Don «Wiudbluämä» – Albumreview

Der Rapper Don vom Kollektiv «PeWe & Don» liefert mit seiner Wildbluämä ein Album, auf dem es spannende Referenzen zu antiken Bauwerken, Heldenfiguren und grossen Jazzmusikern gibt. Wie vermutlich fast jedes Album, welches in der jetzigen Zeit erscheint, kommt auch dieses nicht um die Thematik der Pandemie herum.

CH Rap
AlbumreviewDonPeWe&DonWiudbluämä

Die Wildblume erwächst in den ersten Frühlingstagen

Es stimmt, Don kennt man in der Schweizer Hip-Hop-Landschaft wohl noch nicht so. Jedoch ist er auch kein unbeschriebenes Blatt. Wer sich mit der Szene etwas tiefer auseinandersetzt, ist sicher schon auf das Kollektiv «PeWe & Don» gestossen, von welchem – wie es der Name schon sagt – Don ein Teil ist. 2019 und 2020 haben die beiden je ein Album veröffentlicht und wenn man einer Zeile auf «Wiudbluämä» Glaube schenken kann, dann wird wohl auch in diesem Jahr ein Werk des Duos erscheinen.

 

Nun liegt uns also das Soloalbum vor. Die Herangehensweise des Schreibens einer Review läuft bei mir nicht immer gleich ab. Manchmal möchte ich mir zuerst einen Gesamtüberblick verschaffen, ohne mich schon zu Beginn detailliert auf die Zeilen und den Inhalt einzulassen. Ein andermal bin ich bereit, mich weniger auf die Musik, stattdessen eben auf die Lyrik zu achten. Bei der «Wiudbluämä» war es so, dass ich es als erstes auf dem Weg zu einem Aussentermin hörte. In der jetzigen Zeit ist man ja froh, wenn man die Wohnung wieder einmal verlassen kann und umso mehr freute es mich, dies mit neuer Musik zu tun. Ich war gespannt, was mich erwartet.

 

 

Spannende Verweise auf Literatur

Nach dem ersten Mal durchhören stachen vor allem die melodischen Beats und der Flow heraus. Die Texte oder besser gesagt der Inhalt, blieb noch etwas im Verborgenen. Am nächsten Tag setzte ich mich dann mit den Lyrics vor die Boxen. Das eine oder andere Mal musste ich einzelne Wörter oder Bedeutungen nachschlagen, um den Sinn zu verstehen, doch genau dies bereitet mir grosse Freude. Ich finde es immer spannend, wenn Vergleiche mit Figuren oder Gegenständen gezogen werden. Wenn nicht alles schon von Anfang an ganz klar erscheint. Auf diesem Wege habe ich wohl schon ab und an Bücher oder sonstige Begriffe kennen gelernt. So auch im Albumopener «Im Troum». Da wird «Das letzte Versprechen» von Stephen King als Ganzes erwähnt, ein Protagonist aus eben diesem Buch, Sagengestalten und auch eine Weissagungstätte aus dem antiken Griechenland. Die Palette ist also breit und dies macht das Hören so spannend und zieht sich – mal mehr, mal weniger – durch das ganze Album.

 

 
 
 
 
 
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Hartes Leben in verschiedenen Belangen

Eine Wildblume ist eine Blume, die nicht absichtlich gesät wird, die nicht unbedingt an dieser Stelle, an der sie wächst, erwünscht ist und in freier Wildbahn wächst. Deswegen ist das Bild, das auf den beiden Albumtiteln «Wiudbluämä Part 1» und «Wiudbluämä Part 2» gemalt wird sehr schön und passend. Es wird die Geschichte erzählt von Obdachlosen und Leuten, die auf der Strasse leben und tagtäglich kämpfen müssen.

 

Dass die Pandemie berappt wird, ist kein Wunder, was aber lustig erscheint, ist der Fakt, dass die Songs, die hauptsächlich Corona thematisieren grösstenteils alle aufeinander folgen. Track fünf bis acht machen genau dies und es sticht heraus, dass Don nicht ganz so erfreut ist über die Massnahmen der Politik zur Eindämmung der Pandemie. Einer davon ist «Lang här» zusammen mit Oli Bränz.

 

 

Spannendes Potpourri

«Wiudbluämä» ist wie ein Potpourri, ist ein spannendes Erstlingswerk, welches verschiedene Facetten zeigt. Wie zu Beginn erwähnt, kann man sich schon bald wieder über neue Musik freuen – sei es mit PeWe oder solo. Ich bin auf jeden Fall gespannt.