MC Rene und Figub Brazlevic live in Basel

Instore-Session, Freestyle-Cypher, Rap-Show von MC Rene und Raphistory alles an einem Tag. So ein Programm versprach Gutes und in der Tat wurde man nicht im geringsten enttäuscht. Basel hatte da ein wirkliches Highlight zu bieten.

CH RapDE-RapInt. Rap
BeatquestDj Johnny HollidayDj MontesDr.AuxElchRecordsFigub BrazlevicKaschemmeMC ReneMOSPyroSistaLin

Da war er also, der Tag an dem MC Rene in Basel auftreten sollte. Sein Gig in der Kaschemme versprach Entertainment pur, also wurde wieder eine Reise getätigt, um dem Spektakel beizuwohnen. Im ElchRecords fand vorher noch eine Instore-Action statt. Dort war an diesem 12. November ab 17 Uhr Open-Mic angesagt. Nach und nach kamen die Freestyler im Shop an und starteten die erste Cypher. 

 

 

Etwas später als angekündigt, gesellte sich die ganze Entourage von MC Rene dazu und das Mic wurde zur Fackel. Classic der Dicke hatte seinen Sampler dabei und übernahm direkt die Instrumentalauswahl. MC Rene liess sich nicht lumpen und spittete Bar um Bar. Die Cypher war schon am Brennen da goss Merlin Alexander noch mehr Benzin ins Feuer. Es wurde auf Italienisch, Englisch, Hochdeutsch und Slang aus diversen Schweizer Regionen gefreestyled. Wer gerade nicht mit Rappen beschäftigt war, cornerte vor dem Elch rum und tauschte sich aus. Am Ende der Session eröffnete Figub noch seinen Bauchladen und haute KREKPEK Merch raus. Das war schon mal ein guter Start in den Abend. Sehr familiärer Flavour, da war das Verlangen nach mehr.

 

 

Man verschob also in die Kaschemme, nach wenigen Minuten Akklimatisierung  (Getränk an der Bar, Ofen im Gesicht), ging es dann schon los mit Rappartment. Die Crew übernahm das Warm-Up. SistaLin, Pyro, MOS und Dr. Aux legten also los und es wurden alte Klassiker, neue Bänger, Solotracks am Stück geliefert. Bei einem Track von Pyro dichtete das Publikum die Hook um und man hörte die ganze Zeit «Eier?!?» Fire=Eier, lustig. Abgerundet wurde das Ganze noch mit einer satten Beatboxeinlage von Beatquest.  Das Publikum war nun sowas von ON und Ready für Reen.

 

 

Der kam dann auch. Wortgewaltig stieg er in den Ring, man präsentierte Tracks aus seinem neuen Album „Irgendwas stimmt“, welches von Figub Brazlevic produziert wurde. Mit ihm frotzelte er während der ganzen Show und sorgte immer mal wieder für kleine Lacher, z.B. als Rene von Figubs Mum schwärmte und sonstige Intimitäten. Support kam von Merlin Alexander und Classic der Dicke, welche die Show noch stabiler machten. Freestyle-King, das ist MC Rene, der immer mal wieder abschweifte von seinen eigenen Texten, für weniger Textsichere Gäste wohl fast nicht wahrnehmbar. Also hohe Qualität beim Freestyle. Manche kommen zu Reens Show nur wegen des Freestyles. Aber auch sonst hat er ein riesen Repertoire und blickt dieses Jahr auf 30 Jahre Bühnenerfahrung zurück. Dies feiert er auch ausgiebig in seiner Heimatstadt Braunschweig. Rene hat als erster Deutscher ein Solo-Rapper released – sein Album «Renevolution»1995. Das ist Urgestein-Flavour to the fullest. Rap zum Anfassen, Reen kam immer wieder von der Bühne ins Publikum und performte von dort aus. Das Publikum wollte ihn auch nicht gehen lassen. Aber irgendwann ist dann auch mal Schluss, gefühlte 1,5 h war die Show. Gutes Gefühl dagewesen zu sein.

Aber wer jetzt dachte, das war es nun, nein: Im Anschluss ging es weiter. Dj Montes (Goldfingerbrothers) und Johnny Holliday (Triple Nine) zelebrierten noch die Raphistory. Der Jahrgang war 1995 und da sind so einige Meilensteine im Rap erschienen, wie z.B. GZA – Liquid Swords. Man liess den Abend dann aber langsam ausklingen. 10 Stunden Hiphop – ein überaus gelungener Freitag – machte sich in des Schreibers Beinen bemerkbar und man war froh irgendwann nach 3 Uhr im Nest zu liegen.