Nipsey Hussle – nächstes Album ebenfalls kostenlos und für 100 Dollar

Bis vor kurzem machte es den Eindruck als würde Nipsey Hussle als ein weiterer Rapper in die Geschichte eingehen, der nicht über einen Mixtape-Hype herauskommt. Mit seinem kürzlich releasten Mixtape und der Idee, dieses in limitierter Auflage für 100 Dollar zu verkaufen, hat er sich aber definitiv zurück in die Schlagzeilen gebracht. 100’000 Dollar soll er damit an einem Tag verdient haben und selbst Jay Z riss sich 100 Stück unter den Nagel.

Aufgrund der positiven Resonanzen will Nipsey seine „Proud-2-Pay“-Kampagne nun offenbar weiterziehen mit seinem kommenden Album „Victory Lap“. Die Scheibe soll in verschiedensten Formen erhältlich sein. Zum einen ganz regulär im Handel und über iTunes. Dann will er es jedoch auch wiederum kostenlos anbieten und schliesslich wird es auch wieder einige Exemplare geben, die man sich für 100 Dollar erwerben kann.

Die Idee dafür kam übrigens aus einem Buch, in welchem von einem „Cheesesteaks“-Händler die Rede ist, der seine Ware plötzlich für 100 Dollar verkaufte und damit das Interesse der kaufkräftigen Kundschaft weckte: „I got a few mentors who put me on books and literature and all that. I got to the second chapter of Jonah Bergers: Contagious Why Things Catch On. It was just talking about how this restaurant owner in Philly started selling Philly cheesesteaks for $100 out of his restaurant. It set off all types of conversations. Everybody was talking about it. All types of influential people came through and wanted to check out why it was $100. Oprah came through and bought one. David Letterman bought one. He got all type of exposure and publicity. It became a staple. Everybody started come through to support, buying $100 cheesesteaks. I put the book down and I was like, ‚We about to do that with the album. Nobody did that with music.“

Mal schauen, ob sich diese Aktion wirklich wiederholen lässt!

Yelawolf – „Black Fall“-EP mit DJ Paul zum Download

Wie versprochen veröffentlichen Yelawolf und DJ Paul von der Three 6 Mafia heute ihre gemeinsame EP „Black Fall“. Das von DJ Whoo Kid gehostete Projekt zeigt ihre Vorliebe für rockige Klänge.

Fünf Tracks sind auf „Black Fall“ zu finden auf denen Yelawolf einzig mit Rittz kollaboriert und ansonsten auf Gast-Rapper getrost verzichten kann.

Wann sein zweites voraussichtlich „Love Story“ betiteltes Album bei Shady Records erscheinen wird steht momentan noch in den Sternen.

Megaloh – „Auf Ewig 3 in Arbeit / im Aightgenossen.ch Interview“

Bis die breite Öffentlichkeit einen Künstler entdeckt braucht es manchmal etwas länger. Dieser Moment fällt nicht gerade selten mit der Phase zusammen, in welchem der Künstler sich ein richtiges Umfeld geschaffen hat. Bei Megaloh scheint momentan alles zu stimmen, er hat die richtigen Leute um sich herum und ist endlich auch geschäftlich in guten Händen. Über die Skills des Berliners braucht man sich sowieso keine Sorgen zu machen.

Spätestens mit dem Album „Endlich Unendlich“ hat er sich definitiv auf der Landkarte des Deutschrap festgesetzt. Das ist keine Selbstverständlichkeit wollte er doch seine Karriere vor wenigen Jahren vorzeitig beenden. Nun ist er einfach nur Dankbar für den massiven Support der stetig wachsenden Fangemeinde.

Wir trafen den sympathischen Hünen zum Gespräch über seine Karriere bei welchem er uns auch verriet, dass er trotz massivem Pensum bereits wieder Texte für ein nächstes Album und das Mixtape „Auf Ewig 3“ schreibt.

Hier geht’s zum Interview.

Foto: Lukas Mäder (lukasmaeder.ch)

Curren$y – „The Smoke-EP mit Smoke DZA & Harry Fraud zum Download“

Vor weniger als einem Monat kam die Ankündigung von Curren$y, dass er gemeinsam mit Smoke DZA und Harry Fraud eine EP namens „The Stage“ eingespielt hat und wie vermutet liessen sie uns nicht lange darauf warten.

