Du weisch! – Trettmann live in Zürich – Konzertbericht

Sonne im Zenit, alles schwarz weiss, aber nur mit den Echten. Standard, du weisch.

DE-Rap
#DIYKitschKriegTrettmannX-Tra

13. Dezember – Sonne im Zenit

Obwohl meine Vorfreude bereits seit Wochen stetig anstieg, bewahrte ich mich auf anraten einer Kollegin davor, am Konzerttag die Musik des Künstlers zu hören, welchen ich sowieso gleich live sehen werde und fragte mich stattdessen was Stefan Richter, auch bekannt als Trettmann, wohl als letztes spielen wird? Vielleicht das. Ich lag falsch, aber der Gedanke reichte zum Ohrwurm. 

Mein gesamter Freundeskreis hatte sich für diesen Freitagabend scheinbar auf den Chemnitzer geeinigt, denn schon am Hauptbahnhof sah man bekannte Gesichter, die ebenfalls noch eine Stärkung brauchten, bevor es ins ausverkaufte X-Tra ging. 

Bereits um 20:30 gingen die Lichter aus, die Handys an und ein für seine Verhältnisse gut gelaunter Tretti betrat die Bühne. Mit dem etwas weniger aber immer noch bedrohlichen neuen Intro des selbstbetitelten Albums eröffnete er die Show. 

 

 

Alles Schwarz-Weiss

Das Publikum war mindestens genau so gut drauf und bewies eine überdurchschnittliche Textsicherheit. Was gibt es schöneres für einen Künstler? Fast alle kamen im Dresscode Alles-Schwarz-Weiss. Ein paar Flammen welche im Thrasher Magazine Look “Trettmann” formten bildeten dabei die Ausnahme. Nur einmal weichte das weisse Licht einem satten Violett um die fehlende Skyline besingen zu können.

 

 

Du weisch!

Unterstützung erhielt Tretti dabei einerseits von seinem Support Act Joey Bargeld, welcher für “Nur noch einen” nochmals auf die Bühne kam und wie erhofft von seinen Freunden aus der Schweiz, du weisch! Stereo Luchs und Pronto gaben ihre Gastparts zum besten und wurden dabei mit offenen Armen und bei Pronto sogar mit Gekreische frenetisch begrüsst. 

Einen DJ suchte man vergebens. Realtrettmann braucht aber auch keinen DJ mit Air Horns im Rücken, denn er ist auch selbst keiner der das Publikum anschreit oder gar zwingt mitzumachen. Er kann die Fans nett bitten und diese danken ihm diese Lockerheit gleich mit einer extra Dosis Energie. Bei einem so kompletten Artist überrascht das allerdings nicht, denn speziell in der deutschen Musiklandschaft ist es selten, dass ein Rapper so viele verschiedene Gefühle authentisch präsentieren kann. Gut erkennbar war dies an der aufwendigen und trotzdem dezenten Lichtshow auf dem riesigen Bildschirm.

 

 

Egal ob Liebeslied, Herzschmerzsong, Statementtrack oder Partyhymne, dank zwei kompletten Alben wurde ein komplettes Konzert präsentiert. Dabei ging nicht einmal der dunkle Teil der deutschen Geschichte vergessen.

Trettmann: “Was ist das äquivalent zur AFD in der Schweiz?”

Publikum: “Scheiss SVP!”.

Trettmann: “Okay, für die ist dieser Song.” 

 

 

Zum Schluss erschien Alli Neumann auf dem Bildschirm und liess die Zeit still stehen, während sich der Beat zu einem Clubhouse Brett weiterentwickelte und den Fans den Rest gab.

 

 

Fazit

Das Fazit möchte ich dieses Mal einer jungen anonymen Frau überlassen, dessen Unterhaltung meine Begleitung beim anstehen fürs Mädchenklo aufgeschnappt hat. 

“Und? Wie häsches gfunde?” 

„Ja scho nice, aber ich ha einch welle hüle und denn macht er eifach Moshpits!”

 

PS: An den Besucher neben mir, hör bitte nochmal das DIY Intro. Nicht Tretti sondern Schletti is der Don.