Das abrupte Ende der Capi-Show

Er bricht einen Rekord nach dem anderen. Der allseits beliebte Capital Bra hat uns in der Schweiz besucht. Allerdings war das Ende seiner Show sehr speziell.

DE-Rap

Die Meute im ausverkauften Komplex schreit. Handys gehen in die Luft. Der weisse Vorhang fällt. Capi steht repräsentativ auf dem Brandenburger Tor mit grosser, leuchtender Aufschrift «Capital Bra» und «Berlin lebt.» So heisst auch der erste Track des Abends. Man merkt schnell, dass Capital Bra sehr gut Stimmung machen kann. Er wirft mehrere Tickets, seinen Hoodie und sogar Capri Sonne in die Menge – nur Safari natürlich. Die altersdurchwachsene Crowd gibt Capi dafür viel Textkenntnis zurück. Bei jedem Song hört man die Masse lautstark mitgrölen.
Einen Tag zuvor hat Capi anscheinend einen neuen Track geschrieben, performt und damit komplett abgerissen. Nun benutzt er ihn, um den ersten Moshpit anzuzetteln. Man findet «Roll Bratan Roll» jetzt auf Youtube. Mitten im Lied muss Capi aber stoppen, weil ein Kind in den vorderen Reihen eingequetscht wurde. Der Bratan stachelt die Menge nochmal an, «Das geht noch besser!» Der nächste Moshpit und wieder ein Unterbruch. Noch jemand der schwächelt. Capital zeigt ein gutes Herz und kümmert sich sogar persönlich um die beiden.
Hoffentlich klappt es diesmal mit dem Moshpit. Jawohl, endlich kein Unterbruch, es scheint alles gut zu sein. Vom einen auf den anderen Moment ist Capital Bra aber auf der Bühne nicht mehr zu sehen. Ist das Teil der Show? Braucht er eine Pause? Alle sind verwirrt. Ein Teil der Leute geht, der andere bleibt und ruft: «Capi, Capi, Capi!» Nach 15 Minuten wird die Bühne abgeräumt und die Securitas verkünden, dass Capital Bra nicht mehr auftauchen wird. So endet das Konzert für viele Zuschauer als Enttäuschung und für Capital Bra mit Pfiffen. 

 

Review von: Beni Dötsch