4 Fragen an DJ C-Zar von „City West Studios“

Der Alltag ist eingeschränkt und der Umgang mit anderen Menschen nahezu verboten. DJ C-Zar legt trotzdem regelmässig auf. Im Interview erzählt er uns warum er ein Projekt mitlanciert hat und wie er die Corona-Zeit übersteht.

CH Rap
City West StudiosCorona VirusDJ C-ZAR

Seit 6 Jahren im Bereich Djing tätig und Live-DJ von Hans Nötig und GimmaDJ C-Zar zählt sicher auch zu den bekannteren Gesichtern auf den CH-Rap Bühnen. Im Interview fragen wir ihn, wie er mit der ganzen Sache umgeht und was er mit seinen Freunden auf die Beine gestellt hat.

 

Wie gehst du mit der momentanen Situation (Quarantäne) um und wie wirkt es sich auf deine Arbeit als DJ aus?

Momentan bin ich drei Tage pro Woche im Home Office und zwei Tage im Büro. Natürlich versuche ich die Vorgaben des Bundes so gut es geht umzusetzen und einfach vermeidbaren Kontakt mit anderen Leuten irgendwie zu umgehen. Aber klar kommt es vor, dass man mal einkaufen muss, dort achte ich sehr auf den Abstand zu meinen Mitmenschen.
Für meine Arbeit als DJ ist die Situation natürlich sehr einschneidend, da auf einen Schlag alle Gigs wegfallen. Aber das geht ja nicht nur mir als DJ so, sondern jedem, der irgendetwas mit Entertainment im Sinne von Konzerten, Clubs, Theater usw. zu tun hat. Für mich persönlich ist es nicht so tragisch, da ich eigentlich 100% als Ingenieur arbeite und das DJ-Dasein mehr oder weniger nebenbei betreibe. Aber ich kenne genügend Leute, denen mehr als 50% des Einkommens, wenn nicht sogar das gesamte Einkommen, verloren geht.
Deswegen finde ich es richtig und wichtig, dass von Bundes – und Kantonsseite Hilfen geschaffen werden um den Betroffenen zumindest ein wenig finanzielle Unterstützung zu bieten. Ich selbst werde das nicht in Anspruch nehmen, sondern das sollen diejenigen tun, die stärker betroffen sind als ich.

 

DJ C-Zar an den Decks. Bild @sascha.gregori

 

Findest du die Anweisung vom Bund übertrieben? Hättest du dich für etwas anderes entschieden?

Ganz ehrlich? Nein, ich finde es nicht übertrieben und ich hätte mich auch nicht anders entschieden. Man sieht ja jetzt momentan, was in denjenigen Ländern abgeht oder noch abgehen wird, die sich entweder dafür entschieden haben das Problem kleinzureden oder auf die Durchseuchung/Herdenimmunität zu setzen.
Mir ist durchaus bewusst, dass der wirtschaftliche Schaden nicht zu vernachlässigen ist und dass Existenzen auf dem Spiel stehen. Dennoch bin ich der Ansicht, dass jedes vermeidbare Opfer, ein Opfer zu viel ist.

 

Was vermisst du am meisten während der jetzigen Situation?

Mit meiner Familie Zeit zu verbringen, vermisse ich am meisten. Auch einfach mal mit ein paar Leuten ein Feierabendbier (evtl. auch zwei) zu trinken fehlt mir. Generell ist es der menschliche Kontakt. Das Auflegen natürlich auch, aber das spielt dabei für mich persönlich eher eine untergeordnete Rolle. Ausserdem habe ich mein DJ-Set aus unserem Studio in mein Wohnzimmer geholt und kann dank dem Livestream trotzdem Musik machen, auch wenn es natürlich nicht das Gleiche ist wie in einem Club oder auf der Bühne zu stehen.

 

Ihr habt einen Livestream auf die Beine gestellt. Was hat es mit „City West Studios“ auf sich?

Die Idee entstand kurz vor dem „Lockdown“. Dabei sind DJ Nuts Cuts, DJ Babon, J. Burger von Rap’n’Burger, zeitweise Nino Brown als Moderator und meine Wenigkeit. Eigentlich wollten wir die Streams zuerst von den „City West Studios“ (daher der Name) aus machen. Als aber die schärferen Massnahmen des Bundes bekanntgegeben wurden, haben wir uns umentschieden und nun mittlerweile drei DJ-Sets in drei Wohnungen aufgebaut von denen aus wir unabhängig voneinander streamen können. Uns ging es grundsätzlich darum, dass wir in dieser Zeit eine Alternative bieten, bei der die Leute auch bei sich zu Hause die Möglichkeit haben zu feiern, da Ausgehen momentan keine Option ist. Zusätzlich wollten wir damit auch aufzeigen, dass man sich anpassen und mit der Situation wachsen kann, indem man neue Wege und Möglichkeiten in Betracht zieht. Streaming war auch für uns eine komplett neue Welt, in der es sich zunächst zurechtzufinden galt. Das Finanzielle spielt für uns überhaupt keine Rolle. Wir wollen damit kein Geld verdienen. Im Endeffekt geht es darum, den „Eingesperrten“ mit Talks, Showcases und DJ-Sets von und mit verschiedenen Künstlern, die wir in den Stream miteinbinden, ein bisschen Abwechslung zu bieten und Freude zu bereiten. Wer sich das ganze mal ansehen möchte findet uns unter den untenstehenden Links. Allerdings wissen wir momentan nicht wie es weitergeht mit den Streams, da gerade die Diskussion um Abgaben an die Urheber läuft. Nicht falsch verstehen, es geht uns nicht darum, dass die Künstler nicht entschädigt werden sollen, nur wächst bei uns die Kohle leider auch nicht an Bäumen, sodass wir bei null Einnahmen noch etliche hundert Franken an Gebühren bezahlen könnten.
Wir werden sehen wohin das führt und halten euch sicher auf dem Laufenden. Stay tuned!

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