Layup Graffiti-Jam und Toni-L Konzert im Gaskessel Bern

Reisende Heads, rappende Rapper, sprühende Sprayer und auflegende Aufleger – tönt ziemlich Hip-Hop-lastig. War es auch, überzeugt euch vom Bericht aus Bern.

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Reise nach Bern zur Layup-Graffiti Jam

Wenn man nicht schnell genug irgendwo sein kann, dann hat das meistens mit Hip-Hop zu tun. Wege sind kein Hindernis. Strecken mühsam aber «Part oft he Deal». Man formierte sich also am HB in Zürich, traf sich im zweitfordersten Wagen im Tiefbahnhof. Einer hatte Bier, der andere Bock. Perfekte Kombination.

Die gute Stunde nach Bern war nach zwei Bier dann ziemlich schnell rum. In Bern gab es noch Teamverstärkung und man ging zu Fuss zum «Chessu», jedoch nicht ohne zuvor noch im Layup das Plattenregal durchzufräsen. Easy und gemütlich, wie man in der Bundestadt eben unterwegs ist, schlenderte man durch die Stadt.

Verwirrt durch die GPS-Führung, fragte man dann ein Polizist nach dem Weg, der da am Strassenrand die Durchführung eines Marathons überwachte, nur um feststellen zu müssen, dass dieser keinen blassen Schimmer hatte, wo er selbst war. Den Spruch, ob er denn auch nur Tourist sei, beantwortete dieser mit einem Lächeln im Gesicht, kopfnickend. Damit hatte der nicht gerechnet. Aber frech sein, muss halt passen, sonst Handcuffing und Waterboarding in 3, 2, 1.

Man fand also den Weg zum Gaskessel, eigentlich auch gar kein Hexenwerk. Dort schlug einem der Aersolgeruch direkt in die Nase. An mehreren Stellen um und am Kessel wurden die Graffitis erneuert.

 

 

Nicht viel später lief dann DJ Miki Leaks von 360 Grad Records in unser Sichtfeld und man begrüsste sich kurz und begab sich dann in die Location, in der Toni-L und Torch auf ihren Soundcheck warteten. Nach der Begrüssung nutzten wir die Zeit des Wartens und checkten den Merchstand. Torch seine Autobiographie war da das Objekt der Begierde, die auch prompt mit einer Widmung ausgestattet wurde.

Nun öffneten sich die Türen des Kessels offiziell, für einen unkomplizierten Check-In war genug Personal da und die Wartezeit hielt sich in Grenzen, aus dem Saal lockte Montis Sounds mit fettem Sound ins Innere und das Abendprogramm konnte beginnen. Nach einer Weile galt dann Ernst, als Franklyn seinen Supportteil begann. Unterstütz wurde er von seiner Producerin, die dann später auch mal noch einen spontanen Freestyle hinlegte. Das kam schon mal sehr gut im Publikum an. Die Beats pumpten, Rap verständlich, auch wieder eine Location, die einen Soundman hat, der weiss was er tut.

 

 

Dann war es endlich so weit, ein fescher Herr, mittleren Alters im Trainingsanzug betrat die Bühne und enterte das Dj Pult und auch gleich das Mic mit. Es war dieser Haitian Star, der auf dem Flyer mit Toni-L angekündigt wurde.

 

 

Unklar ist, welcher Alter Ego sich hinter diesem Alter Ego verbirgt. Verwirrt? Kein Problem, die Auflösung ist: niemand geringeres als Torch. Dieser war noch völlig hin- und weg von seinem 50 Geburtstag in Heidelberg, wo er als erster Rapper überhaupt auf dem Heidelberger Schloss auftreten konnte und liess das Publikum daran teilhaben. Dies erzählte er so bildhaft, als ob man gerade dabei gewesen wäre. Die Faust im Sack des Schreiberlings war geballt, Nesselfieber zwang ihn in der Schweiz zu bleiben.

Nach dem er einige Warm-Up-Tricks am Publikum anwandte und das Publikum final warm war, kam der Funk Joker Toni-L auf die Bühne und explodierte mit seinem gewohnten funky Style. Dj Haitian Star an den Cutz und am Double-Mic, mehr brauchte es auf der Bühne auch nicht. Es wurden so ziemlich alle bekannten Tracks gespielt, das Publikum war sehr dankbar. «Original, originell
Phänomenal, T-O-N-I-L» ballerte es aus den Boxen und der Burner Tornado wurde abgefeuert. Das Publikum war auf 360 Grad und sog dankbar alles auf.

Scheinbar änderte Haitian Star einfach mal die Set Reihenfolge, weil es nun besser passen würde. Leicht verwirrt, aber eben Profi, wurde nun das geänderte Set weitergeführt. Was an keiner Show von Toni-L fehlen darf, ist der gemeinsame Tanz mit Torch, herrlich. Deshalb hatten sie auch die gleichen Trainer an um etwas Wildstylemässig rüberzukommen, funktioniert immer, macht Spass.

Als krönender Abschluss, stimmte Torch «Wir waren mal Stars» an. Da wird dann mitgesungen, wie im Musikantenstadl. Das Konzert war zu Ende und Miki Leaks übernahm die Soundherrschaft.

Das Schöne an ihren Konzerten ist, dass die Jungs nie auf Nimmerwiedersehen im Backstage verschwinden, sondern immer in der Nähe des Merchs sind und dort auch gern mal in einen Plausch einhaken. Die Starallüren haben andere. Danke Bern, es war schön.