubliche Wucht, wenn man es richtig mischt. Ich plane kein Blasmusikalbum in absehbarer Zukunft aber man könnte das ganze schon wieder mit Leben füllen.

Es wird von der Jugend wohl auch mit konservativen Werten in Verbindung gebracht.
Das stimmt ja auch, es ist traditionelle Musik. Andererseits ist es schon wieder so weit weg von Jugendkultur, dass es eigentlich gar nicht mehr konservativ ist sich damit zu beschäftigen, schon eher rebellisch. Kiffen und übers Ficken rappen ist überhaupt nicht mehr rebellisch. Die richtigen Rude Boys hören Volksmusik (lacht).

Gehen wir weg vom Regionalen und widmen uns dem internationalen Aspekt deiner Musik. Deiner Platte hört man nicht an woher sie kommt und die Scheibe wird auch weltweit erscheinen. Als wir uns das letzte Mal unterhielten hast du eher tiefgestapelt was die internationalen Ziele angeht, sind nun aber doch gewisse Ambitionen vorhanden mit diesem Album in der Hinterhand?
Natürlich gibt es Ambitionen. Schlussendlich bin ich mir bewusst, dass ich Nischenmusik mache, auch wenn es manchmal als Popmusik bezeichnet wird. Ich war immer der Meinung, ein relativ nerdig produziertes Album mit teilweise sehr verschrobenen Beats gemacht zu haben. Jedoch findet man auch Songs wie „Rainbows“, die sicher leichter zugänglich sind. (überlegt). Sagen wir es einfach so: Ich freue mich, wenn das Album international gehört wird und ich meinen Aktionsradius erweitern kann. Es ist schön zu sehen, wie die Musik ihren Weg auch ins Ausland geht. Das Album tauchte auf verschiedenen Blogs in den USA auf und ich mache auch Gastmixe für zwei Radiosendungen in UK. Die Scheibe wird weltweit in den Läden stehen und jetzt werden wir halt einfach mal schauen.

Erhoffst du dir primär, vermehrt im Ausland auflegen zu können?
Klar, ich reise gerne und ich lege gerne auf und wenn man beides kombinieren kann ist das perfekt. Es geschieht auch immer öfters, dass meine Musik für Kinofilme verwendet wird. Das macht sehr viel Spass, besonders wenn schon bestehende Songs genommen werden und ich nicht mal spezifisch etwas dafür machen muss. Wenn die Musik mit Bildern kombiniert wird und daraus eine neue Stimmung entsteht ist das sehr spannend.

Dein Album ist zwar nicht rein instrumental aber wie du gesagt hast, stehen die Beats im Vordergrund. Ich denke gerade in der Post-Dilla-Ära hat sich eine sehr lebendige Beat Scene entwickelt, auch hier in Europa mit Sachen wie dem Hi-Hat Club. Verfolgst du diese Bewegung mit und was hältst du von der Entwicklung?
Ich finde das super und eine der wichtigsten Entwicklungen, die es im Genre HipHop in letzter Zeit gegeben hat. Es ist grossartig, dass sich die Produzenten und kreativen Köpfe emanzipiert haben und nicht mehr das Gefühl haben, sie seien auf irgendwelche MC’s angewiesen. Dabei entstehen sehr spannende Sachen wie die erwähnte Hi-Hat Club Serie, auch das Album von Brenk finde ich super. Das einzige Manko dieser Bewegung ist noch, dass es die wenigsten schaffen, wirkliche Songs zu produzieren. Vieles hat noch sehr diesen Dilla-Donuts-Vibe mit 45 Sekunden Instrumentals. Das ist zwar cool, ich hoffe aber trotzdem, dass es bald Leute gibt, die es schaffen, Spannungsbögen in ihre Tracks zu packen und nicht einfach Beats, sondern richtige Songs produzieren. Aber das wird sicherlich bald kommen.

Zum Abschluss muss ich dich natürlich noch nach dem Topf fragen. Als ihr euch letztes Mal euren Soloprojekten gewidmet habt, war von Beginn weg klar, dass es danach ein neues Crewalbum geben wird. Wie sieht es dieses Mal aus?
Wir gehen ab November wieder ins Studio und ich freue mich darauf.

Interview: Fabian Merlo

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