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emm
25.05.2009, 11:10
Meine Damen und Herren, auch wenn ich zugegebenermassen ein regelrechtes Bloggerdenken an den Tag lege (siehe hier (http://www.renne.ch/archives/1309)), muss ich trotzdem ab und an einfach den Umständen des Lebens Tribut zollen: ich hätte am Mittwoch nach dem Bundesgerichtsbesuch um halb drei auf den Zug gehen müssen, um dann von dort mit dem allmächtigen Hands Solo wiederum den Zug nach Stuggi zu erwischen und dort abzugehen. Das war mir aufgrund der sich auf meinem Pult stapelnden Arbeit leider nicht möglich. Die grosse Entscheidung “Wohin geht’s aus der Sicht eines Blogschreibers?” wurde mir also abgenommen - es blieben nur Luzern*oder der Mann von Melanie Winiger. Und da, wie Dizzle das richtig gesagt hat, ersteres geradezu alltäglich ist, ging ich nach Zürich in die Maag und guckte mir den Andres an. Der Stu war auch noch da (und wartete nach eigener Aussage nur jeweils auf die Hits, die er von Radio NRJ her kennt), dazu gab’s die Seve und die Nati fürs Auge, ein paar kühle Biere für die Kehle und fertig war der Setup.

Ein Wort zum Andres: egal was Ihr sagt, Dude ist der beste. Klar, in der Maag war Rauchverbot wegen 9-jähriger Kinderlungen, klar, Typ funktioniert und arbeitet straight nach Schema (warum heissen Stress-Refrains*eigentlich nicht Karolyn-Refrains?), klar, Dude ist manchmal enorm lapidar und eindimensional (On n’a qu’une terre? REALLY??!?), aber er ist live verdammt, verdammt, verdammt gut. An meinen Konzerten hatte es zumindest noch nicht so viele Hände, die so schnell und so häufig und so lange oben waren, was natürlich auch daran liegt, dass ich das gar nicht WILL, weil ich die Sache verrückt Untergrund behalte*(Yeah, right, lol!), aber eben, da Stress pop gegangen ist, darf er das natürlich, und er macht es recht gut. Jedenfalls habe ich bei einem Klo- und Bierholunterbruch und einem kurzen Gespräch mit Afu-Ra (bei aller Liebe,*Realkeepers,*Dude ist wirklich nicht mehr relevant 2009)*genau Rester soi-mêmeaka meinen Lieblingssong von der letzten BRAVO-Hits verpasst, was mich natürlich traurig stimmte, aber zum Glück kam nachher gleich Libéré, da kenne ich die Hook und konnte also gut mitsingen, was mich wieder mit dem Stress versöhnte. Konzertbeginn um neun (Fool, es gibt Leute, die arbeiten?!?), Ende um viertel vor elf, eine faire Angelegenheit. Die Nati dann zu mir ihrem Typen, der Stu in irgendeine Zürcher Bar, die Seve und ich nach Lu. In Luzern dann noch semisteil, aber keine Grossartigkeiten.

Den Donnerstag streiche ich aus dem Wrap-Up, denn immerhin war es ein Feiertag, der gehörte also dem Herrn.

Freitag, yours truly ist zurück im Westen und nimmt irgendwelchen IUR-II-Köpfen eine schriftliche Prüfung ab, langweilt sich dabei fast ins Grab, weiss aber, dass das erst der Anfang des Wahnsinns ist, denn die 130 Exemplare müssen ja auch noch korrigiert werden (was heute Montag dann der Fall ist). Höhepunkt des Tages: die Spooman Plattentaufe in der Schüür, und Euer Mann Emmster war auch da und griff zum Mikro.

