«Wir sind die perfekte Symbiose.» – Morow & Sherry-ou

Am 21. Mai haben Morow und Sherry-ou ihr gemeinsames Album «Blessed» released, produziert von Ludwig. Wir haben die beiden Rapper zu einem Gespräch über Musik, Freundschaft, Talent und ihr neues Werk getroffen.

CH Rap
album releaseblessedmorowSherry-Ou

Die Künstler sind im Basel Studio einquartiert. Als ich das erste Mal da war, wusste ich nicht wo ich hin musste. Ein grosses Haus mit gefühlt 10 Türen und alle haben die selbe Nummer. Industriell wirkte es auf mich. Auch für dieses Gespräch haben wir uns in ihrem Studio getroffen. Morow und Niccolo, Manager diverser Künstler*innen, sassen beide auf ihrem Stuhl und haben etwas an ihrem Computer gemacht. Sherry-ou kam durch eine Seitentür hinein, er hatte gerade Gesangsunterricht mit der Sängerin von Weird Fishes, einer Artrockband aus Basel.

 

 

Es war ein schöner Tag. Ein schöner Tag um zuerst draussen noch eine Zigarette zu rauchen und zu quatschen. Dann gingen wir in die Wunderkammer, wie ich sie so schön nenne, wo das Album zum grössten Teil entstanden ist, nämlich in den Studioraum vom Produzenten Ludwig.

 

Von links nach rechts: Sherry-ou, Ludwig und Morow

 

Man kennt schon gemeinsame Lieder von Morow und Sherry-ou, jedoch nur als Features. Aber jetzt haben sie ihr gemeinsames Album «BLESSED» rausgebracht. Ich wusste aber nie so richtig, wie die beiden so eng wurden, so brüderlich. «Ab und zu haben wir im 2019 zusammen Sessions gemacht. Als wir zusammen viel unterwegs waren und auch gefilmt haben.», sagt mir Sherry. «Der Sport kam. Wir sind ins Studio und du meintest, ich solle doch auch trainieren kommen. Und dann kam die Idee mit dem Filmen, da ich sowieso anfangen wollte mit der Filmproduktion. Wir sind auf Holland und ich habe die ersten Sachen dann mit ihm gemacht. Das war der Auslöser, safe.»

 

«Blessed» Cover

 

«Wir waren auch vorher schon sehr eng, aber in Holland wurde es noch eine Stufe intensiver.», hängt Sherry an. Aber wie kommt es dann trotzdem zu einem Album? «Es war der perfekte Zeitpunkt. Ich habe mein Album schon abgegeben und du warst fast fertig.» Morow schaut ihn an, lacht und nimmt ein Zug von seiner Zigarette: «Es war mein Dream mit dir ein Album zu machen. Ich habe das schon immer gesagt, es hat auch immer gematched. Und es wurde ein Lifestyle, den haben wir verbunden und gesagt, wir machen einfach zusammen ein Album.»

 

«Ich ha Brothers wo mich stärke,
ich ha Mensche wo ich lieb.
Ich kenn Mensche wo mich hasse
und bi paarne ischs verdient.


Ich ha alles was ich bruch,
ich ha alles und no mehr.
Ha us mine Fehler glernt,
trotzdem fühlmi mängmol leer.»

Morow auf Mini Cloud

 

 

Morow nennt es die perfekte Symbiose, als wären sie 1 Album und 1 Künstler. Es ist etwas neues entstanden, aber für Sherry sollte das auch der Anspruch sein an ein Collabo-Album. «Ich weiss, dass ich das Spiel nicht mehr unterschätzen darf. Ich wäre auch nie so weit wie ich heute bin, wenn ich die ganzen Dritte Stock Menschen nicht kennen gelernt hätte.» «Das kann aber auch nicht jeder, wenn wir das Talent ignorieren.», entgegnet Sherry. «Talent ist vielleicht auch nur eine Umschreibung für ein grosses Interesse.» Hier kann ich Morow nur zustimmen. Es geht schlussendlich ums Machen.
Mich inspiriert das positive Mindset und die Freundschaft der zwei Künstler sehr. «Ich bin froh haben wir untereinander immer einen positiven Vibe gepflegt. Damit sind wir auch blessed. Wenn man es kurz und knackig will: wir sind blessed, uns zu haben.» «Das ist die schönste Definition, ja.», meint Morow während er sich eine Zigarette anzündet. «Wir sind ein Team. Wir sind Alles. Das ganze Leben sind wir.»

 

Beide Musiker sind Perfektionisten. Sie wollen, dass alles bis ins letzte Detail stimmt. Morow kannte das früher nicht: «Der Auslöser dafür war bei mir Sherry. Du kannst die Musik nicht herausgeben, als wäre sie nichts Wert. Du musst deine Kunst lernen so wertzuschätzen, wie du andere Kunst wertschätzt.» Auch in dieser Hinsicht kann ich viel von ihnen lernen.

 

 

Das Album «BLESSED» kann hier auf allen gängigen Streamingportalen gehört werden. Ausserdem waren die beiden in der Sendung Artcore auf Jam On Radio zu Gast um schon mal für die Plattentaufe zu üben.

 

 

Foto: visionbynomis