Aightgenossen Charts-Review: 2000 – 2009

Dieses Jahr feiern wir 20 Jahre Aightgenossen! Dieses stolze Alter ist Grund genug, die Schweizer Charts der vergangenen zwei Jahrzehnte genauer unter die Lupe zu nehmen und der Frage nachzugehen, welche Alben unserer heimischen Rapper es in die Top 100 der Charts geschafft haben. Hier seht ihr den ersten Teil des Aightgenossen Charts-Reviews der Jahre 2000 bis 2009 – Nostalgie vorprogrammiert!

CH Rap
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Aightgenossen nimmt euch auf eine Reise mit, zurück in die Zeit, als die Musikindustrie noch nicht von Streamingdiensten dominiert wurde, sondern Hip-Hop Heads die Alben ihrer Lieblingskünstler als CD im Laden gekauft haben. War die Platte dope, so gab man seine Empfehlung mit dem Nokia 3310 via SMS an seine Freunde weiter. Einige mögen sich gut daran erinnern und ahnen schon, dass wir uns wieder im Jahr 2000 befinden, der Startpunkt unseres nostalgischen Trips quer durch die Schweizer Hip-Hop Galaxie der letzten 20 Jahre.

 

 

2000
Das Jahr 2000 dominierte die Formation Subzonic. Die achtköpfige Band feierte im Jahr 1999 ihren Durchbruch mit dem Track «Titelgschicht», welcher auf ihrem zweiten Studioalbum «Update ‘99» zu hören ist. Diese Platte stellt zwar noch ein Relikt aus dem vorherigen Jahrtausend dar, hielt sich aber noch im Jahr 2000 in den Schweizer Charts auf und belegte den 12. Platz. Im Herbst droppte die Band bereits das nächste Album «Achterbahn», welches dank der Popularität von Subzonic den 2. Platz erreichte und ganze 45 Wochen in den Top 100 vertreten war.
Das zweite Schweizer Hip-Hop Album, welches im Jahr 2000 in die Top 100 gechartet ist, ist «Läbenslauf» (Höchstplatzierung: 55.) von der Hip-Hop-Crew, rund um den Frontmann Spooman, Wrecked Mob.
Bilanz: 2 Alben in den Top 100 – davon 1 Album in den Top 10

 

2001
Das CH-Rap Jahr 2001 begann im Frühling, mit dem Release des ersten Soloalbums vom Mitbegründer von Wrecked Mob. Der Mundartrapper der ersten Stunde Spooman releaste seine erste Platte «Brennsprit» im April und erreichte mit dem 44. Rang eine stabile Platzierung. Eine weitere Premiere durften CH-Rap Fans in Form von Bligg und seinem Debütalbum «Normal» erleben. Damals war der Zürcher noch durch und durch ein Rapper und konnte für dieses Album unter anderem Stress, Spooman, P. Moos und die US-amerikanische Rapgruppe Tha Alkaholics gewinnen. «Normal» ergatterte den 20. Platz der Schweizer Charts. Apropos P. Moos und Zürich, 2001 war auch die Hip-Hop-Formation Gleiszwei mit «Rapscheiss» am Start und landete auf Rang 66.
Für sprachliche Diversität sorgte die 1987 gegründete Hip-Hop-Crew Sens Unik aus Lausanne mit «Abracadabra». Rap auf Französisch kam damals schon gut an, so befand sich das Album zwischenzeitlich auf dem 12. Rang.
Bilanz: 4 Alben in den Top 100 – davon kein Album in den Top 10

 

2002
Im Februar, während Graubünden normalerweise mit Schneesport beschäftigt ist, releaste die Bündner Hip-Hop-Gruppe Sektion Kuchikäschtli «Dorfgschichta» und setzte ihren Kanton auf die CH-Rap-Landkarte. Das Album erreichte jedoch maximal den 83. Platz – aller Anfang ist schwer, aber wie wir wissen, werden wir noch einiges von den Jungs hören. Der Winter wird vom Frühling verdrängt und Spooman steht knapp ein Jahr nach «Brennsprit» mit seinem zweiten Soloalbum «Casino» in den Startlöchern. «Casino» (52.) konnte seine letzte Platte allerdings nicht übertreffen. Fleissig wie Spooman veröffentlichte die Band Subzonic ihr viertes Album seit 1997, welches auf den Namen «Stereo» hört. Mit der 7. Platzierung schaffte es Subzonic erneut in die Top 10 der Schweizer Charts.
Wie schon 2001, machen auch 2002 die Westschweizer den Abschluss des Jahres aus CH-Rap Sicht. Double Pact bestand aus dem Produzenten Yvan, den Rappern Nega und keinem Geringeren als Stress, gemeinsam droppten sie ihr mittlerweile fünftes Album «Rien à perdre», welches auf Rang 36 landete.
Bilanz:  4 Alben in den Top 100 – davon 1 Album in den Top 10