Ein Wort also auch zum Spooman bzw. zu den Fratelli-Bs und dem Steven und zu mir. Die Schüür in Luzern war der Rahmen, und das ganze gestaltete sich (leider, so muss man wohl sagen) als eher familiäre Angelegenheit. Zwar gab sich die ganze (Luzerner) Oldschool die Klinke in die Hand, von Kaze bis Bramas bis Shark bis Mate bis zur Crazy Force Crew und Dreiviertel des Wrecked Mobs war alles am Start, aber schlussendlich hatte es eben doch nicht so viele Leute, wie man wohl gehofft hatte. Ich enterte jedenfalls um zehn die Bühne und erlebte ein sehr eigenartiges Publikum - die machten alles mit, was man von ihnen wollte, hängten dann aber immer gleich wieder ab, sobald man sich selber abwendete. Kam mir ein bisschen vor wie eine Migros-Klubschulklasse, die den Passiven Widerstand erlernt: sie waren da und reagierten auf die Befehle Bitten immer äusserst ansprechend, nur um sich dann während der Strophen zumindest gedanklich zu verabschieden. Immerhin war Konzertbesucher Simon (nein, nicht die wunderschöne Simone, sondern DER Simon) da, und obwohl er nach eigener Aussage Frauenarzt beim Sex hört, gab er bei meinen wunderschönen R’n'B-Hooks trotzdem alles, was ihm Applaus einbrachte, als ich ihn auf die Bühne bat. Jedenfalls steppte ich leicht konsterniert von der Bühne, nur um danach festzustellen, dass es bei Steven und den Fratellis zumindest genau so schlimm war, mit dem Unterschied vielleicht, dass die Passivität auf betrunkenerem Level nicht mehr ganz so auffällig daherkam. Schliesslich enterte der Spoo die Bühne und spielte ein Konzert und Lieder, wie man beides von ihm kennt: solid, seinem Geschmack entsprechend, zeitlich-musikalisch nicht so richtig aktuell, aber ein 35+-Jähriger mit Frau und Kindern darf machen, was er WILL, nicht, was er MUSS. Dass wir alle im Vergleich zum Andres aber doch reichlich irrelevant sind, wurde mir innert 48 h eindrücklich aufgezeigt.*Über die Crowd kann man nicht viel sagen,*es*hätte mehr*vertragen, die Schüür war aber trotzdem*anständig gefüllt, und dass man an so einer Veranstaltung reihenweise modische Fehltritte sieht, das*war im Vorfeld bereits klar. Der Stu war jedenfalls auch da und erzählte, er hätte Mark Ronson seinen MOD-Style verliehen, genau wie er feststellte, dass er für über 30 doch noch recht “fresh” sei, während andere*stylemässig hängengeblieben wären. Und während er uns das erzählte,*tranken er und ich zu viel Bier und gingen zu spät nach Hause, was ein Fehler war, DENN:

Samstags gingen wir nach München, denn der wunderbare FCB spielte gegen den VfB Stuttgart, und ich sah (als wohl einziger) noch eine minim kleine Möglichkeit, dass die Bayern den Meistertitel noch holen würden. Trotz 2-1-Sieg war dem schlussendlicht so, was aber soweit okay war, denn wir waren über*Kontakte (Danke, Franco!)*an Tickets für die nicht mehr ganz billigen Plätze gekommen und durften dementsprechend vorher am Buffet konsumieren wie (echte) Promis, was wir alle als richtig und angebracht empfanden. Dann bereitete ich im Kopf*einige Sätze vor, falls ich den Kaiser

http://www.welt.de/multimedia/archive/00591/beckenbauer_DW_Spor_591335g.jpg

noch irgendwo in der Lounge antreffen würde (Sidenote: ich schaffte es nur bis zur Anrede: “Du, Kaiser…” LOL!), *nur leider war*die Oberlegende*bei Premiere. Sven von Adidas sagte zwar, der Franz hätte sich eine Absage ans Fernsehen kurz durch den Kopf gehen lassen, nachdem er gehört hatte, dass wir im Stadion seien, aber Premiere hätte auf den Vertrag gepocht. Immer diese Pay-TV-Kapitalisten. Dann bot ich dem Jupp zumindest passiv noch Unterstützung bei der Mannschaftsaufstellung an (read: ich hätte geantwortet, wenn er mich kontaktiert hätte), aber Jupp schlug meine Tipps in den Wind bzw. rief gar nicht an, die Sau. Sei es drum, nachher versuchten wir in München, noch einwenig den Fleischtöff anzulassen, wenn Sie wissen, was ich meine, aber wir waren alle a) zu müde vom Vorabend und b) zu überfressen vom Buffet, als dass wir vom Russen, den wir reihenweise in uns reinschütteten, wirklich viel gemerkt hätten. So wurde es also bloss vier Uhr in der früh - und der Kater am nächsten Tag zwar nicht gigantisch, aber trotzdem fühlbarer als der Grund für den Kater am Abend davor. Sei es drum, das Spiel war grossartig, die Stimmung auch. Am Sonntag dann Rückfahrt aus München, die uns inkl. Stau und Umwegen durch die Österreichische Republik (Gruss ans GPS von teuren Mercedes-Schlitten an dieser Stelle) fünf Stunden bei strahlendem Sonnenschein kostete. Auch hier gilt die alte Maxime: You win some, you lose some.

Und heute, meine Damen und Herren, verliere ich, denn die 130 Exemplare der schriftlichen Prüfung vom*Freitag wollen korrigiert*sein, und zwar asap. Und in meinem Büro ist es schon ca. 32 Grad warm. Wie gesagt, you win some, you lose some.

Schönen Montag.

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Original Ansicht des Artikels (http://www.renne.ch/archives/1311)