Natürlich sind Curren$y und Smoke DZA auf allen vier Tracks gemeinsam zu hören auf „10 Bricks“ werden sie ausserdem von French Montana und Big K.R.I.T. unterstützt.

„La Musica de Harry Fraud“ kommt entspannt daher so wie es zu den beiden Blunt Brothers passt.

Wir hätten nichts dagegen wenn es zukünftig noch mehr Musik von Spitta Andretti, dem Kushed God und Harry Fraud geben würde!

Evidence – & Alchemist: „Ron Carter und Tracklist von

Vor kurzem erreichte uns leider die Meldung, dass das gemeinsame Album von Evidence und Alchemist erneut verschoben wurde und nun erste nächstes Jahr, genauer gesagt am 21.01., erscheinen wird. Nun sind zumindest das Cover, die Tracklist und ein Song, der es nicht auf das Album geschafft hat, aufgetaucht.

Kommen wir zuerst zu den Fakten: Auf „Lord Steppington“ erwarten uns 14 Tracks auf denen die Step Brothers mit Action Bronson, Roc Marciano, Fashawn, Styles P, Oh No, Rakka Iriscience, Blu, Domo Genesis und The Whooliganz kollaborierten. Bei der Produktion darf man davon ausgehen, dass Alchemist und Evidence selber Hand angelegt haben.

Mit „Ron Carter“ offerieren sie uns ausserdem einen Song, der es nicht auf das Album geschafft hat. Die etwas ungewöhnliche Inspiration für den Track erzählt Evidence: „The beat kinda reminded me of “We Are The World” -especially the drums. If you listen to 2:12 of “We Are The World,” you will hear what I’m talking about. The rap style was inspired by a group called Big Fortune that recorded a classic album in 1987, but unfortunately had to disband due to Lenny, the bands lead DJ. Lenny became self destructive and ruined everything. David Letterman’s dressing room was the last straw, in 1989, when Chico punched Lenny and sent him into a coma. He died weeks later and Chico was sentenced to 25 to life, for involuntary manslaughter. Still a classic to us, though. Step Brothers pays homage to Lenny, Chico, & all of the Big Fortune team.“

Evidence spielt gemeinsam mit seiner Crew Dilated Peoples und Brother Ali am 16.11. in der Roten Fabrik in Zürich.

1.) “More Wins”

2.) “Dr. Kimble”

3.) “Byron G” f/ Domo Genesis & The Whooliganz (produced by Evidence)

4.) “Legendary Mesh”

5.) “No Hesitation” f/ Styles P

6.) “Swimteam Rastas”

7.) “Mums In The Garage” f/ Action Bronson

8.) “See The Rich Man Play” f/ Roc Marciano

9.) “Banging Sound” f/ Fashawn

10.) “Step Masters”

11.) “Tomorrow” f/ Rakka Iriscience & Blu

12.) “Draw Something” f/ Oh No

13.) “Buzzing Away”

14.) “Just Step”

Tinie Tempah – „Shape mit Big Sean“

Gut drei Jahre liess sich Tinie Tempah nach seinem überaus erfolgreichen Erstling „Disc-Overy“ Zeit für den Nachfolger. Dieser wird nächste Woche unter dem Titel „Demonstration“ erscheinen. Darauf erwarten uns 14 Tracks mit Gastbeiträgen von 2 Chainz, Big Sean, Dizzee Rascal, Ty Dolla $ign, Labrinth, Emeli Sandé, Ella Eyre, John Martin, Candice Pillay, Sway Clarke II, Paloma Faith und Laura Mvula.

Nachdem er sich für die erste Single 2 Chainz geschnappt hatte gibt es nun auf „Shape“ erneut eine Zusammenarbeit mit einen prominenten Rapper aus Übersse. Wie Tinie und Big Sean harmonieren könnt ihr unten nachhören.

„Demonstration“ erscheint am 08. November.

