Schwiizer Rap Explosion im Exil

Der Schreiberling aka. DJ Flamin Fingaz war wieder für seinen Artcore Radio Blog unterwegs und gewährt uns einen Einblick in die Zürcher Konzertszene. Im Gegensatz zu seiner Handykamera hat sein neuster Bericht eine sehr hohe Qualität. 

CH Rap
ArtcoreKonzert Review

Dieser 10. Mai war in der Agenda des Berichte Verfassers schon seit langer Zeit ganz dick angestrichen, kam es doch zum Gipfeltreffen zwei seiner Lieblings MC’s in seinem Lieblingsclub in Zürich und beide hatten auch noch tonnenweise neues, extrem dopes Material zum vorstellen mit im Gepäck, Herz was begehrst du mehr? 
Dies hatten sich in Zürich offensichtlich auch noch eine handvoll weiterer CH Rap Liebhaber und Liebhaberinnen gedacht, denn als der Autor kurz nach Acht von der Haltestelle Schiffbau zum Exil rüberlief, reichte die Schlange vor der Kasse bis fast unter die Hardbrücke! Drinnen kam dann erstmal die Ernüchterung, hatte er es doch tatsächlich geschafft den Beginn der Show des Voracts WIEDER zu verpassen. Langsam wird’s wirklich tragisch, zumal sich der Schreiberling fast noch mehr auf Danase gefreut hatte. So kam er nur noch in den Genuss der zwei letzten Songs der Performance. Da kann man natürlich nicht gerade viel über diese aussagen. 

 

 

Zumindest bei diesen zwei Songs war jetzt kein signifikanter Unterschied zu seiner letzten Show im Exil feststellbar, was ja auch kein so schlechtes Zeichen ist. Ein kleines Zückerchen gab es in Form eines Exclusivtracks aus der Zusammenarbeit mit Tru Comers für den Bleistiftschwinger dann immerhin doch noch. Man kann sich also in absehbarer Zeit auf weiteres Dope für die Ohren aus dieser Richtung freuen. Gab definitiv schon schlechtere Nachrichten.

Im Anschluss war dann erst mal eine kurze Umbaupause angesetzt. Was schlussendlich noch um oder aufgebaut wurde, war, als es wieder losging, nicht wirklich ersichtlich, performte doch bereits Danase mit der Baobap Tour Dekoration im Hintergrund. 

 

Fegte übers Exil wie ein Sturm

 

Anyway, nach dieser im wahrsten Sinn des Wortes Ruhe vor dem Sturm, eröffnete Nativ sein Set mit „Sanspapier“ und von der ersten Sekunde an dreht die Crowd komplett durch. Der Refrain in diesem Song beginnt mit „I bi so wichtig“ und vom allerersten Song an zeigte sich, dass Nativ mit dieser Aussage im Hinblick auf Schweizer Hip Hop durchaus richtig liegt (auch wenn er selber diese eher ironisch meint). Schliesslich kann man ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen behaupten, dass er zusammen mit Dawill, seinem Partner bei S.O.S, den Hauptanteil daran trägt, dass sich die junge Generation von Hip Hop Fans wieder für Schweizer Hip Hop begeistert. So euphorische Crowds, welche bei jedem einzelnen Song mitpogen als gäbs kein Morgen und regelmässig ausverkaufte Venues bei Schweizer Künstler hat der in die Tasten Hauende seit der letzten Blütezeit im Schweizer Hip Hop auf dem Höhepunkt der Slangnacht und der Hypes um Brandhärd, Breitbild oder Gimma nicht mehr erlebt. Im Exil wartete gefühlt die ganze Halle vor jedem Song so gierig darauf, beim einsetzen des Beats hochzuspringen und loszupogen, als wären sie seit zwei Jahren auf Moshpitentzug. 

 

 

Und da war natürlich auch noch Partner in Crime Buds Penseur. Selbstverständlich liessen es sich die zwei ungleichen Psychos nicht nehmen auch ein paar Songs ihres gemeinsamen Projekts live zu spielen. Und zum krönenden Abschluss stimmten auch sie einen noch nicht veröffentlichten Song an.

 

Sonnenklar wer den Preis für das stylischte Bühnenoutfit an diesem Abend abräumt

 

Am Ende seines Sets nach gut einer Stunde liess sich Nativ von der enthusiastischen Crowd noch zu einer Zugabe überreden aber im Anschluss an diese war dann endgültig Schluss. Selbst wenn er noch weitere Songs hätte spielen wollen, was ihm durchaus zuzutrauen wäre, er hätte es nicht mehr gekonnt. Der Junge war sichtlich am Ende seiner Kräfte. Und nicht wenige im Publikum werden insgeheim auch froh darüber gewesen sein, selten hat der Autor im Anschluss an ein Konzert in so viele ausgelaugte Gesichter geblickt.

 

 

Text, Bilder und Videos von DJ Flamin Fingaz. Mehr von ihm findest du hier: Artcore Radio Blog