AM-Jam 2021 – Basel vereint

Im Waldenburgertal im Baselland war Kopfnicken angesagt. Das Hip-Hop Openair fand zum zweiten Mal statt, 2019 war die Premiere. Organisiert wurde es vom Verein «Anderst Motiviert», daher auch der Name «AM-Jam». 

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am-jamHip HophölsteinSchweizer Hip-Hopwb-tal

Es regnete und Gummistiefel waren ein Muss. Trotzdem haben sich hunderte Menschen im WB-Tal versammelt, um die Hip-Hop Kultur zu zelebrieren. Wie s’Mami oder dr Papi immer gesagt haben: «Es git kei schlächts Wätter – nur schlächti Chleider!» Ich glaube, viele haben sich diesen Spruch vergangenen Samstag zu Herzen genommen.

 

©Shahed

 

Zugelassen waren maximal 500 Personen ohne Zertifikatspflicht am AM-Jam. Jedoch wurden die Kontaktdaten am Eingang für die Contract-Tracing-Liste erhoben. Tanzen war nicht erlaubt, jedoch ist im Hip-Hop kein Salsa vorgesehen sondern nur lockeres Kopfnicken und eine Hand in die Luft heben.

 

Jiggo267 ©Simon Döbeli

 

Auf der Bühne standen nicht nur regionale Acts wie Black TigerEliaWas Ghetto?Sherry-OuMorow sondern auch die Bernerin SGB, welche sich einen Platz im Newcomer-Slot gesichert hat. Vier weitere Künstler konnten sich in 15 Minuten Showtime beweisen. Darunter vertreten waren Jiggo267, welcher mit seinem Album Blocktherapie Platz 1 der iTunes Charts belegt hat, Young Ars der ebenfalls vor kurzem released hat, Shawtie La Fleur und Moony (das ganze Line Up kannst du hier anschauen). Der Künstler Jiggo267 möchte bei seinen Shows das Publikum mitnehmen, ihm ist es egal, ob zwei Personen vor ihm stehen oder ein volles Haus: «Ich probiere real zu bleiben bei meinem Shows. Die Leute sollten Spass haben. Wir sollten zusammen feiern, denn ich will auch ein Teil des Publikums sein.» Dies hat der Basler auf jeden Fall hinbekommen mit seiner lustigen sowie charmanten Art. Mitorganisator und Rapper Elia Mahler meint sogar, dass die Stimmung «brutal» war: «Ich habe es total gefühlt. Von den Acts und vom Publikum her, alle mega happy und es gab auch keinen Zwischenfall.» Und das alles trotz sehr starkem Regen, welcher bis 18.00h angehalten hat. Danach kam jedoch die Sonne raus und hat den Künstlern ins Gesicht gelächelt. 

 

 

Wie oben schon erwähnt war die Bernerin SGB die einzige Künstlerin, welche nicht von Basel-Stadt oder Baselland kam: «Ich fühle mich total geehrt, dass ich als einzige ausserkantonale eingeladen wurde. Es hatte so einen geilen Festivalvibe, wie ein Mini-Royal Arena.» Zudem konnte sie Basler Künstlerinnen wie Shawtie La Fleur treffen und Vetlaney: «So geile Frauen, wirklich. Wir haben schon länger connected und endlich konnten wir uns kennenlernen.»

 

Moony ©Simon Döbeli

 

Der Basler Moony war sehr von der Betreuung der Künstler im Backstage angetan: «Es gab ein Backstage wie kein anderer. Man merkt, wie viel Herzblut hinein gesteckt wurde. In Sachen Artist Care einfach top. Die Vibes stimmen und das hebt auch die Stimmung auf der Bühne. Ganz klar – als Artist war es einfach super. Ein sehr gelungenes Festival, ich komme gerne wieder.»

 

Morow ©Simon Döbeli

 

Für den Fotografen Shahed war es das erste Festival nach knapp zwei Jahren. Dementsprechend gross war auch seine Vorfreude und er meint: «So unterschiedlich die Arbeit der Musikschaffenden auch war, so war das Gefühl der gegenseitigen Wertschätzung unglaublich stark. Womöglich hat uns die Pandemie gezeigt, wie wichtig das Zusammensein und Zusammenhalten ist, was sich auch im Backstage und auf der Bühne widerspiegelte. Wie als grosse Familie, teilten sich die Acts mit den anderen Künstlern vom Abend die Bühne, man trat gemeinsam auf, sang sich gegenseitig ein Geburtstagsständchen. Niemand brauchte sich an diesem Abend in den Vordergrund zu stellen, weder auf der Bühne noch bei den Gästen.»