1. Someday (Place in the Sun) (feat. Ella Eyre)
2. Trampoline (feat. 2 Chainz)
3. Don’t Sell Out
4. It’s OK (feat. Labrinth)
5. Mosh Pit (feat. Dizzee Rascal & Ty Dolla $ign)
6. Looking Down the Barrel
7. Children of the Sun (feat. John Martin)
8. Witch Doctor (feat. Candice Pillay)
9. Shape (feat. Big Sean)
10. Lover Not a Fighter (feat. Labrinth)
11. A Heart Can Save the World (feat. Emeli Sandé)
12. Tears Run Dry (feat. Sway Clarke II)
13. Lost Ones (feat. Paloma Faith)
14. Heroes (feat. Laura Mvula)

Eminem – „Love Game mit Kendrick Lamar / entschuldigt sich bei seiner Mutter auf

Mit „The Marshall Matters LP 2“ geschah, was mit heisserwarteten Alben halt so geschieht kurz vor der Veröffentlichung. Daher sind nun einige Infos sowie der mit viel Spannung erwartete Song mit Kendrick Lamar im WWW aufgetaucht.

Apropos Erwartung: Der „Love Game“ betitelte Song klingt definitiv anders als man es wohl von einer Kollaboration von Eminem und Kendrick erwartet hätte. Ein paar Hördurchgänge dürfte es schon brauchen bis am man sich damit angefreundet hat. Ihre lyrischen Skills kommen trotz des gewöhnungsbedürftigen Soundbilds aber natürlich nicht zu kurz.

Neben „Love Game“ wurde vor allem ein Track namens „Headlights“ heftig diskutiert, den wir euch unten ebenfalls angehängt haben. Auf diesem entschuldigt sich Eminem bei seiner Mutter, die bekanntlich auf vielen Songs der Kritik ihres Sohnemanns ausgesetzt war.

Heute tut es ihm leid, dass er mit seiner Mutter so hart ins Gericht ging: „I went in headfirst / Never thinking about who what I said hurt / In what verse / My mom probably got it the worst / The brunt of it, but as stubborn as we are / Did I take it too far? / ‚Cleaning Out My Closet‘ and all them other songs / But regardless, I don’t hate you ‚cause ma / You’re still beautiful to me, ‚cause you’re my mom.“

Die Schuld sieht er heute eher bei seinem Vater: „Why we always at each other’s throats / Especially when dad, he fucked us both / We’re in the same fucking boat / You’d think that it’d make us close, nope.“

Weiter erzählt er, dass er den Song „Cleaning Out My Closet“ nicht mehr live spiele: „Cause to this day we remain estranged and I hate it though / Cause you ain’t even get to witness your grand baby’s grow / But I’m sorry mama for ‚Cleaning Out My Closet,‘ at the time I was angry / Rightfully maybe so, never meant that far to take it though, ‚cause / Now I know it’s not your fault, and I’m not making jokes / That song I no longer play at shows and I cringe every time it’s on the radio.“

Bis man „The Marshall Matters LP 2“ in voller Länge und legal hören kann muss man sich nur noch bis zum 05. November gedulden.

Megaloh – „Die Macht des Wortes ist in Vergessenheit geraten“

Während seiner doch schon ziemlich lange andauernden Karriere arbeitete Megaloh mit so unterschiedlichen Künstlern wie Xavier Naidoo, Fler, Patrice, Frauenarzt, Massiv, Basstard oder Samy Deluxe. Trotzdem flog der Hüne aus dem Berliner Quartier Moabit irgendwie immer ein bisschen unter dem Radar. Dies führte dazu, dass er 2010 seine Rap-Karriere eigentlich an den Nagel hängen wollte. Es kam alles ein bisschen anders, so dass Megaloh heute zufrieden resümieren kann: „Wer kann einfach zehn Jahre erfolglos Musik machen, trotzdem mit den krassesten Künstlern arbeiten und dann am Ende bei ’nem Majorlabel stehen?“ Das soll ihm tatsächlich erst mal einer nachmachen. Mit einigen aufsehenerregenden Features erweiterte Megaloh den Radius seiner Hörerschaft und schliesslich unterschrieb er bei Max Herre’s Label Nesola, wo dieses Jahr „Endlich Unendlich“ erschien, das Megaloh als sein Debüt bezeichnet. Er schmiss einst sein Studium für Rap, er versuchte sich jahrelang zu etablieren während er einen Knochenjob mit der Rap-Karriere und der Verantwortung als Familienvater zu verbinden suchte. Nun scheint sich dies alles auszuzahlen.