 

2003
Dieses Jahr startete deep, mit dem Debütalbum «Eis» vom Conscious Rapper Greis. Dieses Stück landete zwar nur auf dem 70. Rang, aber hinterliess mit der Thematisierung von sozialen Missständen und inneren Kämpfen einen bleibenden Eindruck. Bleiben wir in Bern und bei Chlyklass: Die Formation Wurzel 5 erreichte mit ihrer zweiten Platte «Verdächtig…» erstmals eine Chartplatzierung (60.). Mit insgesamt zwei Alben war aber nicht Bern am präsentesten, sondern das Baselbiet mit den zwei Rap-Crews TAFS44», 96.) und BrandhärdNoochbrand», 53.), welche jeweils zum ersten Mal die Top 100 erreicht haben und mit der CH-Rap-Legende Black TigerSolo», 79.).
Werfen wir noch einen Blick auf die Romandie: Etwas mehr als ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Albums «Rien à perdre» von Double Pact, macht es Stress allein und feierte mit seinem ersten Soloalbum «Billy Bear», worauf unter anderem Xavier Naidoo und Bligg zu hören sind, den 20. Platz in den Schweizer Charts.
Bilanz:  6 Alben in den Top 100 – davon kein Album in den Top 10

 

2004
Die Anzahl der jährlich releasten CH-Rap Alben wächst weiter an, so konnten sich CH-Hip-Hop-Heads auf neun Top 100 Alben freuen. Starten wir mit Graubünden: Zwei Jahre nach «Dorfgschichta», schlug die zweite Platte «Nur so am Rand» (6.) von Sektion Kuchichäschtli in der Schweiz ein, wobei vor allem der Track «I han» unvergessen bleiben dürfte. Eine weitere Bündner Hip-Hop-Gruppe des Kollektivs Bauers schaffte es in die Top 100 – mit «Narrafreiheit» (71.) feierte Breitbild Premiere und die Schweiz vor allem den Track «Gimmer as Mic». Genug Bergluft geschnuppert, gehen wir wieder runter nach Zürich. Dort wartet Bligg, mit schrägsitzendem Cap, Baggy Clothes und einem Album unter anderem mit Stress und der Deutschrap Legende Kool Savas – das zweite Album von Bligg «Odyssey» knüpfte an den Erfolgen seiner letzten Platte an und erreichte den 19. Platz der Schweizer Charts.
Des Weiteren releasten EKRIch bin au dini Mueter», 96.), Dynamic Duo («Veni vidi vici», 73.) und der zweite Teil von Double Pact Nega («Mémoires écrites», 92.) starke Alben, jedoch scheinen sie, wenn man rein die Platzierungen betrachtet, schweizweit nicht genug wertgeschätzt worden zu sein. Die vierköpfige Berner Rap-Crew PVP konnte hingegen mit ihrem Debütalbum «Eifach Nüt» grössere Erfolge feiern (26.).
Mit dem letzten Album vor der Auflösung im Jahr 2010 schaffte es eine zweite Hip-Hop-Gruppe den Sprung in die Top 10 der Schweizer Charts: Sens Unik mit «Mea Culpa» (8.). Zudem erschien «Galaxy 1991-2004» im Dezember – ein Best Of der Lausanner Crew (52.).
Bilanz:  9 Alben in den Top 100 – davon 2 Alben in den Top 10

 

