5 Hip-Hop Städte, die du nach Corona unbedingt bereisen solltest

Corona-Fernweh? Aightgenossen lässt dich Reisen und stellt dir 5 Hip-Hop-Städte vor, die du nach Covid 19 unbedingt bereisen solltest.

Int. Rap
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Montreal
Eine Universitätsstadt voll mit gechillten Bars, innovativen Restaurants, coolen Shops, schummrigen Klubs, Kunst und einer mehrheitlich französischsprachigen und sehr aktiven Szene, malerisch gelegen mit einem Hausberg in der Mitte der Stadt, der selbst dem der schönsten und grössten Stadt der Schweiz Konkurrenz macht: Montreal, home of WeFunk Radio, ist so ziemlich genau das, was herauskommen würde, wenn unser Autor sich die perfekte Hip-Hop-Stadt selbst zusammenbauen dürfte. Und dabei erst noch ausserordentlich sicher und gut erschlossen. Ein Wunder, dass die Stadt noch immer als Geheimtipp gilt. Wir sagen: Montreal ist unbedingt einen Besuch wert. Und zwar am besten von Mai bis August, wenn das raue kanadische Wetter durch endlos lange nordische Sommerabende abgelöst wird.

 

 

Hamburg
Moin, moin! Streetart, Street Wear, Street Lingo mixed in mit bissn Plattdeutsch und dazu eine grosse Portion Weltoffenheit: die Heimat der Beginner, von Samy Deluxe und Co. ist definitiv die Hip-Hop-Hauptstadt der deutschsprachigen Welt. Und sie ist, wenn auch mit Vorsicht, sogar schon wieder bereisbar. Vielleicht sogar etwas stressfreier als sonst, denn Hamburgs Touri-Dichte ist für unseren Geschmack normalerweise eher an der oberen Grenze. Dass einige Quartiere der Elbstadt wie St. Pauli, das Schanzenviertel und das Karo bis vor Corona von Touristen regelrecht überrannt wurden, hat seine Gründe: Hamburg ist nicht nur vielseitig, leicht zu erreichen, sicher, alternativ und schön, es ist auch das zuhause von etlichen grossartigen kleinen und grosse Clubs und einer Szene, die Deutschrap geprägt hat, wie wohl keine andere Stadt. Und diese Szene ist trotz Touristenfluten relativ umgänglich und leicht zugänglich, so dass du als Reisende*r keine Schwierigkeiten haben solltest, Anschluss zu finden. Falls doch: einfach mal an die Bar stellen und sagen, dass du Ficken willst – den Partyschnaps gibt’s in Hamburg an jeder Ecke und auch wenn er nicht wirklich lecker ist, tut er seinen Job als Eisbrecher. Da macht dann nach ein zwei sogar die «hohe Luftfeuchtigkeit», wie die Einwohner den  Hamburger Nieselregen gerne nennen, keinen Unterschied mehr. Unser Tipp: Aspirin einpacken. Hamburg verlässt man selten ohne Kater.

 

 

Baltimore
Hast du dich schon einmal gefragt, wohin die Menschen gezogen sind, die von Hipsters und Gutverdienern aus New Yorker Stadtteilen wie Williamsburg oder Sunset Park verdrängt wurden? Nun, nicht wenige von ihnen werden wohl nach Baltimore gezogen sein. Heruntergekommene Strassen, marode Infrastruktur, rostende Bausünden wohin das Auge reicht. Bröckelnde leerstehende Gebäude und hie und da mal eine Brandruine im schon ziemlich an die Südstaaten erinnernden goldenen Licht der Hafenstadt. Wer gerne einmal mit eigenen Augen Harlem oder die Bronx in den 80ern oder frühen 90er Jahren gesehen hätte, aber sich nicht dorthin getraut hat, oder einfach zu jung dafür ist, der ist in Baltimore gut aufgehoben. Falls du gehst: Besser, du lässt deine Skinnyjeans, die teure Spiegelreflex und dein Hipstergear zuhause. Baltimore ist fett Bling in beiden Ohren, Newport-Kippen, Durags und Baggies von FuBu. Ganz ungefährlich ist die Stadt auch nicht. Mondäne Klubs oder extravagante Events hat sie kaum zu bieten. Dafür Atmosphäre und eine Ahnung davon, woher Hip-Hop mal gekommen ist. Und eine für amerikanische Verhältnisse ausnehmend leckere und experimentierfreudige Küche. Kurzum: realer als Baltimore geht’s nicht. Und Fans der Kultserie «The Wire» können am Baltimore Book Festival mit bisschen Glück einen Blick auf den Serien-Autor David Simon werfen, der einer ihrer prominenteren Einwohner ist und an dem Festival angeblich schon gesichtet wurde.

 

 

Rio de Janeiro
Ja eh, Brasilien mag ja eher für seinen Samba bekannt sein, scho so. Aber das mit Abstand grösste Land Südamerikas hat über die Jahre eine riesige, hierzulande leider oft übersehene Rapszene hervorgebracht, und auch Artists in Sachen StreetArt, Tanz und Turntablism sind in Rio sehr, sehr präsent. Wenn du Glück hast, beginnt dein Kontakt mit Brasiliens coolster Seite schon beim ersten Betreten eines Hostels, wo Acts wie die ConeCrewDiretoria, Emicida oder Projota rauf und runter gespielt werden, auch wenn die beiden Letzteren eigentlich aus Sao Paulo stammen, das deutlich grösser, aber auch deutlich hässlicher und unfreundlicher als Rio de Janeiro ist. Die Hostels sind übrigens auch der beste Ort, um einen ersten Zugang zur Rapseite von Brasiliens Nachtleben zu finden. Und das zu schaffen, solltest du unbedingt versuchen. Denn wer schon einmal ein Konzert in Brasilien besucht hat, weiss dass die Stimmung in den verlinkten Videos genau das ist, was du dort an einem durchschnittlichen Konzert erwarten darfst.

 

 

New York
Klar, in der Geburtsstadt des Hip-Hops gäbe es für den reisenden Aightgenossen an jeder Ecke Geschichte zu entdecken: Biggies Wohnhaus, das Appollo Theater, von Harlem über die Bronx bis nach Brooklyn einige der historisch, musikalisch und kulturell spannendsten und vielseitigsten Stadtteile der USA auf engstem Raum vereint. Die Strassen, Diners, Parks und Basketballcourts, die von Big Pun bis zu Jay-Z für Inspiration und Kulisse für so manche Legende unseres Lieblingsgenres waren, wären allein Grund genug für einen Trip nach New York City. Aber auch für alle, die’s weniger mit tourimässigem Hip-Hop-Sightseeing haben, hat die Stadt so einiges auf Lager – egal ob Street Art und Graffiti in Bushwick, Konzerte im BB Kings Blues Club oder im Nuyorcan Poets, unfassbar gut sortierte Plattenläden so ziemlich überall, oder einfach als Kulisse für einen ziellosen Stadtspaziergang durch endlose Strassenschluchten. Und keine andere Stadt versteht es besser, sich selbst immer und immer wieder aufs Extravaganteste zu feiern. Also stehen die Chancen, mehr oder weniger zufällig an ein grosses Konzert oder sonst einen grossen Anlass heran zu laufen, in New York nie schlecht. Pflichtprogramm.

Bilder: Daniel Meister