„Endlich Unendlich“ ist nun über ein halbes Jahr draussen. Bist du zufrieden wie alles gelaufen ist mit etwas Abstand?
Mehr als zufrieden. Was die Fans zurückgeben gibt mir ein unglaubliches Gefühl. Seit das Album draussen ist sind wir jedes Wochenende irgendwo aufgetreten und das sogar vor der eigentlichen Tour, die jetzt gerade abklingt. Die Leute geben sehr viel Liebe zurück und teilen persönliche Erfahrungen, die sie mit der Musik verbinden. Man merkt halt einfach, dass geiler HipHop wieder gefragt ist.

Du hast ja auch selber das Album als deine letzte Chance bezeichnet. Du hast diese also genutzt?
Ja sozusagen. Ich hatte Glück da ich nicht gedacht hätte, dass sie Leute auf Anhieb so geil darauf reagieren. Dabei geht es auch gar nicht um Verkaufszahlen, sondern dass das ganze weiterhin wächst. Als die Platte rauskam bekamen wir eine gute Resonanz, mehrheitlich gute Kritiken und die Leute haben die Platte aufgefasst und geben die Energie nun zurück. Das sahen wir dann bei den Konzerten wo es teilweise Situationen gab, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich hätte nicht gedacht, dass meine Musik so etwas bewirkt und es möglich ist, die Leute so zu berühren. Ich habe schon länger Musik gemacht und 2010 kam ich an den Punkt als ich dachte, es sei nun vorbei. Damals dachte ich es solle halt nicht so sein doch wie anfangs gesagt hatte ich halt Glück. Es ist ein Segen.

Wie du gerade erwähnt hast bist du schon länger Teil des Rap-Games. Gleichzeitig gehst du auch immer noch einer regulären Arbeit nach. Dies sind also zwei Konstanten was hat sich denn aber krass verändert seit dem Release der Platte?
Die grösste Veränderung ist noch mehr Arbeit (lacht). Ich habe noch immer den Job und gleichzeitig versuche ich nebenher neue Musik zu kreieren. Wie gesagt war ich nun aber jedes Wochenende unterwegs es gibt also praktisch keine Ruhephasen mehr und wenn es doch Mal eine Zeit ohne Termin gibt dann widme ich diese meiner Familie. Insofern gibt es keine Momente in denen ich einfach abschalten kann, daher muss ich andere Wege finden wie etwa wenn ich unter der Dusche oder auf dem Weg zur Arbeit bin und dann meinen eigenen Gedanken nachgehen kann. Aber das ist alles für die gute Sache und ich wäre der letzte Idiot wenn ich mich darüber beschweren würde, denn ich sehe ja wie die Dinge sich bewegen. Ich sagte schon zu Beginn des Jahres, dass dies das Maschinen-Jahr wird und ich einfach alles geben muss. Bis jetzt hält die Maschine Gott sei Dank noch.

Wie funktioniert das denn wenn du einen neuen Song schreiben willst, wie kannst du dir fürs Kreativsein Freiräume schaffen?
Wirklich Kreativphasen, in denen ich alleine bin, gibt es keine. Das muss alles zwischendurch passieren und wenn ich eine Idee habe tippe ich mir diese aufs Handy oder merke sie mir. Vieles muss sich halt stückchenweise ergeben aber das funktioniert irgendwie, auch wenn ich das selber nicht gedacht hätte. Man ist doch zu mehr fähig als man denkt. Der Mensch ist zwar ein Gewohnheitstier aber man kann seine Leistungsgrenzen auch noch oben ausweiten. Das teste ich gerade.

Du wurdest vermutlich von einem breiteren Publikum wahrgenommen als du mehr oder weniger zur selben Zeit auf dem „Niemand“-Remix von Joy Denalane sowie dem „Hände Hoch“-Remix von Samy Deluxe zu hören warst. War das Zufall oder hast du dir damals bewusst versucht ein neues Umfeld aufzubauen?
Nein das war Zufall. Samy ist ja auch auf dem Remix von „Niemand“ und wenn ich mich richtig erinnere sagte er mir schon beim Videodreh, dass er eine Idee für mich hat. Ich bin Max, Samy und natürlich auch Joy extrem dankbar, dass sie mir die Gelegenheit gaben Glänzen zu können. Dadurch kam ich in die Position, in der ich wieder relevant war und die Chance bekam einen Deal zu unterzeichnen und eine Platte zu veröffentlichen. Es ist einfach schön was HipHop kann (lacht).

