Tarick One – Kabut

Am Freitag erschien das neue Tarick One Album «Kabut». Der Name ist Programm auf dem 14 Tracks starken Release. Es dreht sich vieles um unsere zerrissene Gesellschaft, Taricks eigene Probleme mit dem System und den Umgang mit Rauschgift.

CH Rap
AlbumchaostruppeKaputTarick One

Das Chaostruppe-Adoptiv-Kind Tarick One liefert nach dem Nr. 1 Album «Umverteilig (zu üs)» und dem «Nid witer»-Mixtape (2019) sein erstes Album seit 5 Jahren. Wie man sich von dem Künstler gewohnt ist, ist das Endprodukt keine leichte Kost und in vielen Zeilen so ehrlich das es auf die eigene Stimmung schlägt.

 

«No nid mau 30 homie doch irgendwie scho so versiecht»

 

Das Album beginnt mit dem Titeltrack «Kabut» und der Video-Single «Bessere Ort», die beide auf düsteren Trap-Bangern das Werk packend einläuten. Man merkt schnell, dass es sich nicht um stumpfen Streetrap handelt, sondern dass Tarick One sehr viel Persönlichkeit in seine Worte legt. Es geht weiter mit dem Gefühl der Orientierungslosigkeit und der völligen Überforderung mit der Welt.

 

 

Der Drogenkonsum wird sehr offen thematisiert aber oft nicht in einer geschönten Form, sowie es viele andere Rapper*innen in den letzten Jahrzehnten etabliert haben. Dass der Rausch oft eine bewusste Symptombekämpfung ist, schimmert bei der gedrückten Stimmung der Songs gut durch. Einzig auf «K&F» schottet er sich von der abgefuckten Welt ab und baut sich eine eigene auf, in der sehr viel gekifft und gef*ckt wird.

Die Musikrichtung die anfänglich eingeschlagen wurde zieht sich jedoch nicht durch das Album sondern es lebt von verschiedenen Einflüssen. So hat zum Beispiel K&F einen angenehmen leanback Flavour oder zu «Gengno» oder «Wisi tanzt» lässt sich wohl gut auf dem Vorplatz herumtanzen. Zudem wagt er sich auch an einige Gesangs-Hook heran, ohne dabei peinlich oder aufgesetzt zu wirken.

 

 

Das Album findet in «Mini Art» einen versöhnlichen Abschluss und Tarick One macht uns noch deutlich das «dranbleiben» und «nicht aufgeben» seine Art sind, sodass wir bestimmt wiedermal etwas vom Berner hören.

Das ganze Album gibt es hier.