Zürislang Abig – Danase / Sterneis / Homi MC

Der Donnerstag scheint sich in diesem Spätherbst 2018 zu DEM Tag für Hip Hop Konzerte in Zürich zu entwickeln. Eine Woche nach der durchzogenen Performance von Talib Kweli in der Roten Fabrik, stand mit dem Showcase von Sterneis & Danase im Exil bereits das nächste potentielle Highlight bereit. Was schlussendlich der Anlass für diesen Abend war, war zwar nicht wirklich zu eruieren, spielte im Endeffekt aber auch nicht wirklich eine Rolle. Wichtig war in erster Linie, dass es überhaupt ein Konzert gab. Und eigentlich ist es ja schön, dass es nicht immer Grund für etwas braucht. Eine Plattentaufe war es aber auf alle Fälle keine.

CH Rap

Aufgewertet wurde dieser Abend dadurch, dass davor noch eine Performance von Homi MC angesagt war (den meisten wohl noch als Mitglied der legendären Freestyle Convention in Erinnerung), seines Zeichens einer der begnadetsten Entertainer auf Schweizer Rap Bühnen. Da sein letztes (und einziges) offizielles Release bereits ein paar Jährchen auf dem Buckel hat (wäre es ein Kind, wäre es dieses Jahr eingeschult worden) konzipiert er seine Setlists jeweils auf eine besonders kreative Art und Weise. Irgendwie muss man diese Dinger ja füllen.

Für diesen Donnerstagabend überlegte er sich eine besonders amüsante Variante. Ausgangspunkt bildete seine Reise nach Japan (welche tatsächlich stattfand) um die herum er sich eine kleine Geschichte zurecht legte, in welcher er sich einen Sensei sucht um mit Hilfe von diesem sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen. Seine Erlebnisse und die Ratschläge des Senseis bildeten nun die Grundlagen für seine Ein- und Überleitungen der Tracks in seinem Set. Grossartig, wie Homi dies live umsetzte! Niedergeschrieben klingt es jetzt halt leider nicht mal ein Viertel so unterhaltsam, wie es sich vor Ort präsentierte. Vielleicht sollte sich Homi mal überlegen, als Comedian Karriere zu machen, da gibt’s sicher mehr Geld zu verdienen und er würde schon alle Voraussetzungen mitbringen. Und ziemlich sicher würde er als solcher auch vor grösserem Publikum auftreten. Ein paar Zuschauer mehr hätte sich diese Performance definitiv verdient gehabt. Auf alle Fälle war der Abend mit diesem Auftritt richtig lanciert und es durfte gerne so weitergehen.

 

Und es sollte. Danase präsentierte sich in absoluter Spiellaune. Ob’s daran lag, dass er neue Mucke mit im Gepäck hatte? Ziemlich sicher. Unterstützt von Sterneis hinter den Decks stellten sie an diesem Abend in erster Linie ihr neustes gemeinsames Werk „Jesus Malverde“ vor. Und die beste Nachricht des ganzen Abends wurde bereits ganz am Anfang der Show verkündet. „Jesus Malverde“ ist nur der erste Teil einer Trilogie. Wann genau die weiteren Teile folgen wurde zwar nicht verraten, aber wie heisst es doch so schön, Vorfreude ist die beste Freude! Und dieses Konzert heute machte definitiv Lust auf mehr (die EP übrigens auch). Danase wird zwar in diesem (Rapper)Leben keine alles niederreissende Rampensau mehr, aber er überzeugte mit seinem schlitzohrigen Charme und den lässig arrogant dahingerotzen Flows. Am besten umschreibt diese wunderbare (Hip Hop)Wortkreation Swag seine Attitüde. Danase hat live einfach den Swag.

 

Weitere Unterstützung erhielt er diesen Abend von beiden Featuregästen von „Jesus Malverde“, Bösguet und Boolz, welche auch schnell vorbeischauten um ihre Parts zum Besten zu geben. Dadurch kam man an diesem Abend in den Genuss wirklich die gesamte EP von A bis Z live zu erleben (wie oft kommt das schon vor?). Abgerundet  wurde die Performance noch durch die Homeboys von Loft Records, mit denen er auch noch seine neuen Songs aus diesem Umfeld vortrug.

Bleibt nur zu hoffen, dass nun jedes Mal, wenn ein weiterer Teil der Trilogie erscheint, es wieder so ein Konzert gibt.