Noch mehr ins „Rampenlicht“ kamst du durch deinen Part auf „Rap ist“ des Max Herre-Albums. Ich bin wohl nicht der einzige, der diese Strophe als eine der besten der letzten Jahre bezeichnet. Hast du das Gefühl seither an dieser gemessen zu werden?
(lacht) Ich find die Strophe gar nicht so krass. Sie ist schon cool aber ich finde, dass ich schon viel krassere Strophen geschrieben habe. Es ist cool, dass die bei den Leuten so hängengeblieben ist aber das liegt wohl auch daran, dass Max einfach eine grössere Reichweite hat. Wenn das Album direkt auf Platz 1 geht und dann auch noch Gold geht, bekommen das viele Leute mit besonders weil der Song als boombapiger Rap-Track auch noch hervorsticht. Ich bin einfach nur Dankbar für die Chance die ich bekommen habe und dass die Leute die Musik so zu schätzen wissen.

Du sagtest im Interview mit der Juice, dass du zwar schon immer ein guter Rapper warst bis zu diesem Album hättest du dich aber nie um Songwriting oder Arrangements gekümmert. Lag dein Fokus damals ganz auf dem MCing?
Es gibt ja das klassische Schema mit 16 Bars Strophe, Refrain und wieder 16 Bars Strophe. Nach diesem ging ich vor wobei mir der Refrain immer am unwichtigsten war. Mir ging es schon immer um die Strophen, diese zu schreiben feiere ich richtig. Mittlerweile ist mir das Songkonzept wichtiger geworden und die grosse Message die über dem Ganzen steht. Im Text kann man dann auf die kleinen Details eingehen und Verschnörkelungen machen aber das grosse Ganze ist halt einfach wichtiger geworden. In diesem Zusammenhang habe ich mich dann auch mehr mit Songstrukturen auseinandergesetzt und dafür hatte ich mit Max natürlich einen guten Mentor. Wir chillen zwar nicht die ganze Zeit zusammen im Studio aber er hat auf jeden Fall ein paar Jewels gedroppt, sage ich mal. Ich habe ein geiles Umfeld um Musik zu machen.

Du bist ein sehr vielseitiger MC, das reicht von poetischen und persönlichen Sachen über Strassenaffinität bis zu deinem Feeling für gute Punchlines. Musstest du dich auf „Endlich Unendlich“ quasi einschränken und auf eine Richtung konzentrieren?
Das ist richtig. Ich habe mich bewusst für eine Richtung entschieden in der meines Erachtens trotzdem viel zu finden ist, es sind schon Fragmente von verschiedenen Sachen zu sehen. Es ging mir aber primär darum eine ehrliche Message zu bringen, die auch ohne Kraftausdrücke und ohne das Zeichnen eines bestimmten Bildes auskommt. Es soll möglichst faktisch und gleichzeitig poetisch rüberkommen. Ich finde die deutsche Sprache hat viel zu bieten und es gibt auch eine lange zurückreichende Sprachkultur mit Schiller, Goethe und anderen Dichtern auf die man ja sehr stolz ist. Die Macht des Wortes ist ein bisschen in Vergessenheit geraten. Dies und meine Geschichte waren mir am wichtigsten denn ich wollte etwas Zeitloses schaffen. Rap hat aber auch viel mehr zu bieten und man kann das in verschiedene Geschmackrichtungen ausufern lassen, was ich in Zukunft wieder mehr bedienen will. Auf dem Album war es mir aber wichtig einen möglichst grossen gemeinsamen Nenner zu finden denn ich hatte erstmals eine grosse Plattform und mit dieser wollte ich eine Basis schaffen auf der ich aufbauen und vielleicht zukünftig mehr machen kann als auf dieser Platte.