2005
Und weiter wächst die Zahl der releasten CH-Rap Alben – 2005 waren schon 11 Platten in den Top 100 vertreten. Das erfolgreichste Album des Jahres konnte Stress mit «25.07.03» für sich gewinnen. Mit der 3. Platzierung und insgesamt 55 Wochen in den Charts ist die zweite Scheibe von Stress eines seiner erfolgreichsten Werke. Auch Subzonic meldete sich dieses Jahr zurück, jedoch mit der Nachricht, dass sich die Band auflöst. Das Best Of Album «Rückspiegel» verpasste knapp die Top 10 (11.).
Im Sinne von ‘alle Jahre wieder’, droppte Bligg sein Mixtape «Okey Dokey» und bewies erneut durch Features mit Kool Savas und Stress seine Grösse im Rap-Game und erreichte den 23. Platz.
Premiere im Jahr 2005 feierten die Latin-Hip-Hop Brüder von Solo DosBarrio Story», 20.), das Glarner Duo Luut & Tüütli («Als chänteds Bärgä versetzä», 15.) und der Zürcher Rapper Lügner («Kukelikki», 75.). Man fühlt langsam, dass die Soundpalette in der Schweizer Hip-Hop Szene breiter wird. Des Weiteren haben wir neue Platten von Spooman mit DJ Def Cut («Absolut», 64.) und Brandhärd («Zeiche setze», 13.).
Die Krone des Jahres 2005 geht definitiv in die Hauptstadt nach Bern an das Kollektiv Chlyklass. PVP, als Teil des Kollektivs, veröffentlichte die EP «Aus Abfackle» (88.) nur ein Jahr nach ihrem Debütalbum. Greis, der Teil von PVP ist, droppte zusammen mit Taz, Claud und dem Deutschen Rapper Curse – zumindest in meinen Ohren – das spannendste Album des Jahres 2005 («Prestige», 20.). Darüber hinaus nahm Chlyklass zusammen die legendäre Platte «Ke Summer» auf, auf welchem der Track «Summer für immer» drauf ist, ein Song, der bis heute noch Bock auf Sommer macht. Chlyklass erreichte mit ihrem Debütalbum den 12. Platz.
Bilanz: 11 Alben in den Top 100 – davon 1 Album in den Top 10

 

2006
Während das Album «25.07.03» von Stress weiterhin in den Charts vertreten war, erlebten CH-Rap Fans im Februar ein Fernduell zwischen Graubünden und Bern: Auf Seiten der Bündner traten Breitbild und aus der Bundesstadt Baze in den Ring. Die Bündner Hip-Hop-Gruppe konnte sich aber mit ihrer zweiten Platte «Legenda» (13.) über mehr verkauften Scheiben freuen als Baze mit «Mis Meitli» (17.). Gehen wir in die zweite Runde: Nur einen Monat später machte der ‘SuperschwiizerGimma mit seinem vielfältigen Album «I gega d’Schwiiz», auf welchem auch ein Track mit dem damaligen Mann mit der Totenkopfmaske Sido zu hören ist, auf sich aufmerksam. Mit dem 13. Platz musste sich Gimma allerdings gegen die Berner Formation Wurzel 5 und deren Album «Teamgeist» geschlagen geben, welches mit dem 5. Platz die beste Platzierung eines CH-Rap Albums in diesem Jahr hatte.
Während das Duell zwischen Graubünden und Bern zu einem versöhnlichen Unentschieden kam, war das Baselbiet in diesem Jahr mit vier Alben stark represented: Das Basler Jahr startete mit Allschwil Posse und deren Platte «Easy Rider» (81.), sie kamen zwar nicht aus Allschwil und das Ganze war letztendlich ein Fake, aber ja Hip-Hop steht für freie Meinungsäusserung, oder? Zurück zu den ernsthaften Rappern und was für welchen: Die Basler Legende Black Tiger erreichte mit seinem Album «Beton Melancholie» den 30. Platz der Schweizer Charts, musste aber zusehen, wie der aufstrebende Rapper Griot mit seiner Platte «Strossegold» (18.) und Taz’ – letztes Jahr noch mit Greis, Claud und Curse zu hören – Stück «Zum Glück» (28.) an ihm vorbeizogen.
2006 war einiges los, aber das war noch nicht alles. Da kamen noch Leckerbissen von den Zürcher Jungs Gleiszwei («Limmetstadt Bros.», 32.), EKR («Dunne mit em King», 39.), Double Pact («Au revoir», 11.), von der etwas umstrittenen Kunstfigur von Jürg Halter namens Kutti MC («Dark Angel», 98.) und auch Bligg war am Start «Mit Liib & Seel» (12.), darauf sind erstmals Tracks zu hören, auf welchen Bligg sich der englischen Sprache bedient und auch singt.
Bilanz: 13 Alben in den Top 100 – davon 1 Album in den Top 10

