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The Incredible
13.02.2007, 15:43
Quelle: Tagesanzeiger (http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/wirtschaft/718755.html)

Die Musikindustrie verlangt bis zu 5000 Franken pro Jahr von DJs, die Lieder für ihre Auftritte auf eine Festplatte laden.

Von Eric Baumann

Als Schrecken der Nutzer von Downloadbörsen hat sich Ifpi Schweiz, Branchenverband der Musikindustrie, bereits einen Namen gemacht. Nun hat sie neue Opfer ausgemacht: die DJs. Ihnen droht sie mit happigen Schadenersatzforderungen und strafrechtlichen Konsequenzen.

Dabei geht es nicht etwa um das öffentliche Abspielen fremder Lieder - dafür kassiert bereits die Urheberrechtsverwalterin Suisa. Betroffen von der Ifpi-Steuer sind unerwartete Bereiche: Zahlen sollen DJs, wenn sie vor einem Auftritt Lieder auf den Computer laden oder auf einer CD zusammenstellen, um so für ihr Set weniger Platten mitschleppen zu müssen. Zahlen sollen sie auch, wenn sie eine CD mit ihren Lieblingstracks mischen, um Klubbetreiber von ihrem Repertoire zu überzeugen, oder wenn sie einige Hörproben daraus ins Netz stellen.

In allen diesen Fällen geht es nur um das Kopieren von Songs. «Labels müssen für solche Kopiervorgänge entschädigt werden», findet Beat Högger von Ifpi Schweiz.

DJs, die sich Ärger ersparen wollen, müssen künftig aufs Kopieren verzichten oder zahlen. Denn die Tarife sind happig: Best-of-Zusammenstellungen für Auftritte oder zur Promotion kosten je 2000 Franken pro Jahr. Wer weniger als zwölfmal jährlich auftritt, muss «nur» 500 Franken hinblättern. Wer Soundmüsterchen ins Internet stellt, bezahlt pauschal 500 Franken. Alles zusammen ergibt, inklusive 7,6 Prozent Mehrwertsteuer, exakt 4842 Franken.
Post für 200 DJs

Letzte Woche haben rund 200 einheimische DJs einen persönlich adressierten Warnbrief der Ifpi erhalten. Im Couvert dabei war auch gleich ein Vertrag, um die entsprechenden Rechte abzugelten. «Wir haben die Adressen in DJ-Datenbanken gefunden», sagt Högger. Wer bis 19. Februar unterschreibt, erhält «gratis» die Rechte für das vergangene Jahr dazu. Wer den Vertrag bricht, bezahlt mindestens 5000 Franken Busse.

«Ich bin ganz schön erschrocken, als ich diesen Brief erhalten habe», sagt der Zürcher House-DJ Dani Koenig. Dass ihn die Sache gar nicht betrifft, merkte er erst nach einem einstündigen Telefongespräch mit einem Mitarbeiter der Ifpi. «Der Gesprächspartner hatte keine Ahnung, mit welchen Mitteln ein DJ arbeitet und wo er seine Songs bezieht.» Styro2000, Zürcher Elektro-DJ, glaubte an einen schlechten Scherz: «Offenbar ist die Plattenindustrie am Zusammenklappen. Das Vorgehen ist total daneben.»

Daniel Ott, Betreiber des Aufnahmestudios Plärrr in Schaffhausen, schreibt in einem offenen Brief von einem «Kriegszug gegen Schweizer DJs»: «Bei der Auszahlung werden garantiert die Falschen unterstützt.» Schliesslich rührten DJs die Werbetrommel für Tonträgerproduzenten.

Laut Ifpi-Mitarbeiter Högger fliessen Einnahmen aus den Verträgen mit DJs nicht direkt an Musiker, sondern an die Ifpi-Mitglieder, an Musikkonzerne wie Universal, Warner, Sony BMG und EMI. Verteilt wird nach Anzahl verkaufter Alben. Vergangenes Jahr hätten also die Labels von Interpreten wie den Red Hot Chili Peppers und Robbie Williams am meisten profitiert.

Das bemängeln selbst Schweizer DJs, die mit ihren eigenen Produktionen öfters in der einheimischen Hitparade auftauchen. DJ Tatana etwa: «Die meisten der betroffenen DJs spielen Musik von internationalen Dance Labels, die in der Schweiz wenig verkaufen und deshalb bei der Verteilung nicht berücksichtigt werden.» Robert Meyer alias Minus 8 findet, die Ifpi müsste unterscheiden zwischen Liedern, die vor dem Kopieren gekauft worden sind, und solchen, die ohne Bezahlung im Internet heruntergeladen wurden.

Ifpi-Vertreter Högger geht sogar davon aus, dass solche DJs von dieser Aktion profitieren: «Sie betrifft nicht Leute mit ausschliesslich eigener Musik, sondern DJs, die beispielsweise Gloria Gaynors ‹I Will Survive› auflegen.» Er bestätigt, dass Ifpi neue Einnahmequellen erschliessen will.

Nach den Plattenlegern müssen sich weitere Zielgruppen auf einen Brief des Musikindustrieverbands gefasst machen. «Es gibt heute beispielsweise viele Restaurants, die ab einem iPod oder einem Computer Musik spielen.» Solche Berieselung setze, so Högger, einen Überspielvorgang voraus: «Auch in diesem Fall ist das Kopierrecht tangiert.»

The Blaze
13.02.2007, 15:50
truurigi aktion...

Fletsch
13.02.2007, 16:58
jaja...reini Geldgier.