Obwohl man die Rapper quasi als Poeten der Gegenwart bezeichnen kann ist Rap in Deutschland deiner Meinung nach im Vergleich zu Frankreich oder den USA noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen und wird häufig auf Klischees limitiert. Das konnte man kürzlich bei Kai Pflaume wieder beobachten. Was fehlt in Deutschland, oder auch der Schweiz noch, bis es diesen Stellenwert erlangt?
Qualitativ bessere Musik und bessere Promotion würde ich mal sagen. In der Mitte der Gesellschaft klingt vielleicht bescheuert aber das heisst einfach, dass ganz normale Leute oder auch Filmschauspieler, die man nie mit Rap assoziieren würde, Rap-Texte mitrappen können, das öffentlich feiern und Lieblingslieder haben. In Deutschland geht das gerade erst los und es gibt einige Künstler wie Sido, Samy oder auch Bushido auf die sich die Leute einigen können und die auch Promis als Führsprecher haben. Das ganze hinkt noch einige Jahre hinterher aber es nimmt seinen Lauf, die Medien gehen nicht mehr ganz so oberflächlich an das Thema heran und den Rappern wird auch nochmals eine Chance gegeben. So wie etwa mir bei Markus Lanz. Das ist zwar etwas ausgeufert aber als Ganzes wurde ich von Markus Lanz respektvoll behandelt und es kamen weniger Klischees als ich gedacht hätte.

In einem Interview sagtest du, du würdest dafür sorgen, dass Leute ausserhalb von Rap Rap verstehen. Ist dir das gelungen?
Ich glaube schon. Ich erreichte zumindest viele Leute, die sonst keinen Rap hören oder zumindest keinen deutschen Rap. Das ist für mich auch ein wichtiges Ziel. Wenn man geilen Rap macht ist das einfach gute Musik mit Energie sowie musikalischer und sprachlicher Vielfalt. Man muss den Leuten einfach den richtigen Song zeigen und damit kann man Türen öffnen.

Kürzlich hast du das Mixtape „Auf ewig 2“ veröffentlicht. Auf diesem hast du nicht nur einen vergessen geglaubten Beat von 4 4 Da Mess ausgegraben sondern du rappst auch, für mich etwas überraschend, auf einem Beat von Blumentopf. Nach welchem Kriterium hast du die Beats gepickt?
Primär musste der Beat geil sein und der Song sollte in gewisser Form eine Relevanz haben für deutschen Rap. Es soll eine Hommage an den Deutschrap der Neunziger sein und natürlich auch an die damalige Vielfalt, die mit der Zeit vergessen ging. Blumentopf ist eine bekannte Gruppe und der Beat von „6 Meter 90“ ist einfach nur geil als fand ich es nur fair den auch zu benutzen.

Für mich passt das auch in die momentane Zeit in der völlig verschiedene Richtungen scheinbar problemlos nebeneinander existieren können. Die Krönung war diesbezüglich der kürzlich veröffentlichte Sido Track „30-11-80“, wer hätte schon geglaubt, dass Dr. Renz von Fettes Brot und Bushido jemals auf demselben Song zu hören sind? Woran liegt das deiner Meinung nach, dass momentan verschiedene Richtungen nebeneinander existieren und auch erfolgreiche sind?
Es ist nicht wie früher als man sich entscheiden musste. Es gibt eine grosse Vielfalt und man hat sich auch daran gewöhnt, dass Rap verschiedene Facetten hat. Die Individualität der Menschen definiert sich heute nicht durch eine Entscheidung, sondern eben genau durch die Vielfalt die man hat, denn ansonsten ist man ja nicht individuell. Jeder kann seine Playlist völlig eigen zusammenstellen. Ich weiss auch gar nicht ob die Vielfalt grösser ist aber durch das Internet ist es leichter erreichbar und hörbar, man muss ja nicht mehr in den Laden gehen und sich die CD anhören.

Als wir 15 Jahre alt waren wäre es fast nicht möglich gewesen Cro und Haftbefehl gleichzeitig zu feiern.
Ja das stimmt. Ich würde das alles unter dem Begriff Hipster laufen lassen. Als Hipster ist ja alles möglich. Man verbindet den HipHop-Style mit lässigen Wollmützen und den Hosen, die ich als Pommesjeans bezeichne. Ich glaube einfach nicht, dass es gesund ist für Männer das zu tragen (lacht).