 

2007
Wer dachte, 2006 wäre krass gewesen, wusste noch nicht, was 2007 zu bieten hatte und dies ganz zur Freude der wachsenden CH-Rap Community. 2007 waren wie im Vorjahr 13 Schweizer Hip-Hop Alben in den Top 100 der Schweizer Charts vertreten und vier davon erreichten sogar die Top 10 – Rekord! Und das CH-Rap-Jahr fing schon früh im Januar mit Sektion Kuchichäschtli und ihrer vorerst letzten Scheibe «Affatanz» an, welche bis auf Platz 2. geklettert ist. Kritik aus der Szene bezüglich ‘Blüemli-Rap’ hin oder her, diese Jungs haben die Schweizer-Hip-Hop-Geschichte definitiv mitgeschrieben. Bleiben wir in den Bergen und in den luftigen Höhen der Top 10, denn da rollt Gimma mit seinem «Panzer» straight auf den 6. Rang und überzeugte einmal mehr mit seinen irrwitzigen und hässigen Texten. Gehen wir wieder runter nach Zürich, dort wartet Bligg mit seinem vierten Studioalbum «Yves Spink» auf uns, welches laut Angaben von Bligg, kein klassisches Hip-Hop Album sein sollte. Der Zürcher experimentierte weiter mit der Musik, manche mögen es, manche nicht – die Schweiz schien jedoch begeistert zu sein und beförderte «Yves Spink» auf den 9. Platz, was gleichzeitig die erste Top 10 Platzierung von Bligg war.
Ab dem 4. März 2007 trug sich der Lausanner Rapper Stress mit seinem Album «Renaissance» in die Annalen der Schweizer Musikgeschichte ein: Es war die erste Schweizer Hip-Hop-Platte, welches im neuen Jahrtausend den 1. Platz erreichte, nistete sich für ganze 89 Wochen in den Schweizer Charts ein und ging Doppelplatin. Chapeau! Darauf brannten sich vor allem die beiden Singleauskopplungen «On n’a qu’une terre», welche in Zusammenarbeit mit Coop entstand und die Umweltverschmutzung thematisiert und «Avenues», der Soundtrack zum Schweizer Hip-Hop- und Breakdance-Film Breakout, in die Köpfe bzw. Ohren.
Nebst diesen vier Alben in den Top 10, konnten sich CH-Hip-Hop-Heads auf neun weitere Platten freuen, wobei vor allem Bern- und Basel-Sympathisanten auf ihre Kosten kamen. Von den übrig gebliebenen Alben ist Samurai der einzige Vertreter aus Zürich und konnte mit «Sam Oibel 1.» (85.) für kurze Zeit Chartsluft atmen. Für die Basler ging Brandhärd in diesem Jahr gleich zweimal in den Ring, zuerst mit dem Kollaboalbum «Même sang» (44.) mit dem Kameruner Rapper Mamoney und nur fünf Monate danach mit «Brandrenalin» (19.). Wie schon das Jahr davor, waren Griot, diesmal mit seinem Mixtape «Strosseparade» (64.), und Black Tiger mit MC Rony und der Scheibe «Tigerony» (47.) am Start und komplettierten das Basler Jahr. Wie die Basler waren die Berner ebenfalls mit vier Alben in den Charts vertreten, darunter Gaugehill («Nume mir», 87.), Baze («Unplugged», 84.), Greis mit seinem zweiten Soloalbum «2» (18.) und die Jungs von 6er Gascho, die mit «Jugendstil» den 12. Platz feiern konnten.
Bilanz: 13 Alben in den Top 100 – davon 4 Alben in den Top 10

 