Ja ich glaube das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Bei meiner Recherche bin ich darauf gestossen, dass du bei EMI als Toplinewriter und Vocal Coach unter Vertrag stehst. Was kann man unter einem Toplinewriter verstehen?
So wie ich das verstanden habe ist das jemand, der die Zeilen für einen Sänger schreibt. Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht genau aber für mich hiess es, dass ich einen Song schreiben muss, diesen Pilotmässig aufnehmen lasse und dann singt der Sänger, der ihn gekauft hat, nach. Dabei hängt man noch im Studio rum und unterstützt ihn.

Im Juice-Interview sagtest du auch, dass du für Sänger schreiben willst und es dir egal ist ob Schlager oder Soul. Könntest du dir wirklich vorstellen für Schlagersänger zu schreiben oder ist es vielleicht sogar schon passiert?
Ich habe tatsächlich schon etwas in diese Richtung geschrieben und habe gemerkt, wie leicht das von der Hand geht, denn ich nehme es auch nicht sonderlich ernst. Der Hustler in mir denkt dann einfach, dass da viel Geld drinsteckt für etwas, dass sehr leicht geschrieben wird. Gebt mir die Möglichkeit und ich schreib euch die Schlageralben des Jahres (lacht). Die deutsche Sprache wird ja sehr schnell pathetisch und es gibt viele Wörter die gewichtige Bilder aufgreifen können, das Thema ist eh ziemlich begrenzt in dem Bereich. Man muss dann einfach nur die richtigen Wörter mit dem Thema verknüpfen.

Weg von Schlager und zurück zu Rap. Die Tour ist nun bald zu Ende, was steht als Nächstes bei dir an?
Ich arbeite momentan am nächsten Album. Also eigentlich arbeite ich die ganze Zeit an Musik ohne eine Abschlussphase zu haben es geht einfach immer nahtlos weiter. Derzeit mache ich mir Gedanken über ein nächstes Album und das „Auf ewig 3“-Mixtape steht auch noch an. Das wird mindestens eine Trilogie werden, man wird sehen ob es danach noch weitergeht.

Sind die Beats schon ausgewählt?
Ja die sind bereits ausgewählt mehr will ich jetzt aber noch nicht verraten. Die Kenner werden sich ein, zwei Dinge denken können die einfach passieren müssen weil es der Geschichte des deutschen Rap geschuldet ist. Lasst euch überraschen.

Interview: Fabian Merlo
Fotos: Lukas Mäder (lukasmaeder.ch)

Statik Selektah – & Ransom: „Dollars & Sense“

Statik Selektah gehört zu den fleissigsten Hustlern im Rap-Geschäft und obwohl er mittlerweile mit vielen bekannten Acts gearbeitet hat ist er sich nie zu schade auch noch weniger namhaften Künstlern unter die Arme zu greifen.

So produzierte er etwa für Ransom das Album „The Proposal“, welches Ende September über iTunes erschien.

Nun wird das Album auch in physischer Form erscheinen und dafür wird die Scheibe mit zusätzlichem Material aufgestockt. Zum einen mit dem Song „Never Forget“ auf dem Termanology als Gast zu hören sowie mit dem Track „Dollars & Sense“, den wir euch unten angehängt haben.

„The Proposal“ erscheint am 05.11..

Young Jeezy – von den Hells Angels verklagt

Es gibt gewisse Gruppierungen mit denen man lieber keine Meinungsverschiedenheiten hat und dazu gehören mit Sicherheit die Hells Angels. Genau dies ist jedoch Young Jeezy passiert obwohl sich das ganze bislang nur vor Gericht abspielt.

Grund dafür ist das von Jeezy ins Leben gerufene Kleiderlabel 8732 Apparel, dessen Logo zugegebenermassen stark an dasjenige der Hells Angels erinnert. Diese haben nun einen Anwalt eingeschaltet der zum einen Anteile des Gewinns sowie die Einstellung der Produktion verlangt. Welche Summe sie von Jeezy genau fordern ist nicht bekannt.

Es ist womöglich schlauer wenn Jeezy versucht einen Kompromiss zu finden.