2008
Nach den fetten Jahren 2006 und 2007 folgte 2008 wieder die Ernüchterung. Nur zehn CH-Rap-Alben schafften es in die Top 100 und davon zwei in die Top 10, fast so wenig wie zuletzt 2004. Diese Tatsache konnte aber der Bündner Hip-Hop-Gruppe Breitbild egal sein, denn sie feierten nicht nur ihre Freundschaft und Chur, sondern auch ihre erste Top 10 Platzierung: Ihr drittes Studioalbum «As isch nid immer alles crazy» erreichte den 8. Platz. Aber chartstechnisch ging es dieses Jahr noch besser, sogar so gut wie Stress im Vorjahr: Bligg ging mit «0816» straight auf die 1. und machte es sich für 100 Wochen in den Top 100 der Schweizer Charts bequem. Diese Platte repräsentiert die musikalische Reise des Zürchers – Hip-Hop meets Volksmusik. Die Schweizer Hörerschaft feierte das, Bligg ging Vierfachplatin und entthronte «Renaissance» von Stress.
Ansonsten war Chlyklass mit «Classicos» wieder am Start, konnte aber an die Erfolge von 2005 nicht anknüpfen, die Berner belegten für eine Woche den 64. Rang. Spannend war die von SAD produzierte Platte «Play» (24.), auf welcher namhafte Rapper wie Baze, Stress, Greis, Gimma und Weitere zu hören sind. Nichtsdestotrotz waren dieses Jahr noch folgende Alben dabei: Samurai feat. P. Moos («Swiss Made», 63.), Solo Dos («Cocolo Juice», 63.), Die fidelen Oschtblock Kuabuaba («America is Back!», 18.)* und erstmals in den Charts vertreten Radio 200000 mit «Aktuelle Hits» (49.).
Die Bündner Bauers sorgten für ein musikalisches Jahresende – das Kollektiv wurde sowohl von BanditDr letscht wos git», 16.) als auch von Gimma und Claud als Bucher & Schmid («Iisziit», 37.) represented.
Bilanz: 10 Alben in den Top 100* – davon 2 Alben in den Top 10
*Aktualisiert

 

2009
Wie geht’s nach dem Knick von 2008 weiter? Zwar sind im Vergleich zum Vorjahr gleich viele CH-Rap Alben erschienen, aber das Jahr 2009 sorgte für einige Premieren und Diversität, worauf die Community ab nächstem Jahrzehnt aufbauen konnte. Erst 2009 erreichte eine Schweizer Rapperin im Alleingang die Top 100, in Form der Winterthurerin Big Zis und ihrem Album «Und jetzt… was hät das mit mir z tue?», damit landete sie auf dem 65. Platz. Für sprachliche Abwechslung sorgte die Bündner Hip-Hop-Gruppe Liricas Analas, welche ihre Tracks in der vierten Landessprache der Schweiz verfassen. Mit «Analectrica» (13.) standen Liricas Analas und die rätoromanische Sprache erstmals in den Top 100 der Schweizer Charts. Wenn wir schon bei Premieren sind: Das Zuger Rap-Duo Fratelli-B erreichte mit «As gäbs keis Morn» (95.) zum ersten Mal die Top 100; Yuri, bekannt aus der Crew 6er Gascho und mittlerweile erfolgreicher Degenfechter, konnte mit seinem Debütsoloalbum «Summer in Sibirie» bis auf den 94. Platz klettern. Auch Manillio konnte mit «Jede Tag Superstar» (36.) nach den ‘Stärne’ greifen und durfte sich über seine erste Top 100 Chartplatzierung freuen. Darüber hinaus meldete sich Jürg Halter a.k.a. MC Kutti mit «Sunne» (47.) nach drei Jahren zurück.
Die Top 10 wurde aber auch besucht, und zwar von den Rap-Giganten Gimma mit «Hippie» (10.), Wurzel 5 mit «Letschti Rundi» (5.) und Stress mit «Des rois, des pions et des fous», mit dem er den 1. Platz erreichte, erneut Doppelplatin ging und 72 Wochen in den Schweizer Charts präsent war. Mit diesem Album beendete Stress ein absolut erfolgreiches Jahrzehnt. Apropos beenden, das letzte CH-Rap Album des Jahrzehnts war «3» von Greis, welches knapp die Top 10 verpasste (11.) und uns mit seinen Tracks nachdenklich in die 2010er entliess.
Bilanz: 10 Alben in den Top 100 – davon 3 Alben in den Top 10

 

Von 2000 bis 2009 konnten insgesamt 42 Schweizer Rapper/innen mit 82 Alben eine Top 100 Platzierung erreichen – davon waren 15 in den Top 10 vertreten. Von 2000 bis 2007 stieg die Anzahl gedroppter CH-Rap-Alben stetig an, bis 2008 die Zahlen etwas zurückgingen. 2009 versprach aber wieder einen Aufwärtstrend mit zusätzlicher Diversität.

Wie es im nächsten Jahrzehnt weitergeht, könnt ihr im grossen Aightgenossen Charts Review Teil 2 lesen.